BMW 1er, Seat Leon und Toyota Prius im Vergleichstest BMW 116d, Seat Leon 1.4 TSI und Toyota Prius

26.09.2011

Welches Antriebskonzept geht am effizientesten mit dem Kraftstoff um? Benziner, Diesel und Hybrid ringen im Verbrauchsvergleich um die Spritsparkrone

Zwar lässt das Elektroauto noch einige Zeit auf sich warten, doch schon heute kann der umweltbewusste Autokäufer etwas für sein gutes Gewissen tun. Dabei muss man nicht zwingenderweise auf Öko-Autos im Kleinwagenformat zurückgreifen. Auch in der Kompaktklasse finden sich Fahrzeuge, die sehr effi zient sind und sparsam mit dem teuren Kraftstoff umgehen.

Wir haben uns drei Autos mit unterschiedlichen Antriebskonzepten ausgesucht und sind im Rahmen vier verschiedener Verbrauchsfahrten der Frage auf den Grund gegangen, welche Technik dabei das größte Spritsparpotenzial bietet. Zum Vergleich treten an: der BMW 116d mit 115 PS starkem Dieselmotor, der Seat Leon mit einem aufgeladenen Benzin- Direkteinspritzer sowie der neue Toyota Prius, der als Voll-Hybrid auf die kombinierte Kraft von Benzin- und Elektromotor setzt.

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Der Seat Leon hat den 125 PS starken Turbomotor unter der Haube, der auch in anderen Fahrzeugen des Volkswagenkonzerns seinen Dienst verrichtet. Das Downsizing-Triebwerk, das per Abgasturbolader aus lediglich 1,4 Liter Hubraum stattliche 125 PS sowie 200 Newtonmeter schöpft, hinterlässt einen überzeugenden Eindruck. Dank der guten Laufkultur, des energischen Antritts bereits unter 2000 Umdrehungen sowie der ausgeprägten Drehfreude lässt der Leon motorseitig keine Wünsche offen.

Auch der Rest, angefangen beim straffen Fahrwerk über die direkte Lenkung bis hin zur knackigen Schaltung, ist eher auf Sport als auf Komfort getrimmt, weshalb ihm in diesem Vergleich eindeutig die Fahrspaßkrone gebührt. Von der Spritsparkrone bleibt er jedoch weit entfernt. Abgesehen von der modernen Motorkonstruktion hat er keine weitere Spritspartechnik an Bord. Dass der alte Spruch „Turbo läuft, Turbo säuft“ seine Gültigkeit immer noch nicht ganz verloren hat, beweist ein Blick auf die Verbrauchstabelle (oben).

Zwar lassen sich bei gemäßigtem Gasfuß durchaus niedrige Verbrauchswerte realisieren, doch bei der zügig gefahrenen Autobahnetappe erweist sich der kleine Benziner des Seat mit einem Verbrauch von 9,6 l/100 km als durchaus trinkfest und verliert hier deutlich gegenüber dem BMW und dem Toyota Prius.

Speziell der 116d kann auf der Autobahn auftrumpfen und setzt hier seinen einzigen Bestwert, bleibt dem Prius aber auch bei den übrigen Verbrauchsfahrten dicht auf den Fersen. Der Münchner profi tiert – neben seinem ohnehin sparsameren Dieselmotor – von den Spritsparmaßnahmen, die das Effi cientDynamics-Paket umfasst. Dazu gehören unter anderem die Start-Stopp-Automatik sowie eine bedarfsgerechte Steuerung der Nebenaggregate und die Bremsenergierückgewinnung.

Interessant: Die Luftklappensteuerung für die Motorkühlung wurde für die Dieselvarianten des kompakten Münchners aus dem Programm genommen, da sie nicht den erhofften Einspareffekt brachte. In der Stadt kann der BMW 1er den Seat vor allem dank der Start-Stopp- Automatik deutlich distanzieren.

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Und bei den Verbrauchsfahrten auf Landstraße und Autobahn spielt der Turbodiesel, der an ein lang übersetztes Sechsganggetriebe gekoppelt ist und von Haus aus einen besseren Wirkungsgrad aufweist, seine Stärken aus. Allerdings bereitet der Zweiliter-Diesel, der das sportliche Fahrwerk regelrecht unterfordert, im Alltag nicht ganz die mit BMW assoziierte Fahrfreude. Zu lethargisch und zugeknöpft geht der Motor ans Werk, und auch die Laufkultur fällt gegenüber den stärkeren Modellen etwas ab.

DER HYBRID FUNKTIONIERT
Dass der Prius seinem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht zaubert, liegt auch bei ihm eher am Sparspaß als am ausgeprägten Fahrspaß. Er animiert nicht zum Rasen, sondern fordert den Piloten geradezu zum Knausern heraus. Man erwischt sich ständig bei dem Versuch, das Gaspedal nur sanft zu streicheln, um in der Stadt möglichst lange rein elektrisch zu fahren. Das Wechselspiel von Verbrennungs- und Elektromotor ist perfekt aufeinander abgestimmt und vollzieht sich nahezu unbemerkt.

Weniger gut gefällt uns dagegen die schlecht dosierbare Bremse, die beim Verzögern vom zum Generator umfunktionierten E-Motor unterstützt wird. Im Stadtverkehr, wo der Benzinmotor häufig aus bleibt, kann der Toyota die beiden Kontrahenten klar hinter sich lassen.

Erstaunlich ist jedoch, dass der Voll-Hybrid auch auf der zügig gefahrenen Autobahnetappe, wo der Verbrennungsmotor die meiste Arbeit leistet, mit 7,4 l/100 km überraschend wenig verbraucht und den Leon um mehr als zwei Liter unterbietet. Hier kann der Toyota mit seiner ausgefeilten Aerodynamik auftrumpfen, die erst bei höheren Geschwindigkeiten richtig zum Tragen kommt.

VERBRAUCH BMW 116d SEAT LEON 1.4 TSI TOYOTA PRIUS
AUTO ZEITUNG -
Normrunde
5,9 l/100 km 8,0 l/100 km 5,8 l/100 km
Stadt-Verbrauch 4,6 l/100 km 6,5 l/100 km 3,8 l/100 km
Autobahn-Verbrauch 6,5 l/100 km 9,6 l/100 km 7,4 l/100 km
Minimal-Verbrauch 4,1 l/100 km 5,4 l/100 km 3,8 l/100 km
Durchschnitt 5,3 l/100 km 7,4 l/100 km 5,2 l/100 km
Platzierung 2 3 1

Test-Programm: normale AZ-Verbrauchsrunde; 100 km Stadtverkehr; 100 km Autobahn; ökonomischer Mix aus 40 km Stadtfahrt und 100 km Autobahn mit 90 km/h

Fazit

Die Hybridtechnik des Toyota Prius hat mittlerweile einen bemerkenswerten Reifegrad erreicht. Der Japaner kann drei von vier Verbrauchszyklen für sich entscheiden. Für Langstreckenfahrer ist jedoch der Diesel die erste Wahl. Der BMW bleibt dank EfficientDynamics stets in Schlagdistanz, gibt sich bei hohem Tempo am sparsamsten und verliert am Ende nur hauchdünn. Der allein auf Downsizing- Technik vertrauende Seat steht bei diesem Vergleich auf verlorenem Posten und kann nur beim Minimalverbrauch sein vorhandenes Potenzial ausspielen.

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, Common-Rail-Turbodiesel, Partikelfilter
Hubraum1995
Leistung
kW/PS
1/Min

85/116
4000 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
260
1750 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang manuell
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 195/55 R 16 H
h: 195/55 R 16 H
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1305
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)10.3
Höchstgeschwindigkeit (km/h)200
Verbrauch 
Testverbrauch5.9l/100km (Diesel)
EU-Verbrauch4.4l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)118

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