Verbrauchstest: Porsche 911 gegen Toyota Prius

10.05.2007


Aufregender Vergleich: Der Kraftstoffsparer Toyota Prius mit Hybridantrieb trifft den dynamischen Klassiker Porsche 911 Carrera auf Autobahnen, Landstraßen und im Getümmel der Großstadt. Wer ist hier der Sparmeister?

In der Doppelgarage einer wohlhabenden Familie werden sich unsere beiden Vergleichskandidaten kaum begegnen. Was sie hier zusammenführt, ist nur durch die anhaltende öffentliche Diskussion um den CO2-Ausstoß und die Kraftstoffverbräuche zu erklären.

Der Toyota Prius gilt mit seinem Benzin-Hybridantrieb bei Grünen und anderen Öko-Bekennern als Sprit-Abstinenzler und Saubermann - mit einem EU-Normverbrauch von nur 4,2 Litern pro 100 Kilometer und einem CO2-Ausstoß von nur 104 Gramm pro Kilometer eilt ihm der Ruf des Umweltfreundes quasi voraus.

Den 325 PS starke Porsche 911 Carrera hingegen sehen manche Leute als Schluckspecht und Dreckschleuder. Dabei vertritt er die zeitlose Elite der klassischen Hochleistungs-Sportwagen mit einer hochmodernen Technik, deren konsequent verfolgtes Ziel hohe Fahrleistungen bei möglichst geringem Verbrauch sind.

Die Mittel zum Zweck unterscheiden sich nur bei der Aerodynamik kaum. Das geräumige Familienauto Toyota Prius und das Sportcoupé Porsche 911 gehen mit dem gleichen cw-Wert von 0,30 in den Vergleich - bei realem Luftwiderstand ist der Porsche mit seiner kleineren Stirnfläche leicht im Vorteil. Bei der Erzeugung von Leistung und Vortrieb sind die Unterschiede dafür umso radikaler.

78/68 PS gegen 325 PS

Das Hybridsystem des Prius verfügt über einen 1,5 Liter großen Vierzylinder-Benzinmotor mit aktueller Vierventiltechnik und variablen Steuerzeiten. Mit einer auf Sparsamkeit bedachten Abstimmung werden 78 PS (57 kW) und ein Drehmoment von 115 Newtonmetern erzeugt.

Für tatkräftige Unterstützung sorgt ein Elektromotor mit 68 PS (50 kW) und wuchtigen 400 Nm Drehmoment, die quasi aus dem Stand verfügbar sind. Nickel-Metall-Hydrid-Batterien dienen als Stromspeicher. Die Kraftübertragung zu den Vorderrädern erfolgt über ein stufenlos regelbares Planetengetriebe.

Für den traditionellen Antrieb des Carrera ist der klassische Sechszylinder-Boxermotor zuständig, der seinen Super Plus-Kraftstoff per Direkteinspritzung gleich in den Brennraum bekommt und bei dem die Ventilzeiten und der Ventilhub variabel sind.

Diese Hightech-Variante kommt sowohl der Kraftentfaltung als auch der Senkung des Verbrauchs zugute. Für einen effizienten Einsatz der verfügbaren Kräfte ist im Fall dieses Vergleichs das Sechsgang-Schaltgetriebe zuständig, das bei betont sparsamer Fahrweise der tatkräftigen Unterstützung des Fahrers bedarf.

Mal leise, mal laut

Der radikal gegensätzliche Charakter beider Autos erschließt sich schon auf dem Weg durch Köln zum ersten Tankstopp vor der langen Vergleichsfahrt. Der Prius erweist sich als Meister des akustischen Komforts: Er fährt elektrisch und mithin fast geräuschlos an, und beim Beschleunigen macht sich sein Vierzylinder sehr diskret an die Arbeit. Nur wenn er mit Vollgas zu harter Arbeit gefordert wird, verkündet er bei kurzer Übersetzung und hoher Drehzahl mit energischer Stimmlage: "Jetzt habe auch ich richtigen Durst."

Wer also mit so einem Hybridauto sparsam fahren will, braucht nicht mehr als ein aufmerksames Gehör und einen zarten, gefühlvollen Gasfuß. Bei jedem Ampelstopp herrscht erholsame Ruhe, denn alle Antriebsmotoren haben Pause. Und anschließend darf man wieder die im Stadtverkehr rege Schaltarbeit dem automatischen Getriebe und seiner elektromotorischen Steuerung überlassen.

Der Boxer im Porsche 911 hingegen untermalt seine dynamische Arbeitsweise mit einer dramatisch komponierten Klangkulisse. In einem Porsche reist man nie leise. Doch ganz im Gegensatz zu Konzert und Oper liegt der Orchestergraben hinter dem Dirigenten, der hier an Stelle des Taktstocks den Schalthebel rege bewegen muss, um dabei erstaunt festzustellen, dass der Boxermotor schon ab 1000 Touren zum Powerplay bereit ist.

Die erste Etappe unserer mehr als 1000 Kilometer langen Durst-Strecke führt von Köln über die A4 zum Autobahnkreuz Olpe Süd, und von da aus geht es über die A45 nach Frankfurt am Main zum Fototermin vor der Oper. Das Reisetempo bleibt für beide Autos recht verhalten und überschreitet die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h nur, wenn die Gefälle der die ganze Strecke flankierenden Mittelgebirge dazu einladen. Im Konvoi erreichen beide Wagen nach 197 Kilometern eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 117 km/h. Der Toyota Prius begnügt sich mit 6,3 Litern, der Porsche 911 kommt mit 9,3 Litern auf 100 km zurecht.

Von Frankfurt zum Schwarzwald soll es auf der A5 schneller vorangehen: Es sind nun 160 km/h erlaubt. Zwar stehen der relativ freien Fahrt allfällige Geschwindigkeitsbegrenzungen und mancherlei Bummler auf der linken Spur im Wege, aber den Tankstopp an der Autobahntankstelle Renchen erreichen wir wieder nach 197 Kilometern mit einem Schnitt von 127 km/h. Der Verbrauch ist dabei nur relativ sanft angestiegen: Toyota 7,3 Liter, Porsche 10,2 Liter.

Bergauf etwas müde

Härtere Arbeit kommt auf beide Autos hinter Appenweier im Schwarzwald zu. Beim Aufstieg zur Schwarzwald-Hochstraße auf knapp 1000 Höhenmeter kann der Toyota zunächst noch munter mit der Kraft der zwei Motor-Herzen klettern, doch als das letzte Watt aus der Batterie geflossen ist, schleppt sich der Prius etwas müder allein mit den 78 PS seines Benzinmotors auf Höhe. Die Kurven des Schwarzwaldes kommen dem Japaner dann nicht ungelegen, er meistert sie problemlos.

Der Porsche hat auf dieser Tour das Nachsehen, denn er muss wie zuvor brav dem Toyota folgen und mit dem gleichen Schnitt von 57 km/h zufrieden sein. Der Verbrauch des Prius ist bei der Berg- und Talfahrt angestiegen auf 8,7 Liter, hier liegt der Carrera mit 11,1 Litern pro 100 Kilometer nur noch relativ knapp in Führung.

Stuttgart schließlich, die Stadt zwischen Hängen und Reben, soll dem Verbrauch innerorts das nötige Profil geben. Den Heimvorteil des Porsche kontert der Toyota mit der Begabung, alle Gefälle mit schlummerndem Benzinmotor, aber intensiver Aufladung der Batterien zu erleben.

In beiden Autos genießen Fahrer und Passagier den Frühling bei recht warmen Temperaturen. Denn die Klimaanlagen bleiben ausgeschaltet, weil sie unter solchen Bedingungen den Verbrauch um mehr als zwei Liter auf 100 km in die Höhe treiben können.

Nach 77 wohltemperierten Kilometern, frei von Schaltarbeit und stiller Andacht vor fast ebenso vielen roten Ampeln, liefert der Prius das überzeugendste Argument fürs Hybrid-Prinzip: Bei einem Schnitt von 27 km/h hat er zwar fast drei Stunden für die Distanz gebraucht, aber nur 5,1 Liter pro 100 km, während der Carrera hier 13,1 Liter benötigte.

Auf dem Heimweg nach Köln sollen 128 Kilometer auf relativ ruhiger Autobahn die letzte Entscheidung bei freier Fahrt bringen. So darf der Prius nun mit 180 km/h das Reisetempo vorgeben.

Ein respektabler Durchschnitt von 139 km/h kommt so zustande und ein Beweis für die Theorie, dass die Verbrauchsvort

Tags:
Zmarta Autokredit
Autokredit

Jetzt den günstigsten Autokredit finden

Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.