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Mercedes Carlsson CLS CM50 K

Gegenspieler mit Stil

Wenn zwei das Gleiche tunen, muss nicht immer dasselbe dabei herauskommen. Carlsson zeigt mit seinem 430 PS starken CLS CM50 K eine Alternative zum AMG CLS 55 auf, die sich durch ihre kraftvolle Eleganz auszeichnet

Eckdaten
PS-kW430 PS (316 kW)
AntriebHeckantrieb, 7 Gang Automatik
0-100 km/h5.20 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit293 km/h
Preis102.217,00 €

Schnellboot statt Linienschiff: Mercedes-Veredler Carlsson beschreitet gerne eigene Wege. Da einem AMG-Mercedes aus der Sicht wahrer Individualisten fast schon wieder der Geruch von Massenware anhängt, bietet das Traditionsunternehmen der Brüder Rolf und Andreas Hartge auch für den neuen Mercedes CLS eine eigenständige Lösung an – eine mit besonderem Charme. Im Gegensatz zum CLS 55 des Werkstuners erkoren die Saarländer den 5,0-Liter-V8 des CLS 500 zur Basis und ergänzten das Aggregat um ein eigenständiges Kompressor-System, das Carlsson in Kooperation mit dem Spezialisten Ogura entwickelt hat und dessen Funktionsprinzip einst von Felix Wankel erfunden wurde. Vorteile: Es lässt sich nicht nur einfach installieren, ohne dass der Motor zerlegt werden müsste, sondern erzeugt bereits bei geringen Drehzahlen mächtig Druck. In der Praxis spricht der 430 PS starke CM50 K bereits bei niedrigsten Touren so spontan auf Gaspedalbewegungen an, als würde er die Gedanken seines Fahrers lesen. Vibrationsarm und kraftvoll sowie mit einem starken Klang gesegnet, dreht der zwangsbeatmete Achtzylinder blitzschnell hoch. Die Fahrleistungen der coupéhaften Limousine liegen auf Sportwagenniveau: 5,2 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h können sich für eine Limousine, die gut 1,8 Tonnen wiegt, sehen lassen. Kein Wunder, denn der CM50 K stellt zwischen 2800 und 4000 Umdrehungen konstant 650 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Auf der Autobahn gleitet der Schönling seinem Ziel mit bis zu 293 km/h entgegen, versprechen die Spezialisten aus Merzig. Der Begriff "Gleiten" darf durchaus wörtlich genommen werden: Trotz der imposanten und besonders leichten 20-Zoll-Schmiederäder mit ultraflachen Niederquerschnitts-Pneus von Dunlop überrascht der CLS CM50 K mit einem beeindruckenden Abrollkomfort. Nicht einmal Längsrillen können die extremen Breitreifen aus der Spur locken, Abrollgeräusche dringen nur dezent bis in den Innenraum. Dabei will die Luftfederung, von der hausintern entwickelten Steuerelektronik C-Tronic geregelt, ihren fahrdynamischen Anspruch gar nicht verleugnen: Willig folgt der Carlsson Lenkbefehlen aller Art und hinterlässt einen handlichen Eindruck. Widrige Beschaffenheiten der Straßenoberfläche werden dennoch so gekonnt eliminiert, wie es zum eleganten Gesamteindruck des Mobils passt. Der gediegenen Form des unkonventionellen CLS entspricht auch die Bugschürze, die die Designer von Carlsson praktisch auf Maß geschneidert haben. Sie sieht nicht nur gut aus, sondern optimiert dank eines vergrößerten zentralen Lufteinlasses die Kühlung des Motors und der Bremsen. Auch im Interieur geht es mit gestepptem Leder und dunklen, an Klavierlack erinnernden Applikationen geschmackvoll weiter. Exklusivität hat ihren Preis: Im Vergleich mit dem etwas leistungsstärkeren AMG CLS 55 bietet die dezentere Alternative von Carlsson keinen Preisvorteil: 102 217 Euro kostet der CM50 K – rund 6000 Euro mehr als der AMG.

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Mercedes CLS Carlsson CM50 K

PS/KW 430/316

0-100 km/h in 5.20s

Heckantrieb, 7 Gang Automatik

Spitze 293 km/h

Preis 102.217,00 €