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Lorinser CLS K50S

Ein Sturm zieht auf

Mercedes-Tuner Lorinser setzt dem CLS 500 eine Windmaschine zwischen die Zylinderbänke: Der Radialverdichter bläst stürmische 420 PS durch die Brennräume des Achtzylinders.

Eckdaten
PS-kW420 PS (309 kW)
AntriebHeckantrieb, 7 Gang Automatik
0-100 km/h5.30 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit285 km/h
Preis96.844,00 €

Die Ampel springt auf Grün. Der rechte Fuß tritt das Gaspedal bis auf das Bodenblech nieder. Hemmungslos verzahnen die 275er Hinterräder des K50S ihr Profil mit dem Asphalt. Bei jedem Gangwechsel der Siebenstufen- Automatik flackert die Kontrollleuchte der elektronischen Stabilitätskontrolle, in die auch die Antriebsschlupfregelung integriert ist, kurz auf. Die Räder haben also Mühe, die 420 PS in Vortrieb umzusetzen. Das Hämmern des unter Druck gesetzten Achtzylinders und das Grollen der durch die am Testwagen montierte Export-Auspuffanlage entweichenden Abgase treiben den Insassen wohlige Schauer über den Rücken. Passanten, an denen der K50S vorbeidonnert, stecken vor Schreck schon mal die Finger in die Ohren.

Für Fahrer und Zaungäste wird jeder Ampelstart zum Spektakel. Damit der Auftritt so fulminant gelingt, spielt Lorinser Wettergott: Eine zwischen den Zylinderbänken montierte Windmaschine in Form eines mechanisch angetrieben Radialverdichters drückt die Luft zunächst durch einen Ladeluftkühler und dann in die Brennräume des Fünfliter-Achtzylinders. Zusammen mit einem neuen Motormanagement und weiteren Maßnahmen sorgt das für zusätzliche 114 PS. Jeder Gasbefehl erzeugt Orkanböen, die den CLS auf bis zu 285 Stundenkilometer treiben. Aus dem Stand schießt der Lorinser in 5,3 Sekunden auf Tempo 100; bereits nach 17,8 Sekunden erreicht der schwarze Donnerkeil die 200 Stundenkilometer.

Dagegen wirkt der serienmäßige 500er (0 bis 100 in 6,3, 0 bis 200 in 24,3 Sekunden) wie ein laues Lüftchen. Vielmehr bemüht sich der K50S, mit ähnlicher Intensität übers Land zu fegen wie der CLS 55 AMG (0 bis 100 in 4,7 und 0 bis 200 in 14,6 Sekunden). Dass dabei keine Flurschäden zu befürchten sind, dafür sorgt das sichere und handliche Fahrverhalten des tiefergelegten Lorinser. Dessen Luftfederungs-Fahrwerk und adaptive Dämpfer sind gegenüber dem CLS 500 deutlich straffer abgestimmt. Ein ausreichendes Maß an Restkomfort bleibt jedoch erhalten, sodass es sich mit dem K50S auch angenehm durch die Stadt zur nächsten Ampel bummeln lässt. Dort holt der getunte Mercedes dann wieder tief Luft und wartet auf Grün.

Michael Godde

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Mercedes CLS Lorinser K50S

PS/KW 420/309

0-100 km/h in 5.30s

Heckantrieb, 7 Gang Automatik

Spitze 285 km/h

Preis 96.844,00 €