Connectivity: Aktuelle Trends zur Smartphone-Vernetzung Gut verlinkt

29.07.2014

Kommunikation, Information und Entertainment spielen im Auto eine immer größere Rolle. Neue Technik für die Smartphone-Integration soll die Anbindung verbessern

Auch Fahrzeuglenker zieht es auf die Datenautobahn. Verständlich, denn die vielen Annehmlichkeiten, die sich via Smartphone in unseren Alltag eingeschlichen haben, wollen die meisten Autofahrer auch unterwegs nicht missen.

 

Connectivity: Aktuelle Trends zur Smartphone-Vernetzung

Doch das ist nicht ganz risikolos: Apps verführen mit ihren vielen interessanten Informationen immer wieder zum Blick aufs Handydisplay und erfordern so – oft im falschen Augenblick – die Aufmerksamkeit des Fahrers, was nicht immer ohne Folgen bleibt. Appelle an die Vernunft oder Verbote mit Strafandrohungen bringen da wenig. Weit besser sind technische Helfer, die den Fahrer entlasten und Gefahren vermeiden helfen.

Autohersteller und Zulieferer reagieren mit recht unterschiedlichen Lösungen. Die bekannteste heißt MirrorLink – ein Standard, mit dem sich Android-Smartphones komfortabel im Auto nutzen lassen. Dazu wird das Handy einfach via Mini-USB-Stecker angedockt. Auf dem Bildschirm in der Mittelkonsole „spiegelt“ sich dann die Benutzeroberfläche des Telefons.

Die vom Smartphone bekannten Apps werden wesentlich größer auf dem Fahrzeug-Monitor dargestellt und lassen sich wie gewohnt per Finger-Tipp aktivieren. Um die Ablenkungsgefahr zu verringern, werden bei laufendem Motor nur fahrunterstützende Funktionen freigegeben. MirrorLink nutzt die Speicher- und Prozessortechnik des Smartphones. Die zusätzliche Elektronik im Cockpit verbessert lediglich das Telefonieren per Mikrofon und Lautsprecher, die Bedienung und die Anzeige.

Recht preiswert ermöglicht diesen Komfort ein MirrorLink-Radio, mit dem man nicht nur navigieren und kommunizieren, sondern auch Blitzer- und Verkehrsdaten abrufen kann. Die günstigsten Geräte liegen derzeit bei 300 Euro. Eventuelle Zusatzkosten lassen sich über den Mobilfunkanbieter abrechnen. Ein Wermutstropfen: Nicht alle Android-Telefone verfügen über einen MirrorLink-tauglichen Prozessor. Hier hilft nur ein Blick in die Bedienungsanleitung oder auf die Herstellerseite im Web.

Mit CarPlay hat Apple ein stimmiges Pendant für die iPhone-Welt geschaffen. Auch hier landet die bekannte Bedienoberfläche samt Apps auf dem Fahrzeugdisplay. Alle Funktionen lassen sich ähnlich wie auf dem mobilen Gerät bedienen. Allerdings wird das iPhone tiefer in das Infotainment-System und die Autoelektronik integriert. Die Eingabe fast aller Befehle ist auch mit der – extra überarbeiteten – Sprachsteuerung Siri möglich, was weniger vom Verkehrsgeschehen ablenken soll. Die Auswahl an geeigneten Apps lässt derzeit aber noch zu wünschen übrig.

Neben der üblichen Fahrerunterstützung mit Navigation, Staumeldungen in Echtzeit, Nachrichten und Freisprechfunktion liest Car-Play auch SMS vor und ermöglicht die Nutzung von Webradio-Sendern oder Musik-Streamingdiensten wie Spotify. Hinzu kommt, dass Apple zum Projektstart nur mit wenigen Partnern wie Mercedes, Hyundai, Volvo und Ferrari zusammenarbeitet, weitere sollen folgen. Pioneer hat ein CarPlay-Radio zum Nachrüsten angekündigt.

Eine systemübergreifende Smartphone-Integration namens MySPIN, die Android- und Apple-Geräte unterstützt, stellte kürzlich Bosch vor. Noch im Sommer soll die Elektronik erhältlich sein – zunächst für Modelle von Jaguar und Land Rover. In Kombination mit dem schnellen Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) werden die neuen Lösungen die Nachfrage nach Apps und Internetdiensten fürs Auto beschleunigen.

Holger Ippen

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