Toyota Aygo (2.Generation) im Einzeltest City-Style in X-Small

10.09.2014

Der Toyota Aygo ist zwar einen Hauch kürzer als seine Technik-Klone Peugeot 108 und Citroën C1, aber gleich groß. Der City-Flitzer im Test

Die neue zweite Generation des Toyota-City-Flitzers Aygo wirkt erwachsener und auch verspielter als der Vorgänger. Und in Relation zu den weitgehend baugleichen Modellen Peugeot 108 sowie Citroën C1 des Entwicklungspartners PSA gelingt dem Aygo mit seiner markanten Frontmaske zudem der eigenständigste Auftritt. Aber wie steht es um seine inneren Werte?

Auf dem Papier ergeben sich zunächst einmal nur marginale Abweichungen zu den Kollegen von Citroën und Peugeot. Zwar haben alle drei denselben Radstand, doch der Toyota ist mit 3455 Millimetern einen Zentimeter kürzer als der C1 und misst sogar zwei Zentimeter weniger als der 108 – ohne im Innenraum auch nur um einen Deut kleiner zu sein. Vielmehr überzeugt auch der Mini-Toyota mit einem beachtlich luftigen Raumangebot auf den vorderen Plätzen.

Beinraum und Kopffreiheit genügen selbst für zwei Meter lange Hünen, die sich zudem über eine respektable Innenbreite von 1370 mm freuen. Doch Großgewachsene hadern leicht mit der Position des griffigen Lenkrads, das sich zwar ein wenig in der Höhe justieren lässt, aber nicht in der Tiefe. Auf der Rückbank geht es dafür umso knapper zu: Trotz der zusätzlichen Türen (350 Euro) des Testwagens ist der Einstieg für Erwachsene mühsam, Knieraum, Kopf- und Ellenbogenfreiheit im Fond fallen beengt aus. Für Kinder und Kurzstrecken reicht es aber.

Passend zu den Raumverhältnissen sitzt man vorn auf recht komfortablen Polstern, die ausreichend Seitenhalt bieten und sogar eine unerwartet großzügige Beinauflage vorweisen. Und hinten? Dort möchte man lieber nicht zu lange verweilen, zumal sich die Seitenscheiben nur aufstellen, aber nicht versenken lassen. Wie gesagt: nur für kurze Fahrten zumutbar. Mehr Spaß hat sicherlich, wer hinterm Lenkrad sitzt.

Denn anders als der prinzipiell identisch motorisierte Peugeot 108-Testwagen, den wir kürzlich gemessen haben marschiert dieser Toyota mit 69 PS ausgesprochen munter draufl os: Der Sprint von null auf 100 km/h dauert exakt 13 Sekunden – womit der Japaner 1,2 Sekunden flotter spurtet als die Werksangabe verspricht.

 

TATKRÄFTIGER DREIZYLINDER

Während wir dem gleichstarken Peugeot angekreidet haben, dass er im unteren Drehzahlbereich verhalten ans Werk geht, packt der baugleiche Einliter-Dreizylinder im Aygo bereits tatkräftig zu. Steigende Drehzahlen sorgen hauptsächlich für mehr Geräusch. Der quirlige Stadtfloh lässt sich indes bereits mit weniger als 2000 Touren flott durch das Verkehrsgetümmel bewegen. Konsequenterweise rät die Schaltempfehlung selbst bei Vollgas spätestens ab 3000 Umdrehung zum nächsthöheren Gang.

Das manuelle Fünfgang-Getriebe ist passend abgestuft, aber recht knorpelig zu schalten. Im Gegensatz zum erwähnten Peugeot und zur Eco-Version des Aygo sind die Gänge vier und fünf etwas kürzer übersetzt. Das erhöht den EU-Verbrauch von 3,8 auf durchschnittlich 4,1 Liter, verbessert aber die Elastizität  spürbar.

Auch ohne Start-Stopp-System und auf optionalen 16-Zoll-Reifen begnügte sich der Toyota im Test mit 5,6 Litern je 100 Kilometer. Wer jedoch auf Autobahnfahrten mit mehr als 130 km/h verzichtet, kommt auch mit weniger Treibstoff über die Runden. Außerdem ist bei maximal 160 km/h ohnehin Schluss. Außerdem schwillt das Geräuschniveau bei höherem Tempo stark an. Innerorts und auf der Landstraße klingt der Dreizylinder zwar kernig, aber nicht ungebührlich laut. Auch Abroll- und Windgeräusche sind dann erträglich. Der gebotene Abrollkomfort hingegen sorgt mitunter schon bei langsamer Fahrt für Verdruss.

Querfugen und größere Schäden in der Fahrbahndecke sowie eine erhöhte Zuladung lassen die Federelemente rasch überfordert wirken. Das können die Konkurrenten in dieser Klasse teilweise erheblich besser. Dafür präsentiert sich der Bonsai-Toyota ausgesprochen behände: Der mäßige Geradeauslauf sowie das synthetische Lenkgefühl lassen kaum vermuten, wie agil, präzise und entschlossen sich der Aygo um die Ecken zirkeln lässt.

Bei deaktiviertem VSC (ESP) dreht sich das Heck nach Lastwechseln sogar sportiv in die Kurve ein, ohne dass der Wagen dadurch unsicher würde. Vielmehr weckt das Fahrverhalten ein hohes Maß an Vertrauen, sodass man mit dem Toyota herrlich unbekümmert durch den Großstadtdschungel wuseln sowie energiegeladen von Spur zu Spur hopsen kann. Auch wenn der Wendekreis mit 10,8 Metern überraschend groß ausfällt, gelingt das Einparken kinderleicht.

Zumal gegen Aufpreis eine Einparkhilfe und eine Rückfahrkamera verfügbar sind. Serienmäßig tritt das City-Car mit sechs Airbags und Isofix-Befestigungspunkten, Bordcomputer sowie Reifendruckkontrolle an. Annehmlichkeiten wie CD-Radio, Zentralverriegelung, Fahrersitz-Höheneinstellung, Klimaanlage und elektrische Fensterheber vorn  gibt es aber erst ab der Ausstattung x-play, die 1575 Euro mehr kostet.

Unser Fazit

Pfiffiger City-Flitzer mit munterem Motor und fetzigem Fahrwerk. Komfort ist aber keine Stärke des neuen Toyota Aygo

Martin Urbanke

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 94,99
Sie sparen: 29,00 EUR (23%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 23,79 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.