Toyota Mirai: Brennstoffzellenauto im Fahrbericht Hier fährt die Zukunft

17.04.2015

Der Toyota Mirai kommt im Herbst nach Deutschland – wir sind das Brennstoffzellenauto bereits gefahren. Fahrbericht

Sein Name ist Programm: Mirai heißt übersetzt Zukunft, und dort sieht Toyota das Brennstoffzellenauto – und nicht etwa das Elektroauto. Letzteres tauge allenfalls für den Einsatz in der Stadt. Um größerer Reichweiten zu erzielen, würde die dafür benötigte Batteriekapazität so stark zunehmen, dass ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug die bessere Lösung sei. So zumindest die Ansicht der Japaner, ein Hersteller wie Tesla sieht das natürlich gänzlich anders. Welches Konzept sich letzten Endes durchsetzen wird oder ob es eine friedliche Koexistenz wie beispielsweise heute von Diesel und Benzinern geben kann, das weiß derzeit keiner und wird erst die Zukunft zeigen.

 

Toyota Mirai: Brennstoffzellen-Auto im Fahrbericht

In Japan ist der Mirai bereits erhältlich und dort ein überraschend großer Erfolg. Die Jahresproduktion war bereits innerhalb eines Monats verkauft, die zu Beginn allerdings lediglich bei 700 Fahrzeugen lag. Bis 2017 soll sie auf immerhin 3000 Exemplare pro Jahr angehoben werden. Ein Grund für die große Nachfrage in Japan ist die hohe staatliche Förderung von umgerechnet 14.000 Euro.

Die fällt in Deutschland, wo der Mirai ab Herbst ebenfalls erhältlich sein wird, allerdings weg. Basis für die Leasingrate soll deshalb ein Preis von 78.540 Euro sein. Eine stattliche Summe, keine Frage, doch die rechtfertigt nicht nur die immer noch sehr teure Brennstoffzellentechnik, sondern auch die sehr umfangreiche Serienausstattung. Die knapp 4,90 Meter lange Limousine ist opulent ausgestattet. Ob Ledersitze samt Sitzheizung vorn und hinten, Klimaautomatik, Navigationssystem oder LED-Scheinwerfer – alles ist schon ab Werk an Bord.

Hinwegsehen muss man beim Toyota Mirai nicht nur über den hohen Preis, auch das Design ist für europäische Augen – sagen wir einmal – gewöhnungsbedürftig. Zum einen wollen die Japaner mit der extrovertierten Designsprache auf den ersten Blick signalisieren, dass es sich um ein andersartiges Auto handelt. Zum anderen haben beispielsweise die riesigen Lufteinlässe in der Frontschürze eine wichtige Funktion: Sie sorgen dafür, dass der Brennstoffzelle genügend Luft zugeführt wird.

Und auf die Zelle sind die Toyota-Entwickler ganz besonders stolz. Mit einer spezifischen Leistung von 3,1 kW pro Liter Bauvolumen hält sie derzeit die Bestmarke in puncto Effizienz. Der Wasserstoff, der mit dem in der Umgebungsluft enthaltenen Sauerstoff reagiert, wird in zwei insgesamt 122 Liter großen Tanks aus CfK gespeichert, die vor und hinter der Hinterachse sitzen und fünf Kilogramm Wasserstoff bei 700 bar fassen. Diese Menge soll laut Toyota für eine Reichweite von etwa 480 Kilometern genügen.

Das konnten wir bei unserer ersten Fahrt natürlich nicht überprüfen, aufschlussreich war der Erstkontakt dennoch: Trotz des hohen Gewichts von 1850 Kilogramm legt der Mirai dank des 154 PS (113 kW) starken E-Antriebs energisch los. Kein Wunder in Anbetracht von 335 Nm, die der Asynchronmotor aus dem Stand liefert. Nach anfänglichem Elan lässt der Vorwärtsdrang bei höheren Geschwindigkeiten spürbar nach, die Höchstgeschwindigkeit soll dennoch bei beachtlichen 178 km/h liegen. Und obwohl die Limousine mit zwei Mann an Bord rund zwei Tonnen auf die Waage bringt, fühlt sie sich überraschend agil an. Mitverantwortlich dafür ist auch der Schwerpunkt, der durch die tief im Fahrzeugboden angeordneten Antriebskomponenten tiefer liegt als bei den meisten konventionellen Autos.

Gleichzeitig überzeugt der gebotene Fahrkomfort des Mirai. Abgesehen von einem leichten Säuseln unter Volllast ist vom Antrieb kaum etwas zu hören, auch Motorvibrationen, die das Wohlgefühl der Insassen mindern könnten, sind für den Japaner ein Fremdwort. Im Innern finden die Passagiere auf bequemen Ledersitzen – mit Ausnahme der eingeschränkten Kopffreiheit im Fond – gute Platzverhältnisse vor. Das Cockpit mit den mittig angeordneten Displays und den berührungsempfindlichen Tasten auf der Mittelkonsole sieht mindestens ebenso futuristisch aus wie die Karosserie – beim Mirai ist der Name auch in diesem Punkt Programm.

Unser Fazit

Der Toyota Mirai hinterlässt einen übrzeugenden Eindruck, die Technik haben die Japaner im Griff. Größtes Hinder-nis bleibt bei dem hohen Fahrzeugpreis die nur rudimentär vorhandene Infrastruktur: Derzeit gibt es hierzulande gerade mal 16 Wasserstofftankstellen.

Alexander Lidl

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