Kompakte Hybrid-Modelle: Auris und Insight im Vergleichstest Toyota Auris Hybrid und Honda Insight

26.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Honda und Toyota sind die Pioniere der Hybridtechnologie. Die Antriebstechnik des Toyota Prius kommt nun auch im neuen Auris zum Einsatz. Kann sich der erste Volks-Hybrid im Vergleich gegen den Honda Insight behaupten?

Die Automobilwelt ist in Aufruhr. Der Grund: Es bahnt sich ein gewaltiger Umbruch an. Weg vom Verbrennungsmotor, hin zum Elektroauto. Doch bis diese in großer Stückzahl auf unseren Straßen rollen, werden noch einige Jahre vergehen. Solange bilden Hybridfahrzeuge die Brücke ins Strom-Zeitalter. Der japanische Autogigant Toyota nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein und bietet nach dem Prius mit dem brandneuen Auris Hybrid bereits den zweiten Voll-Hybriden in der verkaufsträchtigen Kompaktklasse an. Dort trifft er auf den Honda Insight, der als Mild-Hybrid ebenfalls mit niedrigen Verbrauchswerten aufwarten soll und dank einfacherer Technik zudem deutlich günstiger ist. Der Vergleichstest zeigt, welcher der beiden Japaner das überzeugendere Konzept bietet.

 

Karosserie

Der Honda Insight bietet eine windschlüpfige Karosserie, die Vorteile in puncto Luftwiderstand offeriert, aber Einbußen beim Raumangebot zur Folge hat. Aufgrund der stark abfallenden Dachlinie nehmen im Fond bereits Personen ab 1,80 Meter Körpergröße Kontakt mit dem Dachhimmel auf, zudem erschwert eine Querstrebe im Heckfenster den Blick nach hinten. Da haben es die Passagiere im Auris deutlich besser. Vor allem in der zweiten Reihe geht es hier spürbar luftiger zu. Auch hinterlassen die verwendeten Materialien im Innenraum einen hochwertigeren Eindruck, während im Insight ausschließlich Hartplastik zum Einsatz kommt.

KarosserieMax. PunkteToyota Auris HybridHonda Insight
Raumangebot vorn1006862
Raumangebot hinten1005648
Übersichtlichkeit703634
Bedienung/ Funktion1008578
Kofferraumvolumen1002533
Variabilität1002525
Zuladung/ Anhängelast801315
Sicherheit1507870
Qualität/ Verarbeitung200176168
Kapitelbewertung1000562533

 

Fahrkomfort

Der deutliche Punktevorsprung des Pariser Autosalon 2010: Eco- und Hybrid-Autos in diesem Kapitel fußt vor allem auf den besseren Federungseigenschaften. Unebenheiten, die der Insight direkt und mitunter auch polternd an die Insassen weitergibt, verarbeitet das Toyota-Fahrwerk spürbar geschmeidiger. Zusätzlich punktet der Auris mit einer angenehmeren und niedrigeren Geräuschkulisse.

FahrkomfortMax. PunkteToyota Auris HybridHonda Insight
Sitzkomfort vorn150112109
Sitzkomfort hinten1007060
Ergonomie150123120
Innengeräusche503528
Geräuscheindruck1006861
Klimatisierung503233
Federung leer200128118
Federung beladen200130112
Kapitelbewertung1000698641

 

Motor und Getriebe

Während es sich beim Auris um einen leistungsverzweigten Hybrid handelt, spricht man im Fall des Insight von einem Parallel-Hybrid. Dieser kann im Gegensatz zum Toyota nicht rein elektrisch anfahren. Erst in Fahrt und nur bei sanfter Beschleunigung gelingt es dem lediglich 14 PS starken Elektromotor, den Insight allein anzutreiben. Der Synchronmotor des Toyota ist spürbar stärker und leistet 82 PS. Im Elektro-Modus kann er dabei bis zu zwei Kilometer ohne Unterstützung des Benziners fahren – allerdings höchstens 50 km/h schnell und nur bei zurückhaltender Fahrweise.

Im alltäglichen Betrieb hinterlässt die 136 PS starke Antriebseinheit im Toyota Auris einen überzeugenderen Eindruck. Die Übergänge der verschiedenen Betriebsarten erfolgen vom Fahrer fast unbemerkt, zudem wirkt der 1,8-Liter-Benziner unangestrengter als der schwachbrüstige 1,3-Liter-Ottomotor im Honda (Systemleistung 98 PS), der bei zügiger Gangart hohe Drehzahlen benötigt und unangenehm laut wird. Auf der Verbrauchsfahrt können die beiden Japaner die Herstellerangaben nicht erreichen und verfehlen diese deutlich. Am Ende stehen 6,4 l/100 km für den Insight sowie ein Wert von 5,8 l/100 km für den Auris. Wieder einmal zeigt sich, dass der Stadtverkehr das bevorzugte Einsatzgebiet dieser Fahrzeug-Gattung ist, flotte Autobahnfahrten den Verbrauch dagegen stark ansteigen lassen.

Seltsames Detail am Rande: Das Start-Stopp-System des Honda schaltet den Motor nur in unregelmäßigen Abständen ab und verweigert sogar vollständig die Arbeit, wenn das Gebläse auf die Windschutzscheibe gerichtet ist. Bei den Fahrleistungen liegen beide eng zusammen. Tempo 100 erreicht der Honda in 12,9 Sekunden, der Auris fünf Zehntel früher. Damit liegt der Toyota eine Sekunde über der Werksangabe.

Motor und GetriebeMax. PunkteToyota Auris HybridHonda Insight
Beschleunigung1508480
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1503840
Getriebeabstufung1008572
Kraftentfaltung503326
Laufkultur1006859
Verbrauch325272260
Reichweite251911
Kapitelbewertung1000599548

 

Fahrdynamik

Klar, Hybridautos sind nicht für die Rennstrecke gebaut. Kurze Bremswege und ein sicheres Fahrverhalten müssen aber auch sie an den Tag legen. Von Letzterem kann man beim Insight nur teilweise sprechen. Bei abgeschaltetem ESP neigt er nämlich zu heftigen Lastwechselreaktionen, die unvermittelt in einem Dreher enden können. Ist der elektronische Schutzengel aktiviert, bereitet das frühzeitig untersteuernde Fahrverhalten keine Probleme.

Der Galerie: Vier-Liter-Auris gibt sich da eine Spur agiler, was neben der 17-Zoll-Bereifung auch auf das serienmäßige Sportfahrwerk zurückzuführen ist. Dafür lässt sich die standfeste Bremsanlage des Toyota nicht so genau dosieren, da die Hydraulik-Bremse zusammen mit dem Elektromotor für die Verzögerung sorgt. Der Bremsweg liegt kalt wie warm bei guten 35,6 Metern. Der Honda kommt mit kalten Stoppern 1,7 Meter später zum Stehen, nach der zehnten Notbremsung zeigt das Messgerät einen Durchschnittswert von 35,9 Metern an.

FahrdynamikMax. PunkteToyota Auris HybridHonda Insight
Handling1503828
Slalom1006454
Lenkung1007068
Geradeauslauf504035
Bremsdosierung301318
Bremsweg kalt1509477
Bremsweg warm1509491
Traktion1004240
Fahrsicherheit150130118
Wendekreis201214
Kapitelbewertung1000597543

 

Umwelt und Kosten

Hier kann der dank des 3000 Euro niedrigeren Grundpreises seinen einzigen Kapitelsieg einfahren. Allerdings hat die Aufpreispolitik zur Folge, dass einige Features erst ab einer höheren und somit teureren Ausstattungslinie erhältlich oder serienmäßig sind. Ein CD-Radio gibt es zum Beispiel erst ab der Comfort-Linie – unverständlich. Der besser ausstaffi erte Auris kommt bei Werkstattkosten und Steuer etwas teurer, im Gegenzug fallen dafür die Kraftstoffkosten geringer aus.

Kosten/UmweltMax. PunkteToyota Auris HybridHonda Insight
Bewerteter Preis675233259
Wertverlust502527
Ausstattung252010
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502525
Werkstattkosten201515
Steuer101010
Versicherung403232
Kraftstoff554442
Emissionswerte259294
Kapitelbewertung1000496514

 

Fazit

Den Vergleich zwischen den beiden japanischen Hybriden entscheidet der Toyota Auris klar für sich. Er verfügt über die technisch aufwändigere, harmonischere Antriebseinheit. Zudem bietet er bessere Komfortund Fahreigenschaften. Der Honda Insight führt als größten Trumpf seinen niedrigeren Grundpreis an. Beiden gemein ist der überraschend hohe Verbrauch, der erneut die Grenzen des Hybridantriebs in der Kompaktklasse aufzeigt.

Gesamtbewertung

Max. PunkteToyota Auris HybridHonda Insight
Summe500029522779
Platzierung12

Tags:
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