Reportage: Mit dem Toyota Auris Hybrid Touring Sports durch Berlin Ständig unter Strom

23.06.2015

Von Spandau bis Köpenick, zwischen Ost und West: Wenn die Sonne untergeht, werden die Straßen Berlins langsam etwas stiller. Zeit für eine Stadtrundfahrt auf leisen Sohlen im Toyota Auris Touring Sports Hybrid

Später Sommernachmittag zwischen Spandau und Charlottenburg. Der weiße Toyota Auris Hybrid schnürt im dichten Stadteinwärtsverkehr aus dem grünen Gürtel im Westen der deutschen Hauptstadt in Richtung Berlin-Mitte. Die Sonne steht bereits tief, blitzt golden durch die Baumkronen entlang der Alleen. Bereits jetzt ist klar: Der Auris Hybrid scheint den Rhythmus der Stadt irgendwie inhaliert zu haben, das Duo aus EMotor und Verbrennungsmaschine schubst den Toyota mit großer Gelassenheit durch die anund abschwellende Auto-Welle. Mit schnurrendem 1,8-Liter-Benzinmotor hält er das Tempo im Mahlstrom der mehrspurigen Straße, kleine Zwischenspurts, um Lücken im Verkehr auszunutzen, erledigt er allein mit dem kräftigen Zusatzschub des 82 PS starken E-Motors und dessen nachdrücklichem Drehmoment von nahezu 210 Newtonmetern. Ein sanfter Tritt aufs Gaspedal, und schon zieht es den Auris unwiderstehlich nach vorn.

Dass sich das Motorgeräusch des dabei ruhig und gleichförmig weiterlaufenden 99-PS-Benziners kaum verändert, ist Gewöhnungssache – wie so vieles an diesem mit Hightech prall gefüllten und gleichzeitig so zurückhaltenden Kompaktklasse-Helden. Andere Autos mögen ihre Reize mit viel mehr Getöse vertreten, der Auris Hybrid setzt dagegen auf Substanz statt Gorilla-Brustgetrommel.

Und mit diesem Charakter passt der Auris nach Berlin wie die Faust aufs Auge: Die Hauptstädter scheinen mit einem Verachtungs-Filter für aufdringliches Imponiergehabe ausgestattet zu sein. Wenn der Hybrid-Kombi aber flüsterleise an Fußgängerampeln zum Stehen kommt oder im rein elektrischen Fahrbetrieb sanft summend übers Kopfsteinpfl aster der Nebenstraßen am Prenzlauer Berg rollt, drehen sich plötzlich die Köpfe.

 

der emOtiOnALe reiZ deS AuriS hybrid LieGt in Seiner techniK

Aber der smarte, technische Toyota taut nicht nur die Coolness der Berliner an, inzwischen hat er auch uns gewonnen: Die Art und Weise, wie dieser Hybrid-Antrieb den geräumigen Kombi flüssig, energisch und mit ingeniösem Feinschliff vorantreibt, holt selbst brummige Skeptiker ab. Bereits eine rudimentäre Grundausstattung an Technik-Faszination reicht aus, um dem versierten Pulsieren des Antriebs, dem geschmeidigen Zusammenspiel von E-Motor und Verbrenner in ganz kleinen Häppchen zu verfallen.

Wer das Duo aufmerksam verfolgt, wird bald selbst die Nuancen der Lade- und Last-Zyklen entdecken. Für den Einstieg hilft es Hybrid-Neulingen allerdings, sich auf dem großen Multimedia- und Navigations-Monitor das Energiefluss-Diagramm anzeigen zu lassen: Mal wird der E-Motor zum fleißigen Generator und lädt die Batterie, im nächsten Augenblick kehrt sich der Energiefluss um und die prall gefüllte Batterie gibt den gespeicherten Strom wieder preis, um die E-Maschine unterstützend anzutreiben. Nur leichtes Gaslupfen reicht dann wenige Sekunden später wieder, und der Vierzylinder-Benziner schaltet sich völlig ab – jetzt rollt der Auris wie ein Windhauch dahin. Lediglich die „Ready“-Kontrolleuchte im Cockpit signalisiert die Einsatzbereitschaft des Verbrenners.

Als wir die Stadtmitte erreichen, hat der Verkehr stark abgenommen, die Gebäude des Regierungsviertels sind nun ins letzte Licht des Tages getaucht. Es macht den eigentümlichen Reiz Berlins aus, dass man aus der Dichte der gewachsenen Stadtviertel heraus plötzlich in der Weite landet. Auch fast 25 Jahre nach dem Fall der Mauer ist die Stadtmitte noch weit und offen. Der Auris hastet auf eine Ampel zu – Rot. Beim Druck aufs Bremspedal steht der Verbrennungsmotor bereits, den Hauptteil der Verzögerungsarbeit leistet nun der zum Dynamo gewandelte E-Motor, die Ladeanzeige geht auf Anschlag: maximale Ladeleistung. Erst auf den letzten Metern ist zu spüren, dass nun auch die Scheibenbremsen aktiviert sind. Summend kommt der weiße Toyota zum Stehen, das kaum hörbare Klacken von diversen Schaltrelais verleiht dem wartenden Hybrid-Wagen in solchen Momenten eine fast geheimnisvolle Aura: Irgendwo im Maschinenraum legt sich da die Technologie gewaltig ins Zeug, um minimalen Spritverbrauch und tiefenentspannte Nonchalance zu garantieren.

 

Ohne Stress im Auris Hybrid von Ost nach West

Wir drücken den EV-Knopf, je nach Akkuladung sind nun einige Kilometer im rein elektrischen Fahrbetrieb möglich. Nahezu geräuschlos federt der Auris von der Ampel weg und verschwindet in Richtung Ost-Berlin. Wir kurven übers Kopfsteinpflaster am Prenzlauer Berg, klappern die Kneipen in Friedrichshain und Kreuzberg ab – und schaffen es trotzdem nicht anzuhalten. Der Auris bewegt sich so unauffällig, souverän und federleicht, dass wir beinahe mit der Metropole verschmelzen. Wo andere Autos zum sperrigen, lästigen Hindernis bei der Entdeckung einer Stadt werden, scheint unser Auris Hybrid geradezu Tarnkappen-Qualitäten entwickelt zu haben.

Kaum jemand wird sich später an uns erinnern: nicht Gangster-Rapper Bushido, der in einem überlauten Testosteron-Monster an uns vorbeibrät, nicht Grünen-Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter, der ins Handy starrend aus einem Restaurant stolpert … Doch wir erinnern uns – an eine Stadt, durch deren Eingeweide wir unterwegs sind bis zum Morgengrauen, an ihre Geschichte und ständige Veränderung, prekär, aber sexy, irgendwann im Halbschlaf und trotzdem immer unter Strom. Als wir dann todmüde in eine Hotel-Tiefgarage huschen, ist nur das sanfte Schmatzen der Reifen zu hören. Reicht jetzt irgendwie auch.

Johannes Riegsinger

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