Top-Marken 2009 – Gewinner und Verlierer Gemischte Gefühle

07.01.2010

Der Abschwung auf dem Automark deutet sich an: Im Dezember 2009 wurde weniger Autos zugelassen als noch vor einem Jahr. Erfolgreich sind dagegen einige deutsche Hersteller in den USA

Detroit/Frankfurt/Main. Gespaltene Autowelt am Ende eines schwierigen Jahres: Während die Amerikaner nicht zuletzt dank satter Rabatte die Lust am Autokauf wiedergefunden haben, halten sich die Deutschen nach dem Auslaufen der Abwrackprämie zurück. Nach monatelangem Boom sind die Neuzulassungen in Deutschland im Dezember 2009 leicht gesunken. In Übersee dagegen konnten nahezu alle Hersteller nach einer langen Durststrecke satte Zuwachsraten verbuchen, gerade auch die deutschen Autobauer.

Volkswagen und die Konzerntochter Audi verkauften in den USA im Dezember 16 Prozent beziehungsweise 17 Prozent mehr Autos. Auch BMW und Mercedes konnten mit ihren Kernmarken jeweils um etwa ein Zehntel zulegen. Die Kleinwagen-Töchter Mini und Smart trübten jedoch das gute Gesamtbild mit teils drastischen Rückgängen. Porsche stagnierte im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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Von solchen Zahlen können die Hersteller hierzulande nur träumen: Nach den Angaben der Branchenverbände VDIK und VDA sanken die Neuzulassungen im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,7 Prozent auf 215.400 Autos. Nach dem staatlich geförderten Boom im abgelaufenen Jahr deutet sich damit schon im Dezember an, was Experten für 2010 vorhersagen: Ein rasanter Rückgang im Neuwagengeschäft. Allerdings war 2009 ein Rekordjahr in Deutschland.

Dank der Abwrackprämie sind so viele Autos verkauft worden wie seit 16 Jahren nicht mehr. Insgesamt wurden rund 3,8 Millionen Neuwagen auf die Straße gebracht – ein Plus von gut 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die im VDIK zusammengeschlossen Importeure erwarten für 2010, dass mit rund 2,8 Millionen Fahrzeugen eine Million Neuwagen weniger auf Deutschlands Straßen kommen werden als 2009. Die im VDA versammelten heimischen Hersteller gehen von 2,75 bis 3,0 Millionen aus.

“Es ist klar, dass die Krise nicht überwunden ist und 2010 ein sehr schwieriges Jahr wird”, sagte Autoexperte Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft. Ganz anders dagegen die Lage in den USA: Nachdem in der Krise das Schlimmste überstanden zu sein scheint und zudem die Preise im Keller sind, schlagen die Kunden dort wieder zu.

Ford und Toyota gelang sogar das Kunststück, im Dezember jeweils fast ein Drittel mehr Autos zu verkaufen. Allerdings waren die Verkäufe aller Hersteller im Vergleichsmonat wegen der Wirtschaftskrise schon rückläufig. Immer noch leichte Verluste mussten die beiden anderen großen US-Hersteller General Motors (GM) und Chrysler zum Jahresende verkraften.

Allerdings konnten die Sorgenkinder die Rückgänge eindämmen. GM büßte 6 Prozent ein, verkaufte aber mit fast 209.000 Stück immer noch die meisten Wagen in den Vereinigten Staaten. Dabei profitierte der Konzern vom Ausverkauf bei den aufgegebenen Marken Pontiac und Saturn, die Kunden mit stattlichen Rabatten gelockt hatten. Chrysler verlor um vier Prozent auf knapp 90.000 Fahrzeuge.

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Aufs Gesamtjahr gerechnet sieht der Rückgang der Verkäufe aber immer noch dramatisch aus, trotz der US-Abwrackprämie “Cash for Clunkers”. GM brachen knapp 30 Prozent der Bestellungen weg, bei Chrysler waren es 36 Prozent. Beide Autobauer waren nach jahrelanger Misswirtschaft in die Insolvenz gegangen, aus der sie nur Dutzende Steuermilliarden wieder befreiten. Ford hingegen büßte dank frühzeitiger Weichenstellungen durch den branchenfremden Chef Alan Mulally nur gut 15 Prozent ein. Da traf es sogar BMW, Mercedes und selbst Toyota schlimmer. Die Hoffnung aller Hersteller für 2010 liegt auf China und Indien.

Besonders für die deutschen Autobauer mit ihrem vergleichsweise kleinen Heimatmarkt ist ein Wiederanziehen des Exports dringend nötig. Im vergangenen Jahr brachen die deutschen Autoausfuhren um insgesamt 17 Prozent auf 3,4 Millionen Einheiten ein. Zuletzt sprangen die Exportmärkte aber wieder an. Nach VDA-Angaben wurden im Dezember mit rund 277.000 Einheiten 23 Prozent mehr Autos ausgeführt als im Vorjahresmonat. VDA-Präsident Matthias Wissmann bleibt optimistisch: “Wir erwarten, dass sich diese Entwicklung auch in den nächsten Monaten fortsetzen wird.” dpa

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