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SUV-Winterreifen

Zehn Winterreifen – speziell für SUV – in der populären Dimension 235/65 R 17 H müssen beweisen, was sie drauf haben. Nur die Pneus, die sowohl in Eis und Schnee als auch auf nasser und trockener Straße überzeugen, können am Ende gewinnen

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Fast alle SUV-Reifen tragen ein M+S-Symbol auf der Flanke, womit sie nominell für den Winterbetrieb taugen. Doch das ist falsch. In der Praxis eignen sich nur solche Pneus, die auch das Schneeflocken-Logo ziert, tatsächlich für den Einsatz in der kalten Jahreszeit. Selbst dann zeigen sich noch gewaltige Unterschiede von Profil zu Profil, wie unser Reifentest belegt. Erst ein griffiger Gummi mit harmonischen Gesamteigenschaften verhilft einem Allradauto wie dem Land Rover Freelander zu überlegenen Wintereigenschaften.

Zum Vergleich treten neben den etablierten Winter-Spezialisten von Bridgestone, Fulda, Good-year, Pirelli und Vredestein auch die letztes Jahr neu vorgestellten Profile von Continental und Dunlop sowie der brandneue Michelin an. Avon und Falken schicken jeweils einen besonders günstigen Pneu an den Start.

Traktion allein hilft nur wenig
Während für die Fahrer von Oberklasse-Limousinen mit Heckantrieb häufig das Thema Traktion zum kaufentscheidenden Argument wird, spielt die Zugkraft bei einem Offroader meist nur eine untergeordnete Rolle.

###PIC[240615]### Denn dank Allrad und Traktionskontrolle beißt sich der Freelander selbst mit den weniger griffigen Profilen wacker durch und erklimmt verschneite Hügel. Die clevere Antriebssteuerung Terrain Response erleichtert im Winter-Modus zudem das Anfahren an rutschigen Steigungen. Wer jedoch einen Anhänger ziehen muss oder nicht nur im Urlaub Pass-Straßen befahren will, wird die enorm hohe Zugkraft des Dunlop zu schätzen wissen.

###PIC[240616]### Ein gutes Bremsvermögen ist jedoch meistens weit wichtiger. Denn bergab spielt die Antriebstechnik keine Rolle, zumal das höhere Gewicht der Sport Utility Vehicles zusätzlich drückt. Auch wenn die Ergebnisse im Bremstest erfreulich dicht beisammen liegen, gebührt doch dem Avon Ranger Ice ein besonderes Lob für den kürzesten Bremsweg aus 50 km/h - gefolgt vom Dunlop.

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Und weil es in der Regel nicht nur geradeaus geht, müssen sich die Reifen auch auf einem verschneiten Handling-Rundkurs bewähren und zeigen, wie viel Seitenführung sie aufbauen können, wie exakt sie sich dirigieren lassen und ob sie im Grenzbereich zu tückischen Reaktionen neigen oder nicht. Erneut kann sich der Dunlop neben dem Conti, dem Goodyear und dem Pirelli gut in Szene setzen. Doch am besten meistert der Michelin die Fahrt auf der Schneepiste.

Meistens ohne Schnee unterwegs
Die mit Abstand meisten Kilometer bewältigen wir aber selbst im Winter auf geräumten Straßen. Deshalb legen wir mindestens so viel Wert auf die Nass- und Trocken-Performance wie auf die Schnee-Eignung. Und während der Dunlop auf regennasser Piste Federn lassen muss, hält sich der Michelin zusammen mit dem Goodyear und dem Conti in der Spitzengruppe.

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###PIC[240611]### Der Pirelli brilliert mit einem optimalen Fahrverhalten. Nach Punkten jedoch landet er nur auf dem zweiten Rang - hinter dem Fulda, der mit sensationell guten Aquaplaning-Eigenschaften aufwartet. Weit weniger überzeugend schneiden die beiden Billig-Profile ab: Der Avon benötigt einen sehr langen Bremsweg, und der Falken verlangt nach fahrerischem Können, wo andere noch sauber in der Spur laufen.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in den Prüfungen auf trockener Straße ab: Wieder sind es der Avon und der Falken, die im Ernstfall mit instabilen Fahreigenschaften überraschen, anstatt mit souveräner Haftung zu assistieren. Dass es besser geht, demonstrieren der Pirelli und auch der Michelin, der somit einen überzeugenden Gesamtsieg einfährt.

###PIC[240608]### Auch die Reifen der Marken Continental und Vredestein bieten eine überdurchschnittlich gute Performance auf trockener Straße. Selbst der Abroll- und Geräuschkomfort unterscheidet sich nicht nennenswert von Sommerreifen derselben Dimension. Dunlop und Fulda markieren zwar keine Bestmarken, überstehen die Trocken-Testprozeduren jedoch ebenfalls, ohne Anlass zur Klage zu geben.

So sortiert sich das Testfeld am Ende folgendermaßen: Es gewinnt der Michelin, der sich keine Schwäche leistet und stets zur Spitzengruppe zählt. Ihm folgt der Pirelli, der seinem Fahrer nicht nur ein sehr sportlich-direktes Fahrgefühl vermittelt, sondern auch stets mit sicheren Fahreigenschaften überzeugt. Auf Rang drei landen punktgleich der Continental, der unter allen Witterungsbedingungen mit einem ausgewogenen Charakter glänzt, und der Dunlop, der die Schnee-Prüfungen dominiert. Ebenfalls empfehlenswert schneidet der fünftplatzierte Goodyear ab, der mit gutmütigen Reaktionen auffällt. Der Fulda liegt knapp dahinter, weil er in der Winter-Wertung patzt.

###PIC[240604]### Gleiches gilt für den Vredestein, der im Schnee nur mit Mühe den Anschluss hält und auch bei Nässe nur ein durchschnittliches Resultat zuwege bringt. Bislang unerwähnt: der Bridgestone. Er rangiert auf dem achten Platz. Zwar vermittelt er ein angenehmes Fahrgefühl, doch die Messwerte und das niedrige Gripniveau sprechen gegen ihn. Vorletzter wird der Avon, der lediglich im Schnee-Bremsen überzeugt, während der Letzte im Winterreifen-Ranking, der Falken, in keiner Disziplin positiv auffällt.
Martin Urbanke

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Weitere Autos, denen das getestete Reifenformat passt, finden Sie in der Auflistung. Die Testergebnisse der Pneus können jedoch auf anderen Fahrzeugen leicht variieren.

  • BMW X5 (E53)
  • Ford Maverick, Ranger
  • Hyundai Santa Fe, Galloper, Terracan
  • Jeep Wrangler, Cherokee, Grand Cherokee
  • Kia Sorento
  • Mercedes ML-Klasse (W164), R-Klasse
  • Mitsubishi Pajero (V60), Pajero Sport
  • Nissan Pathfinder, Terrano II
  • Ssangyong Rexton
  • Volvo XC 90