AUTO ZEITUNG.de Top-Galerien

News
Blog
Erlkönige
Ratgeber
Specials
Tests
Videos

Umfrage

Wer siegt im Neuheiten-Duell BMW gegen Mercedes?:

AUTO ZEITUNG Mobil

AUTO ZEITUNG Mobil

Für unterwegs: Das mobile Autoportal

Mit AUTO ZEITUNG Mobil haben Sie Neuheiten und Erlkönige immer griffbereit – auf Ihrem iPhone, iPod oder Android-Smartphone mehr

Soziale Netzwerke

Porsche 911 GT3 R Hybrid 2.0 im Tracktest

Fahrt in die Zukunft

Bild 24 / 24

Mit der zweiten Hybrid-Version des 911 GT3 R zeigt Porsche, welche Chancen diese Technologie im Motorsport bietet. Wir fuhren den GT-Sportwagen

Es ist ein irritierendes Geräusch, das sich da in den bekannten Sound des Boxermotors mischt. Ob ich Gas gebe oder bremse – dieser seltsame Ton bleibt. Anfangs denke ich, dass dieses Brummen aus den Kopfhörern kommt, die ich unter dem Helm trage. Doch tatsächlich sorgt der auf der Beifahrerseite installierte Schwungradspeicher für die ungewohnte akustische Untermalung bei meiner Ausfahrt im Porsche 911 GT 3 R Hybrid.

Umgewandelte Bremsenergie

Mit maximal 36.000 Umdrehungen pro Minute kreist dieser Rotor, der in einer Kohlefaserkiste untergebracht ist. Der Schwungradspeicher ist das Herzstück im Hybrid-Konzept der Stuttgarter, das aus ansonsten ungenutzter Bremsenergie zusätzliche Pferdestärken generiert. Das Thema Energierückgewinnung ist auch im Motorsport angekommen – spätestens seit 2009 KERS in der Formel 1 Einzug hielt. Doch während diese Batterie-Systeme im Grand-Prix-Sport durch kurzzeitige Mehrleistung hauptsächlich das Überholen erleichtern und damit die Show verbessern sollen, standen bei der Entwicklung des 911 GT 3 R Hybrid schnellere Rundenzeiten und ein geringerer Verbrauch im Vergleich zu einem konventionell angetriebenen Fahrzeug im Vordergrund.

Langstreckentauglich sollte der Zuffenhausener Hybrid-Renner zudem noch sein. Wie gut diese Aufgabenstellung von den Ingenieuren gelöst wurde, zeigte schon der erste große Auftritt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2010: Die Neuentwicklung führte das Feld an, bis ein profaner Schaden am Verbrennungsmotor die Porsche-Truppe nach über 22 Rennstunden stoppte. In der Eifel feierte der 911 Hybrid ein knappes Jahr später seinen ersten großen Triumph: Mit der weiterentwickelten Version 2.0 holten Lietz/Holzer/ Long im Mai 2011 den Gesamtsieg beim vierten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft.

Rund 200 PS Zusatzleistung

Wer am Steuer des 911 Hybrid Platz nimmt, sieht sich einem Lenkrad gegenüber, das eher einer Schaltzentrale gleicht: Es beherbergt zahlreiche Knöpfe und Drehschalter, dazu ein Display, die Schaltlampen plus Schaltwippen – und jene Anzeige, die den Fahrer über den Ladezustand des Hybrid-Systems informiert. Ist der Energiespeicher gefüllt, sorgen zwei an der Vorderachse montierte Elektromotoren mit je 75 Kilowatt Leistung sekundenweise für zusätzlichen Schub. Aber zunächst muss ich auf diese Zusatzleistung verzichten, denn nach dem Verlassen der Boxen braucht das System einige hundert Meter, bis es einsatzbereit ist. Und noch immer fehlt der benötigte Strom. Doch beim nächsten Bremsmanöver beginnen die Dioden der Ladeanzeige zu leuchten – und ich spüre im Bremspedal ein leichtes Pulsieren, ähnlich wie bei einer Bremsung mit ABS. Die beiden Elektromotoren übernehmen bei der Verzögerung die Funktion von Generatoren und liefern jene Energie, die durch das surrende Schwungrad auf der Beifahrerseite gespeichert wird.