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Abt Audi AS7 im Fahrbericht

Audi Abt AS7 Fahrbericht

Der neue Abt AS7 ist muskulös und edel. Erste Ausfahrt durchs Allgäu

Eckdaten
PS-kW281 PS (207 kW)
AntriebAllradantrieb, permanent, 7-Gang-Doppelkupplung
0-100 km/h6.00 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit263 km/h
Preis69.980,00 €

Die beiden Herren schleichen zurückhaltend um das Objekt ihrer Begierde und kommen ihm in immer enger werdenden Kreisen näher. Dann können sie sich nicht mehr zurückhalten: „Wie viel PS hat der denn?“ Wir geben Auskunft und gucken in beinahe enttäuschte Gesichter. „282? Da hätte ich mit deutlich mehr gerechnet“, meint der eine, fügt aber schnell hinzu: „Nehmen würde ich ihn trotzdem, sieht klasse aus.“ Tatsächlich mutet man dem neuen AS7 von Abt beim ersten Blickkontakt deutlich mehr Pferdestärken mehr zu, als auf dem Papier stehen – angesichts der markanten Frontpartie und des mit vier großen Endrohrblenden gekrönten Hecks. Doch die Leistungsentfaltung des Sechszylinder-Turbodiesels dürfte so manche Bitte nach noch mehr Druck verstummen lassen. Mit über 500 Newtonmeter Drehmoment geht der AS7 in die Vollen, 100 km/h sollen nach 6,0 Sekunden erledigt sein, und erst bei Tempo 263 kapituliert der Abt AS7 vor dem Fahrwiderständen. Zwar sind Leistung und Fahrdynamik gestiegen, das Ergebnis ist aber kein Kompromiss. So soll der EU-Verbrauch mit sechs Liter Diesel auf dem Niveau des Serienautos bleiben – wobei in der Realität wohl mit ein paar Litern mehr zu rechnen ist.

SPORT MIT VIEL KOMFORT
Selbst auf den neuen 20-Zoll-CR-Alu-Felgen mit Conti-Reifen im Format 275/35 (Komplettradsatz für 4990 Euro) rollt der AS7 auf unserer Fahrt ausgesprochen komfortabel durch die Voralpen – allerdings hat der Testwagen eine adaptive Luftfederung (1950 Euro) an Bord, die das Ausbügeln von malträtiertem Asphalt sehr gut beherrscht. Zusätzlich ist der AS7 mit der Abt Level Control ausgestattet, einer elektronisch gesteuerten Tieferlegung, die nur in Kombination mit dem adaptiven Fahrwerk erhältlich ist.

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Kurvenreiche Strecken liegen dem viertürigen Reise-Coupé ebenfalls – nicht zuletzt dank des Drive Select-Systems (Serie), durch das der Fahrer mit einem Klick Lenkunterstützung, Gaspedal- und Getriebekennlinien verändern kann. Damit wird der Charakter des Abt bei Bedarf noch spritziger und sportlicher. Einzig die S tronic passt nicht so ganz zum Sportmodus. Die ab Werk etwas zahme Abstimmung des Doppelkupplungsgetriebes erinnert eher an eine Wandlerautomatik: Die Gänge wechselt das DSG stets sehr weich, und die Gasannahme passiert beim Start aus dem Stand etwas verzögert. Daran ändert auch die am Computer entwickelte Leistungssteigerung auf 282 PS nichts (Serie: 245 PS), die ganz einfach auf das Motorsteuergerät gespielt wird – Kostenpunkt: 2490 Euro, zwei Jahre Garantie inklusive. Noch bulligere 310 PS stehen nach der Power S-Kur (4900 Euro) zur Verfügung.

Auf dem Auto Salon in Genf wird der AS7 dem Publikum präsentiert. Und wem der Diesel-Klang zu langweilig ist, für den haben die Äbte den auf 410 PS erstarkten 3.0 TFSI-Turbobenziner (110 Mehr-PS für 3800 Euro) in petto. Vielleicht ist der ja das Richtige für unsere zwei kritischen Beobachter.
Paul Englert

Inhaltsübersicht

Autos im Test

ABT AS7 3.0 TDI quattro

PS/KW 281/207

0-100 km/h in 6.00s

Allradantrieb, permanent, 7-Gang-Doppelkupplung

Spitze 263 km/h

Preis 69.980,00 €