Tesla Model S Autopilot: Unfall-Ermittlung eingestellt (Update) Laut US-Ermittler ignorierte Tesla-Unglücksfahrer Warnhinweise

von Julian Islinger 20.06.2017

Die Untersuchungen zum Unfall eines Tesla Model S mit einem Lkw, bei dem der Fahrer ums Leben gekommen war, sind eingestellt. Die US-Verkehrsaufsicht habe keine Hinweise auf einen Defekt gefunden, stattdessen habe der Unfall-Fahrer mehrere Warnhinweise der Autopilot-Software ignoriert. Ein Gutachten des Bundesverkehrsministeriums hingegen kommt zum Schluss, das Tesla Model S stelle eine "erhebliche Verkehrsgefährdung" dar.

Die US-Verkehrsaufsicht hat ihre Untersuchung des tödlichen Unfalls mit einem Tesla Model S eingestellt, bei dem der Autopilot eingeschaltet war. Es seien keine Hinweise auf sicherheitsrelevante Defekte gefunden worden, stattdessen habe sich ergeben, dass der Fahrer sämtliche Warnhinweise der Software ignoriert hat. Ausgewertete Daten des Fahrzeugs zeigten, dass der 40-jährige mehrfach aufgefordert worden sei, die Hände wieder auf das Lenkrad zu legen, heißt es in einem neu veröffentlichten Bericht der US-Untersuchungsbehörde NTSB. Daher seien weitere Ermittlungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht nötig und dem Unternehmen bleibt ein befürchteter Rückruf erspart. Der Unfall, bei dem im Mai 2016 in Florida ein Tesla-Fahrer bei der Kollision mit einem Laster ums Leben gekommen war, hatte eine Diskussion um die Sicherheit autonomer Fahrprogramme ausgelöst. Die US-Verkehrsbehörde schlägt sich mit seinem Untersuchungsergebnis auf die Seite des Unternehmens und übernimmt weitgehend dessen Argumentation, wonach es Aufgabe des Fahrers ist, sich jederzeit an alle Instruktionen und Anleitungen des Herstellers zu halten. Was womöglich nicht der Fall war: Die Ermittelungen ergaben, dass der Tesla zum Unfallzeitpunkt schneller unterwegs war als erlaubt. Außerdem könnte ein im verunfallten Tesla Model S entdeckter, portabler DvD-Player die Annahme unterstützen, der Fahrer des Tesla Model S habe während der Fahrt einen Film geschaut. Schon zu einem frühen Zeitpunkt der Ermittlungen hatte Tesla betont, dass der Autopilot vom Fahrer in Betrieb genommen werden muss und dieser dabei mehrere Warnsignale erhielte, weiterhin die Hände am Steuer zu halten. Der Tesla-Autopilot kann selbstständig beschleunigen, bremsen, die Spur halten, und Objekten ausweichen, um einen Zusammenstoß zu verhindern.

Tesla-Unfall mit Autopilot im Video:

 
 

Tesla-Unfall mit Autopilot: Ermittlung eingestellt

In Deutschland hingegen war Tesla unter anderem vom Kraftfahrtbundesamt für die Bezeichnung "Autopilot" kritisiert worden, dass den Kunden ein falsches Gefühl der Sicherheit geben könnte. Zudem sieht ein Gutachten der Bundesanstalt für Straßenwesen im Autopiloten des Tesla S eine "erhebliche Verkehrsgefährdung" und fordert im gleichen Atemzug, dem Elektroauto seine Zulassung für den deutschen Straßenverkehr zu entziehen. Das für das Bundesverkehrsministerium angefertigte Gutachten setzt Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit seiner dringlichen Forderung unter Zugzwang. 3000 Tesla-Limousinen des Model S wären in Deutschland derzeit davon betroffen. Dobrindt müsste demnach die Stilllegung des Fahrzeugtyps auf nationaler Ebene anordnen. Das Kernproblem des Tesla Model S sei der umstrittene Autopilot, der nach dem tödlichen Unfall in den USA auch in den Fokus des Bundesverkehrsministeriums gerückt war: So soll dieser laut Gutachten auf einer Autobahn-Testfahrt die gelben Hilfslinien ignoriert haben, die für gewöhnlich an Baustellen eine veränderte Streckenführung anzeigen. Stattdessen sei er weiterhin unbeirrt den darunter liegenden weißen Linien gefolgt. Fielen Markierungen auf Straßen gänzlich weg, folgte das Tesla Model S dem vorderen Auto, zog aber in Orientierung daran auch nach links und rechts und ignorierte dabei Autos, die unmittelbar neben ihm fuhren. Ohne Eingreifen der Prüfer wäre es hier zur Kollision gekommen. Des Weiteren deckten die Sensoren des Autopiloten, die die Nebenspur vor einem Überholvorgang prüfen, nur einen Bereich von 40 Meter nach hinten ab, was auf deutschen Autobahnen allerdings nicht ausreicht. Als ein Test-Tesla auf die linke Spur ziehen wollte, obwohl sich dort ein Auto näherte, habe der Prüfer der Bundesanstalt für Straßenwesen einiges an Kraft aufwenden müssen, um gegen den Computer anzusteuern.

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