Tesla Model S: Leistungsangaben reduziert Verwirrung um PS-Zahlen

Tesla reduziert die Leistungsangaben für die Allrad-Varianten des Model S, die Kunden sollen davon aber nichts zu spüren bekommen. Das Topmodell P90D kommt nun "nur noch" mit 539 PS.

Wie viel Leistung hat das Tesla Model S P90D? Auf den ersten Blick ist die Sache klar, denn das Elektroauto aus der Schmiede von Elon Musk verfügt über zwei äußerst leistungsstarke Elektromotoren. 510 PS an der Vorderachse und 262 PS an der Hinterachse sorgen gemeinsam für 772 PS – oder doch nicht? Weil es EU-Richtlinien verlangen, müssen die Amerikaner nun auf hohem Niveau zurückrudern und geben künftig eine Motorwellen-Höchstleistung von 539 PS an. Die Diskrepanz zu den früher versprochenen 772 PS ergibt sich aus der Leistungsfähigkeit der Batterie, denn der Lithium-Ionen-Akku muss die Energie bei Vollgas-Einsatz an beide Motoren gleichzeitig abgeben. Genau hier kommt der Akku an seine Grenzen, er kann die Motoren an Vorder- und Hinterachse nicht gleichzeitig mit der für den Volllast-Betrieb nötigen Power versorgen. Das Resultat ist eine Reduzierung der Nennleistung, die allerdings nur auf dem Papier stattfindet und laut Tesla keinerlei Auswirkungen auf das Fahrverhalten des Model S hat.

Tesla muss Leistungsangabe beim Model S reduzieren

In der Praxis bleibt es bei der gleichen Performance wie vorher, aber die angegebene Leistung muss der Form halber auf 539 PS reduziert werden. Im Alltag dürfte angesichts von permanent anliegenden 967 Newtonmeter System-Drehmoment und der Fähigkeit, in 3,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen, weiterhin nur äußerst selten der Wunsch nach mehr Leistung aufkommen. In einer offiziellen Stellungnahme betont Tesla, dass sich weder die Fahrleistungen noch die real zur Verfügung stehende Leistung verändern – es könne folglich auch nicht von einer Drosselung oder Reduzierung der Leistung die Rede sein. Für das Model S 85D mit zwei jeweils 262 PS starken Elektromotoren gibt Tesla nun eine Motorwellen-Höchstleistung von 422 PS an, der Einstiegs-Allradler 70D kommt auf 332 PS. Selbst die schwächste Variante benötigt nur 5,4 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h und zeigt damit, wie souverän eine Luxuslimousine mit Elektroantrieb unterwegs sein kann. Unverändert bleiben auch die Reichweiten-Angaben, die je nach Version bei bis zu 500 Kilometern liegen.

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