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Mobilität im Auto der Zukunft

Künstliche Intelligenz

Fahrzeuge per App steuern – Stand der Technik

Fahrzeuge über eine App zu öffnen ist schon seit einiger Zeit möglich und wird beispielsweise beim erwähnten CarSharing zum Teil genutzt. Tatsächlich feilen Autobauer intensiv daran, das Auto immer stärker zu vernetzen und auch mit dem Smartphone steuerbar zu machen.

Möglichkeiten

Via App soll es schon bald möglich sein, beispielsweise vor dem Einsteigen die Standheizung einzuschalten. Lästiges Eiskratzen im Winter wäre damit nicht mehr notwendig. Auch der Motor soll sich per Fernsteuerung vorab starten lassen und könnte so beispielsweise vor der Nutzung warm laufen. Besonders interessant ist allerdings die Möglichkeit, das eigene Fahrzeug mit einer App zu orten. Im Falle eines Diebstahls könnte das Auto schnell gefunden werden und wer inmitten einer fremden Stadt seinen Parkplatz vergessen hat, kann sich ganz einfach navigieren lassen.

Die verschiedenen Funktionen sind teilweise auch schon mit Wearables wie Smartwatches verwendbar wie das Tesla Command für den Tesla Model S. Während das Tesla Command ein Projekt ohne offizielle Unterstützung von Tesla selbst ist, haben viele Hersteller längst selbst begonnen, digitale Schnittstellen für ihre Fahrzeuge zu entwickeln.

BMW ConnectedDrive

Die Schnittstelle von Smartphone zu Auto heißt bei BWM ConnectedDrive. Ist ein Smartphone mit dem Fahrzeug verbunden, können beispielsweise über die Sprachsteuerung Kontakte angerufen werden. Darüber hinaus gliedert BMW die Funktionen in drei Bereiche:

- Sicherheit
- Komfort
- Entertainment

Dem Sicherheitsaspekt wird beispielsweise durch einen automatischen Abstandhalter Rechnung getragen. Auch ein intelligenter Notruf ist an Bord, der bei einem Unfall aktiv wird. Darüber hinaus gibt das System über Smartphone auch Auskunft über den Fahrzeugzustand oder die Tankfüllung.

Je nach Ausstattung sind auch Funktionen wie ein Head-Up-Display zu haben.

Einen Internet-Browser bringt das ConnectedDrive ebenso mit wie die Möglichkeit, Fernsehsender zum empfangen. Im Fahrzeug ist eine SIM-Karte fest verbaut, die auch die Nutzung des Internets im Ausland ermöglicht – ohne Roaming-Gebühren, wie BMW versichert.

Audis Connect

Das System von Audi legt weniger Wert auf Sicherheit, dafür mehr auf Komfort und Infotainment. Wie auch das ConnectedDrive von BMW bietet das Connect von Audi das klassische Navigationssystem über Google Maps. Darüber hinaus verbindet Connect den Fahrer aber auch mit aktuellen Verkehrsmeldungen und kennzeichnet die Routen farblich nach den Kategorien frei, stockender Verkehr oder Stau.

Der Zugriff auf soziale Netzwerke und Nachrichtendienste ist ebenso möglich wie das Einholen von Informationen zu Flug- und Bahnverkehr oder den Kraftstoffpreisen der umliegenden Tankstellen.

Connect fungiert innerhalb des Fahrzeugs auch als WLAN-Hotspot, über den sich mobile Endgeräte mit dem Internet verbinden können.

Mercedes connect me

Wie Audis Connect ist auch das Mercedes connect me vor allem auf Infotainment ausgerichtet, verfügt aber auch über diverse Dienste für Pannen- und Unfallhilfe oder Wartungsmanagement. So überwachen diese beispielsweise den Zustand von Verschleißteilen und setzen sich selbstständig mit einem Mercedes-Servicepartner in Verbindung, um Angebote einzuholen. Bei einem Unfall setzt das System automatisch einen Notruf ab und übermittelt dabei auch die GPS-Daten des eigenen Standorts. Insgesamt handelt das Mercedes connect me von allen vorgestellten Systemen besonders autonom.

Über die Remote Online Dienste können Nutzer ihr Fahrzeug auch mit einem Smartphone ansteuern und beispielsweise sich die Parkposition anzeigen lassen. Über die geographische Fahrzeugüberwachung werden sie informiert, sobald das Auto ein angegebenes Gebiet verlässt. Auf dem Smartphone kann auch eine Route erstellt werden, die anschließend auf das Navigationsgerät im Fahrzeug übertragen werden kann.

Zusätzlich kann für viele Mercedes-Modelle noch das Multimedia-System COMAND genutzt werden. Der Begriff setzt sich zusammen aus Cockpit Management and Data System. Hier können über die Online-Funktion zusätzliche Apps hinzugekauft oder aktuelle Verkehrsdaten abgefragt werden.

Schlüsselloses Öffnen von Autos

Die Möglichkeit, das eigene Auto via Smartphone zu öffnen, kann inzwischen auch relativ einfach nachgerüstet werden. Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug über eine Zentralverriegelung verfügt. Anschließend wird ein Empfänger-Modul verbaut. Je nach Konfiguration kann das Fahrzeug dann via Bluetooth aus Tastendruck geöffnet werden oder öffnet sich automatisch, wenn das Auto das Smartphone des Besitzers in der Nähe registriert, wie bei dem "Premium Bluetooth Passive Keyless Entry" von Mobile Enhancement Specialist, der bei golem.de näher vorgestellt wird.

 

Sicherheitslücken und –bedenken

Wo digitale Schnittstellen sind, bestehen natürlich auch immer entsprechende Sicherheitsbedenken. Erst Anfang des Jahres wurde eine Sicherheitslücke bei BMWs ConnectedDrive entdeckt, die das unberechtigte Öffnen des Fahrzeugs ermöglichte, wie auf heise.de berichtet wurde.

Über eine solche Schnittstelle ist es auch denkbar, den Diebstahl eines Fahrzeugs noch zu erleichtern, wenn beispielsweise über ein Smartphone die Fensterheber oder die Zündung angesteuert werden können.

3. Teil: Vernetzte und autonome Fahrzeuge