Takata: Insolvenz wegen Airbag-Rückrufen (Update!) Airbag-Herstellter Takata insolvent

von Lena Reuß 26.06.2017

Erneut ist der japanische Airbag-Hersteller Takata im Gespräch: Der Zulieferer hat in Japan und den USA Insolvenz angemeldet. Grund sind die Kosten und Verbindlichkeiten im Zuge des Rückruf-Desasters der vergangenen Jahre wegen defekter Airbags.

Nach dem der japanische Airbag-Zulieferer Takata in den vergangenen Monaten immer wieder wegen diverser Rückrufe in den Schlagzeilen war, hat der Hersteller nun Insolvenz angemeldet. Auch das US-Tochterunternhemen TK Holdings ist insolvent. Mit über einer Million Yen (8,1 Mrd Euro) ist Takato so hoch verschuldet wie bisher kein anderes Unternehmen in Japans Wirtschaftsgeschichte. Auffangen soll den Schaden der chinesisch kontrollierte US-Zulieferer Key Safety Systems (KSS). Das Unternehmen wird Takata für 175 Milliarden Yen (1,4 Mrd Euro) aufkaufen und die operativen Geschäfte übernehmen. Dazu gehört auch die Herstellung von Sicherheitsgurten und Lenkrädern. Mit einem Restrukturierungsplan sollen die Schulden von Takata beglichen werden. "KSS ist nicht nur der ideale Investor, um die Kosten in Zusammenhang mit den Rückrufen von Airbag-Gasgeneratoren zu bewältigen, sondern auch ein optimaler Partner für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter des Unternehmens", erklärte Shigehisa Takada, Vorstandsvorsitzender von Takata. Hintergrund für die Insolvenz sind hohen Kosten aus einem millionenfachen Rückruf. Bei Takata-Airbags bestand die Gefahr, dass sie bei Hitze und Luftfeuchtigkeit im Falle eines Unfalls zu stark auslösen. Seit 2008 sind diese Probleme bekannt und führten in den letzten Jahren schließlich zu einer weltweiten Rückrufwelle, die Takata umgerechnet rund zehn Milliarden Euro Schaden einbrachte. Allein in den USA mussten 70 Millionen Airbags zurückgerufen werden, mindestens 16 Todesfälle sollen auf die Defekte zurückzuführen sein. Zudem laufen Ermittlungen gegen drei Manager, die bewusst Mängel an den Airbags verschleiert haben sollen. In einem Vergleich mit der US-Regierung gab das Unternehmen bereits kriminelle Vergehen zu und erklärte sich bereit eine Strafe in Höhe von einer Milliarde Dollar zu zahlen.

Vergleichstest Audi, BMW, Mercedes und Tesla: Autopilot-Vergleich
Autopilot im Test: Tesla/Audi/BMW/Mercedes  

Tesla-Autopilot im Vergleichstest

 

Airbag-Zulieferer Takata ist insolvent

Die Insolvenzverfahren beschränken sich bisher auf Japan und die USA, für das Europageschäft soll es keine negativen Auswirkungen geben. Auf die weltweiten Auslieferungen an die Kunden soll das Insolvenzverfahren ebenfalls keine negativen Effekte haben, die laufenden Airbag-Rückrufe sollen fortgesetzt werden. Takata liefert weiterhin Ersatz-Gasgeneratoren zur Behebung des zu frühen oder zu starken Auslösens der Aibags. Insgesamt beträgt der Marktanteil Takatas für Airbags weltweit 20 Prozent. Der letzte Takata-Rückruf traf den deutschen Autohersteller BMW. Insgesamt mussten gut 230.000 Wagen des Münchner Herstellers Anfang des Jahres wegen defekter Airbags in die Werkstätten. Der US-Verkehrsaufsicht NHTSA nach erhielt BMW im November vergangenen Jahres eine Kundenanfrage zum Airbag-Generator im BMW 3er. Im Zuge dessen sei festgestellt worden, dass bei einigen Wagen der Modelljahrgänge 2000 bis 2003 im Rahmen vorheriger Rückrufe und Umrüstungen möglicherweise falsche Ersatzteile eingebaut wurden. Die BMW-Modelle wurden deshalb ab Mitte März erneut überprüft. Schon vor dem aktuellen Rückruf hatte BMW rund 840.000 Autos in die Werkstätten geordert. Das Hersteller-übergreifende Problem: Zu kräftig auslösende Takata-Airbags, die Teile der Metallverkleidung sprengen und durch den Fahrzeuginnenraum schleudern können.

 

Millionenfache Rückrufe wegen Takata-Airbags

Seit 2015 rufen Audi, BMW, Mercedes und Volkswagen in den USA wegen Problemen mit Airbags des japanischen Zulieferers Takata Hunderttausende Fahrzeuge zurück. Weitere Modelle auf der Rückrufliste der US-Sicherheitsbehörde NHTSA zeigen sogar aktuelle Supersportler, bei denen die Hersteller wohl trotz der bekannten Probleme weiterhin die Takata-Airbags verbauten. Dort finden sich auch einige Modelle für das Jahr 2017 wie der Audi TT und R8, das Mercedes E-Klasse Coupé und Cabrio, Sprinter und Freightliner sowie einige Ferrari-Modelle, der Lexus GX460, McLaren 570, Mitsubishi i-MiEV und VW CC. Der Rückruf gilt jedoch nur für die USA.

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