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Volle Energie

Design Ford Kuga

05.05.2008 / Aus AUTO ZEITUNG 10/2008
Sportliches SUV, geländegängiger Sportler – die Optik des Kuga ist für Chefdesigner Martin Smith die ideale Verbindung zweier Welten. Das Kinetic Design steht für pure Dynamik und die klare Ansage: Das ist ein Ford

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Das Internet-Lexikon Wikipedia führt den Begriff Kinetik - englisch kinetic - in verschiedenen Fachgebieten. Unter anderem in der Physik als Mechanik von Körpern, die unter Einwirkung von Kräften beschleunigt werden. Oder in der Chemie als Lehre von der Geschwindigkeit chemischer Prozesse. Ein Punkt fehlt noch, aber bestimmt nicht mehr lange: als Name einer Design-Philosophie von Ford, die Dynamik ausdrückt und sie mit einem unverwechselbaren, ansprechenden Äußeren verbindet. Motto: Energie in Bewegung. Aktuelles Beispiel ist der Ford Kuga, der im Segment der kompakten SUV gegen Konkurrenten wie Opel Antara und VW Tiguan antritt.

Moment mal, ein SUV? Zweifel sind zumindest auf den ersten Blick angebracht. Denn der Kuga fällt buchstäblich aus dem Rahmen dieser Klasse. Zwar sind die Zeiten der kantigen Kisten im Schrankwanddesign vorbei, aber der Kölner ist trotzdem anders als die anderen, wirkt deutlich dynamischer. Die Aufgabe für die Ingenieure war, ein Auto mit besonderen Onroad-Eigenschaften zu entwickeln, berichtet Ford-Designchef Martin Smith. Entsprechend dynamisch sollte auch die Optik sein. Und natürlich zur künftigen Modellpalette von Ford in Europa passen. Also etwa zum neuen Mondeo oder zum S-MAX. Richtig, der sieht auch nicht nach Familienmobil aus, sondern begründete schon 2006 das Segment der Sport-Vans.

Die Ursprünge dieser neuen Ford-Modelle liegen zeitlich dicht beisammen. Ende der 90er wirkte das Design der Autos aus Köln noch beliebig. Die Modelle Ka, Puma oder auch der erste Focus folgten dem New-Edge-Design (edge = Kante) mit überkreuzenden Linien, das man von der Konzernmutter aus den USA importiert hatte. Die damaligen Mondeo und Fiesta zeigten hingegen schon ein europäisches Design, um eine eigenständige Linie zu unterstreichen. Allen Autos war gemeinsam: Sie sahen viel braver aus, als sie technisch und fahrdynamisch waren. Dieses Langweiler-Image und sinkende Absatzzahlen zwangen zum Handeln.

Als Martin Smith 2004 zu Ford wechselte, arbeiteten die Designabteilungen in England und Köln-Merkenich bereits an der Studie SAV (Sport Activity Vehicle), aus der später der S-MAX hervorging - quasi die Geburtsstunde des Kinetic Designs. Ende 2004 fiel dann die Entscheidung, mit dieser Linie eine komplette Produktfamilie zu entwickeln, im Januar 2005 begannen auch die Arbeiten am Kuga.
Schon die ersten Skizzen und Zeichnungen lassen das heutige Serienmodell mehr als nur erahnen. Die nach hinten abfallende Dachlinie und die ansteigende Gürtellinie sind elementare Punkte des Designs, beschreibt Martin Smith die Grundzüge. Das ergibt natürlich auch eine dynamisch wirkende Zuspitzung der hinteren Seitenfenster.

Dazu kommen die ausgestellten Radhäuser, die geschwungenen Scheinwerfer, die trapezförmigen vorderen Lufteinlässe und die seitlichen kiemenartigen Luftschlitze, die aber nur der Zierde dienen. Am Heck finden sich mit den hochgesetzten Rückleuchten, den kräftig modellierten Stoßfängern mit integrierten Endrohren weitere Elemente des Kinetic Designs.

Wie viel Freiheit hatten die Designer? Der Kuga übernimmt Komponenten von Focus und C-MAX, bei den Blechteilen gibt es trotzdem so gut wie keine Übereinstimmung, versichert Smith. Bei weniger offensichtlichen Details wurde aber auf Synergien geachtet. So haben zum Beispiel die Seitenfenster zwar eine eigenständige Form, sind aber so angebracht, dass die Führungen für die Fensteröffner aus dem Baukasten genommen werden können.

Zeitgleich zu den äußeren Formen entstand auch das Interieur des Kuga mit klarem, ergonomischem Design für Armaturenträger und Mittelkonsole. Die Sitzposition ist zwar höher als im C-MAX, Lenkrad und Pedalerie befinden sich aber im identischen Winkel zum Fahrer, so dass auch hier gleiche Teile verwendet werden können.
Schon das erste Tonmodell im Maßstab 1:1 fand die Zustimmung des Vorstands. Auch bei den folgenden Kundenbefragungen erhielt der Kuga nur Bestnoten. Auf die Frage, wie ein Ford-SUV aussehen sollte, haben die meisten auf unser Auto gezeigt, freut sich Martin Smith. Der Kuga ist halt ein richtiger Ford.
Klaus Uckrow

» zur Bildgalerie der Designentwicklng des Ford Kuga

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