SUV-Winterreifentest 2014: Vergleich von acht Reifen der Größe 235/65 R 17 Winter-Kollektion

29.09.2015

Auch SUV brauchen trotz Allradantrieb auf Eis und Schnee die richtigen Reifen. Unser Winterreifen-Test zeigt, welches dieser acht Profile verlässlichen Halt gibt

Selbst wenn viele der auf SUV-Modellen montierten Reifen ein M+S-Logo tragen – optimale Sicherheit gewährt bei winterlichen Bedingungen einzig und allein ein echter Winterreifen mit kälteelastischer Gummimischung und vielen Lamellen. Als erstes Indiz für eine tatsächliche Eignung bei winterlichen Bedingungen dient beim Reifenhändler bestenfalls das Schneeflocken- Symbol. Aber welchen Pneu soll man denn nun nehmen?

 

Winterreifen-Test 2014: Acht SUV-Reifen im Vergleich

Das Angebot ist riesig. Wir haben uns acht namhafte Markenprodukte herausgesucht und in 18 einzelnen Disziplinen akribisch getestet. Neben den Neuen von Goodyear und Nokian treten der überarbeitete Dunlop sowie die aktuellen Profile von Bridgestone, Kumho, Michelin, Pirelli und Uniroyal in unserem Vergleich an. Insgesamt bilden die Kandidaten dabei ein erfreulich hohes und dichtes Leistungsniveau ab. Allerdings gibt es keinen Reifen im Testfeld, der eine makellose Vorstellung zeigt.

So leistet sich selbst der Testsieger Pirelli einen Ausrutscher im Kurven-Aquaplaning, während der am Ende zweitplatzierte Dunlop beim Bremstest auf nasser Straße patzt. Das gilt auch für den Uniroyal, der zusammen mit dem Goodyear auf Rang drei landet. Doch während der Uniroyal mit dem geringsten Rollwiderstand glänzt, schluckt der durchweg sichere Goodyear mehr Energie als seine Mitstreiter. Auf Position fünf folgt der Michelin, der zwar keine dramatische Schwachstelle offenbart, aber auch kaum positive Akzente setzt.

Anders der Pirelli Scorpion Winter, der sich auf verschneiten Straßen am sichersten und am schnellsten fahren lässt sowie eine maximale Drainage-Wirkung im Schneematsch garantiert. Hier erzielt der Uniroyal zwar das schwächste Ergebnis des Felds, bietet aber immer noch gute Reserven und punktet mit der höchsten Zugkraft sowie der besten Bremsverzögerung. Die Pneus von Goodyear, Kumho und Nokian verzahnen ihre Profile weniger effektiv mit dem Schnee und sammeln in den klassischen Winterdisziplinen entsprechend weniger Punkte.

Der Rückstand beim Bremsen ist zwar nicht kritisch, kann aber zumindest einen teuren Blechschaden nach sich ziehen: Wenn der Audi Q5 auf den Uniroyal-Gummis bereits steht, hat er mit Kumho-Reifen noch fast 15 km/h drauf. Bei Regenwetter liegt der Pirelli- Pneu erneut an der Spitze des Testfelds, obwohl er im Quer-Aquaplaning das zweitschlechteste Ergebnis einfährt. Klasse auch: Das Goodyear-Profil überzeugt bei Nässe ohne jede Einschränkung. Kumho, Bridgestone und Nokian sammeln dagegen insgesamt die wenigsten Punkte.

Sobald die Sonne scheint und die Straße abtrocknet, spielt der Dunlop seine Stärken aus und belegt klar die Spitzenposition – vor dem Pirelli, der einmal mehr sehr gut abschneidet. Dass ausgerechnet der einzige V-Reifen im Test (Uniroyal, bis 240 km/h) im Trockenen schwächelt, überrascht. Entgegen der Klassifizierung auf dem Reifenlabel (Labelwerte siehe pdf) ist der Uniroyal dafür im Rollwiderstandstest klar besser als seine Wettbewerber, die außer dem Goodyear eigentlich alle effizienter abrollen sollten.

Bezogen auf den durchschnittlichen Verbrauch des Audi Q5-Testwagens (EU-Angabe: 7,5 Liter) entspricht die Differenz vom besten zum schlechtesten Pneu einer Spritersparnis von etwa 0,3 l/100 km. Dass der Dunlop und der Nokian erheblich lauter abrollen, während der Kumho leiser ist als auf dem Label angegeben, liegt daran, dass wir alle Reifen auf das gleiche Auto montiert haben. Fürs Labeling wählt dagegen jede Reifenfirma ein eigenes Fahrzeugaus.

So testen wir

Rollwiderstand: Wie leicht ein Reifen läuft, ermittelt ein Prüfstand unter Laborbedingungen. Dabei werden der Load- und der Speedindex (z.B. 108 H) berücksichtigt.

Geräusch: Für eine exakte Messung rollt das Fahrzeug mit Tempo 80 und abgeschaltetem Motor an windgeschützten Mikrofonen vorbei. Die Asphaltoberfläche entspricht der Richtlinie des EU-Reifenlabels.

Fahrsicherheit: Während in der „Handling“-Wertung allein die Rundenzeit zählt, fließen die gesammelten Fahreindrücke in diese Wertung ein und geben Aufschluss darüber, wie leicht sich der Audi Q5 mit dem jeweiligen Profil nahe der Haftgrenze beherrschen lässt.

Bremsen: Auf präparierten, ebenen Schneepisten ermitteln wir in zahlreichen Wiederholungen mit jedem Profil den durchschnittlichen Bremsweg aus 50 km/h. Auf nassem sowie trockenem Asphalt verzögern wir mit allen Reifen mehrfach aus 100 km/h, und prüfen so den Bremsweg unter gleichen Bedingungen.

Profil 235/65 R 17 - Passt z.B. auch auf:
• Hyundai Santa Fe
• Jeep Cherokee/Grand Cherokee
• Kia Sorento
• Land Rover Freelander
• Mazda CX-7
• Mercedes R-Klasse/M-Klasse
• Nissan Pick-up
• Opel Antara
• Porsche Cayenne
• Range Rover Sport
• SsangYong Korando
• Toyota LC (J12)/HiLux
• Volvo XC 60/XC 90

 

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