SUV-Vergleich: Sechs Luxus-Offroader im Vergleichstest Sechser-Wette

19.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Das Angebot an luxuriösen Offroadern zeigt sich so vielfältig wie nie zuvor. Neben den klassischen V8-Giganten startet mit dem Lexus RX 400h erstmals ein Hybrid-Offroader in das Rennen um die Gunst der verwöhnten Kunden.

Das Segment der leistungstarken Offroader ist dicht besetzt. Die Bandbreite der angebotenen Triebwerke reicht von wirtschaftlichen Dieselmotoren bis zu über 400 PS starken Aggregaten. Eine Luxus-Variante mit V8-Motor hat nahezu jeder Anbieter im Programm. Lediglich Lexus geht einen anderen Weg, um die anspruchsvolle Klientel für sich zu gewinnen. Die Japaner rüsten ihr Top-Modell, den neuen RX 400h, mit einem Hybrid-Antrieb aus. Ob sich diese Antriebstechnik gegenüber den Achtzylindern von Cadillac, Mercedes, Range Rover, Volvo und VW behaupten kann, klärt der Test.

 

Karosserie

Wahre Größe kommt von innen. Das bestätigt der ML vorbildlich. Obwohl er die geringeren Außenmaße im Vergleich zum übergroßen Range Rover aufweist, kann er als einziger mit dem Briten beim Raumangebot mithalten. Hinten übertrumpft der ML ihn sogar. Er bietet den Fond-Passagieren etwas mehr Kopffreiheit bei gleicher Innenbreite. Insbesondere der Lexus muss hier passen. Zwar erstreckt sich seine Karosserie über 4,76 Meter und damit auf das Niveau von Mercedes, Volkswagen und Volvo, der Radstand fällt jedoch deutlich kürzer aus als bei der Konkurrenz. Dadurch steht weniger nutzbarer Raum für die Fahrgastzelle zur Verfügung, die zudem vom flachen Dach stark einschränkt wird. Eingeschränkt ist auch die Übersicht nach vorn und hinten. Die lange Front fällt zu stark ab, und die breiten hinteren Dachholme behindern die Sicht nach schräg hinten erheblich. Abhilfe schafft eine in das Navigationssystem (3500 Euro) integrierte Rückfahrkamera. Wie es sein soll, demonstriert der Range. Hat man eine passende Parklücke gefunden, lässt sich der kantige Offroader zielgenau hineinsteuern. Nicht nur das Manövrieren gelingt mit dem Briten problemlos. Auch die Bedienung von Schaltern und Tasten gibt keine Fragen auf. Wohingegen sowohl Cadillac als auch Lexus die Schalter an ungewöhnlichen Stellen platzieren. Im Fall des SRX befinden sich die Bedienelemente für den Heckscheibenwischer und die hintere Lüftung im Dachhimmel. Beim RX 400h stören die umständliche Einstellung der Klimaanlage und die teilweise fummeligen Schalter. All das gelingt im Volvo einfacher. Zudem ist der Schwede bestens für den Möbeltransport geschaffen. Als einziger verfügt er über eine umlegbare Beifahrersitzlehne. Dadurch wächst die Laderaumtiefe auf 2,85 Meter. Gegen einen Aufpreis von 1200 Euro lässt sich, wie auch beim Cadillac (1600 Euro), eine dritte Sitzreihe installieren. Völlig unangefochten behauptet sich der Range, wenn es um die Verarbeitung der ausgesuchten Materialien geht.

KarosserieMax. PunkteMercedes ML 500VW Touareg V8Volvo XC90 V8Land Rover Range Rover V8Lexus RX 400hCadillac SRX 4.6 V8
Raumangebot vorn100908483937481
Raumangebot hinten100898481877079
Übersichtlichkeit70777580857072
Bedienung/ Funktion100888388857778
Kofferraumvolumen100827772776387
Variabilität100424356433130
Zuladung/ Anhängelast80605643593848
Sicherheit15011495938810380
Qualität/ Verarbeitung200172168165190161156
Kapitelbewertung1000814765761807687711

 

Fahrkomfort

Seit jeher überzeugen die Federungsqualitäten eines Range Rover. So ist es auch beim aktuellen Modell. Nahezu alle Unwegsamkeiten, die der Brite unter die Räder nimmt, filtert das luftgefederte Fahrwerk zur Freude der Insassen heraus, obwohl das Modelljahr 2006 eine straffere Abstimmung besitzt. Diese Klasse erreicht der ebenfalls mit Luftfederung ("Airmatic", 1856 Euro Aufpreis) ausgestattete Mercedes auf Grund des im direkten Vergleich etwas trägeren Ansprechverhaltens nicht. Dagegen wirkt der Lexus unausgewogen. Holprige Straßen versetzen die Karosserie in stetige Bewegung, und Federn und Dämpfer absorbieren Querfugen nur mäßig. Genausowenig wie die ruppige Federung mindern die kleinen und nur unzulänglich einstellbaren Sitze den Komfort des Lexus. Dass gilt auch für den Volvo, dessen Sitze wegen der rutschigen Oberfläche nur wenig Halt bieten. Im VW und im ML fühlen sich alle Passagiere nahezu perfekt aufgehoben. Dennoch sind es die Vordersitze des Range, die dank der sehr guten Polsterung und der idealen Passform hier die Spitze markieren.

FahrkomfortMax. PunkteMercedes ML 500VW Touareg V8Volvo XC90 V8Land Rover Range Rover V8Lexus RX 400hCadillac SRX 4.6 V8
Sitzkomfort vorn15012212011213598117
Sitzkomfort hinten100777672756073
Ergonomie150118118118120111110
Innengeräusche50454046414531
Geräuscheindruck100777264806271
Klimatisierung50373737383337
Federung leer200148136140161129142
Federung beladen200150133145161124140
Kapitelbewertung1000774732734811662721

 

Motor und Getriebe

Zu einem luxuriösen Offroader gehört ein hubraumgewaltiger V8 mit Automatik. So wars zumindestens bisher. Doch der Lexus beschreitet einen völlig neuen Weg und setzt auf Hybrid-Technologie: Zwei Elektromotoren und ein V6-Otto sorgen gemeinsam für Vortrieb und ermöglichen mit 12,1 Liter je 100 Kilometer den geringsten Testverbrauch. Das Planetengetriebe arbeitet stufenlos, die Beschleunigung erfolgt entsprechend ruckfrei. Doch das unter Last entstehende Motorgeräusch klingt sehr gewöhnungsbedürftig, weil die Motorsteuerung eine konstante Drehzahl hält, um höchste Effizienz zu gewährleisten. Trotz einer speziellen Getriebestellung lässt sich das Bremsmoment des V6 kaum nutzen. Der Rest des Testfeldes begnügt sich mit der bewährten Kombination aus V8 und Wandler-Automatik. Der quicklebendige 4,5-Liter des Volvo begeistert mit seiner Drehfreude und dem ebenso gleichmäßigen wie ruhigen Lauf. Überdies liefert er muntere Fahrleistungen bei relativ moderatem Verbrauch (14,6 Liter), was ihm den Kapitelsieg sichert. Der Range Rover beschleunigt trotz des neuen V8 (plus 20 PS) und der jetzt sechsstufigen Automatik nur verhalten. Grund: Unterhalb von 3500 Umdrehungen geht der säuselnde V8 zahnlos zu Werke, und die Automatik reagiert zu zögerlich. Damit nicht genug, wird sein Verbrauch (18,4 Liter) nur noch von dem des Cadillac (18,9 Liter) überboten. Ansonsten versieht der Ami seinen Dienst unauffällig. Während er sich mit fünf Schaltstufen bescheidet, operiert das Mercedes-Getriebe mit sieben fein abgestuften Gängen. Die rasanten Fahrleistungen des ML düpieren die Rivalen. Der potente VW gefällt mit der harmonischsten Automatik samt Reduktionsstufe.

Motor und GetriebeMax. PunkteMercedes ML 500VW Touareg V8Volvo XC90 V8Land Rover Range Rover V8Lexus RX 400hCadillac SRX 4.6 V8
Beschleunigung150161147155142143151
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1501108880707095
Getriebeabstufung100858881728076
Kraftentfaltung50364044314338
Laufkultur100798186847682
Verbrauch3256475945611951
Reichweite25172017171710
Kapitelbewertung1000552539557472548503

 

Fahrdynamik

Keiner der Kandidaten läuft Gefahr, im Grenzbereich außer Kontrolle zu geraten. Kippen und Schleudern gehören endgültig der Vergangenheit an. Dennoch offenbart die Hatz über den Testkurs eklatante Unterschiede. Der Range Rover tritt mit einem optimierten Fahrwerk an und umrundet die Slalomhütchen deutlich zügiger als frühere Testwagen. Seine extreme Seitenneigung und die ruppig eingreifende Fahrdynamikregelung untergraben jedoch das Vertrauen des Fahrers. Ein dickes Lob gebührt indes der präzisen Lenkung sowie der überragenden Geländefähigkeiten. Das exakte Gegenteil verkörpert der Lexus, dessen völlig gefühllose Lenkung trotz kleiner Lenkwinkel enttäuscht. Dafür brilliert er mit äußerst feinfühlig agierenden Regelmechanismen, die im VDIM (Vehicle Dynamics Integrated Management) zusammengefasst sind. Dieses System vereint die Steuerung von Bremse, Lenkung, Verteilung der Antriebsmomente, Traktionskontrolle und Fahrdynamikregelung. Geländefahrten sollte man dem RX lieber ersparen. Der VW Touareg bietet einen gelungenen Kompromiss aus On- und Offroad-Tugenden. Er erreicht auf der Straße beachtliche Kurvengeschwindigkeiten, bleibt leicht beherrschbar und wartet mit sehr gut dosierbaren Bremsen auf. Im Gelände erleichtern eine Reduktionsstufe und bis zu zwei Sperrdifferenziale die Arbeit. Wer die neue M-Klasse abseits befestigter Wege einsetzen möchte, sollte das optionale Offroad-Pro-Paket ordern. Für 1914 Euro erhält der Kunde unter anderem zwei Sperrdifferenziale und eine Reduktionsstufe. Die gemessene Runde auf der Teststrecke absolvierte der ML 500 sogar noch einen Wimpernschlag schneller als der VW. Dabei traten beide mit aufpreispflichtigen 19-Zoll-Rädern an. Der Cadillac leidet bei forcierter Fahrt unter schwachen Bremsen und einem ausgeprägten Untersteuern.

FahrdynamikMax. PunkteMercedes ML 500VW Touareg V8Volvo XC90 V8Land Rover Range Rover V8Lexus RX 400hCadillac SRX 4.6 V8
Handling150939387547181
Slalom10024352961123
Lenkung100827584866670
Geradeauslauf50464436473339
Bremsdosierung3014201816510
Bremsweg kalt15010611892949384
Bremsweg warm15013011493848882
Traktion100788874907072
Fahrsicherheit15014712813595145109
Wendekreis209111453
Kapitelbewertung1000729726649576587573

 

Umwelt und Kosten

Dank seiner exotischen Antriebstechnik unterschreitet der Lexus RX 400h bereits heute die zukünftigen Grenzwerte der Euro-5-Norm. Darüber hinaus veräußern die Japaner diese geballte Ladung Hightech zu einem fairen Tarif. Niedrige Kraftstoff- und Werkstattkosten sowie der mit Abstand geringste Wertverlust steigern die Attraktivität des Edel-Toyota weiter. Ein solch erlesenes Gefährt wie den Range Rover zu pilotieren, erfordert hingegen ein prall gefülltes Portemonnaie. Zudem ist der teuerste Wagen mit dem höchsten Wertverlust gestraft. Die Unterhaltskosten von Cadilliac, Mercedes, Volvo und VW bewegen sich auf einem vergleichbaren hohen Niveau.

Kosten/UmweltMax. PunkteMercedes ML 500VW Touareg V8Volvo XC90 V8Land Rover Range Rover V8Lexus RX 400hCadillac SRX 4.6 V8
Bewerteter Preis675248256260216286260
Wertverlust5013614312
Ausstattung25484848474848
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50162825222520
Werkstattkosten20373833344036
Steuer10263029293528
Versicherung40282529223327
Kraftstoff55181923162915
Emissionswerte25777174648462
Kapitelbewertung1000511521535450611498

 

Fazit

Der Sieger Mercedes ML 500 vereint ein üppiges Raumangebot mit fulminanten Fahrleistungen und hohem Komfort. Dynamik und ein ausgewogener Charakter sichern dem VW Touareg V8 Rang zwei. Dritter wird der variable und quirlig motorisierte Volvo XC 90 V8. Der Lexus RX 400h erkämpft sich trotz des beengten Raumangebots Rang vier dank hoher Wirtschaftlichkeit und lupenreiner Öko-Bilanz. Der kostspielige Range Rover V8 konzentriert sich voll auf Komfort und Geländegängigkeit. Der markante Cadillac SRX 4.6 V8 ist flott, durstig und vor allen Dingen cool.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMercedes ML 500VW Touareg V8Volvo XC90 V8Land Rover Range Rover V8Lexus RX 400hCadillac SRX 4.6 V8
Summe5000338032833236311630953006
Platzierung123456

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