SUV-Reifentest: Sechs Profile der Größe 235/55 R 17 im Test Im Härtetest

20.02.2015

Reifen für Offroader wie den BMW X3 sollen Fahrspaß und Sicherheit vereinen – auf und neben der Straße

 

Reifentest: Sechs Reifen für SUV im Test

Wer sich für ein fahraktives Auto wie den BMW X3 xDrive30i entscheidet, der sucht keinen Offroader für deftige Geländetouren. Fahrspaß und Sicherheit auf asphaltierten Straßen spielen hier eindeutig die größere Rolle. Dementsprechend haben wir ein Testfeld aus sechs namhaften Sommerreifen zusammengestellt, die für den Einsatz auf befestigten Strecken optimiert sind – passend für den X3 und andere SUV seines Kalibers.

Herausforderer Dunlop
Neben den etablierten Reifen von Bridgestone, Continental und Michelin durchlaufen der von einem reinen Pkw-Profil abgeleitete Goodyear sowie der besonders günstige Kumho und der brandneue Dunlop die aufwendige Testprozedur. Außer den beiden letztgenannten tragen alle Reifen das Speedsymbol H (210 km/h).

Der Kumho darf Tempo 240 rennen (V), und der Dunlop ist sogar auf 300 km/h ausgelegt (Y). Diesen Vorteil lassen sich die Verantwortlichen im Hause Dunlop allerdings auchgut bezahlen. Der Debütant ist deutlich teurer als seine Wettbewerber. Ein Satz vom günstigsten Reifen im Test, dem Kumho, kostet nicht einmal die Hälfte. Das ist ein Wort.

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Ob der hohe Preis gerechtfertigt ist oder ob man beim Kumho am falschen Ende spart, untersuchen wir in insgesamt 19 Einzeldisziplinen – darunter auch Offroad-Prüfungen. Denn nur weil man einen Soft-Offroader besitzt, heißt das ja nicht, dass man solche Autos nicht doch mal im Sommerurlaub bis auf den Strand fährt oder beim Grillfest unmittelbar vor der Waldhütte parken will.

Unangenehm, wenn man dann hängenbleibt, weil schlechte Reifen den Traktionsvorteil des an sich genialen BMW-Allradsystems (xDrive) verpuffen lassen. Mehr zur Antriebstechnik des X3 finden Sie in unserem großen Allrad-Traktionsvergleich in Ausgabe 1/2009.

Doch hier geht es jetzt ausschließlich um die Reifen. Und die Zugkraftmessungen auf nassem Gras, Sand, Schotter und im Schlamm zeigen: Die Straßenprofile sind gar nicht mal so schlecht. Besonders auf Sand und Schotter ziehen die Asphalt-Profis sich und das Auto sehr achtbar aus der Affäre.

Der Kumho bleibt in den Traktionstests meist hinter den Konkurrenten zurück, punktet aber mit kurzen Bremswegen auf geschotterten Feldwegen. Zusammen mit dem Bridgestone und dem Goodyear rangiert er in der Geländewertung auf den hinteren Rängen. Doch wie gesagt: Die Offroad-Talente dieser Pneus hatten in der Entwicklung nur eine untergeordnete Bedeutung.

Nassgriff entscheidet
Weit schwieriger zu lösen ist der Zielkonflikt, einen auf Dauer haltbaren und zugleich nassgriffigen Reifen zu konstruieren. Der Zusatz von Kieselsäuresalzen (Silika) hat die Mischungstechnik diesbezüglich vor rund zehn Jahren revolutioniert. Mittlerweile verwenden aber alle renommierten Hersteller den Stoff, doch nicht alle erzielen damit auch dieselben Ergebnisse.

So deutet das auffallend schwache Abschneiden des Michelin darauf hin, dass die Ingenieure in Clermant-Ferrand den Schwerpunkt deutlich zugunsten der Laufleistung verschoben haben. Sie haben dem Reifen so aber gerade bei Nässe zu viele gute Eigenschaften genommen.

Wie es besser geht, demonstrieren in erster Linie die Reifen von Conti, Dunlop und Goodyear – wenngleich der Sport Maxx TT mit seinen mäßigen Bremswerten auf nasser Fahrbahn enttäuscht. Ansonsten absolviert der Pneu die Tests bei regnerischen Bedingungen absolut souverän.

Die ungewöhnlich langen Bremswege aller Kandidaten erklären sich übrigens dadurch, dass wir auf einer speziellen Versuchsbahn gebremst haben. Die Oberfläche dieser Teststrecke soll den Bereich in unmittelbarer Kreuzungsnähe simulieren, wo der Straßenbelag in der Regel stärker abgenutzt und somit rutschiger ist als auf freier Strecke. Auch wenn daher die Unterschiedeim Bremstest eklatanausfallen, kritische Bremswege hat keiner der Probanden.

Auf griffigem, sprich trockenem Asphalt hingegen schießt der X3 mit dem Michelin dann doch etwas zu weit übers Ziel hinaus. Dort, wo der beste Reifen (Goodyear) den BMW bereits gestoppt hat, weist der Latitude Tour HP noch eine Restgeschwindigkeit von fast 36 km/h auf. Absolute Spitze ist der Franzose indes beim Komfort: Abrollgeräusche, Rundlauf und Federungseigenschaften sind unerreicht gut.

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Der Dunlop bildet diesbezüglich die Kehrseite der Medaille. Er rollt am geräuschvollsten ab, und sein besonders steifer Unterbau mindert das Absorptionsvermögen spürbar. Dafür ist er gut beherrschbar und erlaubt gute Werte im Handling und im Slalom – die nur noch der Kumho toppen kann.

Am Schluss schiebt sich aber wie schon vor zwei Jahren der ausgewogene Continental Cross Contact UHP nach ganz vorn. Er zählt immerzur Spitzengruppe und offenbart keine Schwächen. Der dynamische Dunlop Sport Maxx TT vergibt einen möglichen Testsieg mit seinem mäßigen Nassbremsresultat, während der Goodyear trotz geringer Zugkraft dank kurzer Bremswege Rang drei belegt.

Der Kumho Ecsta SPT KU31 zeigt beim Nassbremsen Verbesserungspotenzial, ist aber ansonsten ein lohnendes Angebot. Der Bridgestone Dueler H/P Sport macht seine Sache zwar gut, setzt aber auch nirgends Akzente, während der Michelin Latitude Tour HP in mehreren Punkten hinter den Konkurrenten bleibt und somit Letzter wird.
Martin Urbanke

So testen wir

1. Fahrsicherheit: Während der Fahrversuche in den Disziplinen Handling, Slalom und Kreisfahrt sammeln die Tester Erfahrungen über die Beherrschbarkeit der Reifen im Grenzbereich, welche die Grundlage für die Beurteilung der Fahrsicherheit bilden.

2. Bremsen: Unter allen sicherheitsrelevanten Testkriterien ist das Bremsvermögen wahrscheinlich das entscheidendste. Darum widmen wir uns der Disziplin nicht nur bei Nässe und Trockenheit, sondern prüfen sogar die Verzögerung der Pneus auf Schotter.

3. Aquaplaning: Auf öffentlichen Straßen tritt der Effekt des Aufschwimmens nur sehr selten auf. Aber falls doch, wird der Fahrer im eigenen Auto zum Passagier. Deshalb prüfen wir, welches Profil die größten Reserven in tiefen Pfützen bietet.

4. Traktion: Natürlich ist ein BMW X3 nicht fürs Grobe gedacht – genauso wenig wie die ausgewählten Testreifen. Doch speziell auf Sand und Schotter sind einige dieser Reifen besser, als man annehmen möchte. Und auch auf nassem Gras gerät man allzu leicht in die Verlegenheit, auf eine hohe Zugkraft angewiesen zu sein.

5. Komfort: Unser Testprozedere widmet sich nicht nur den Sicherheits- und Performance-Fragen. Wir achten auch auf Abrollgeräusche und Federungsvermögen sowie die Geräuschbelastung der Umwelt.

Die Felgen im Test

Als Testfelgen dienten uns 8 x 17 Zoll große Alu-Räder der Marke AEZ. Das fünfspeichige Rad Tacana gibt es in sechs Größen von 15 bis 19 Zoll, das Design Phoenix mit fünf V-förmigen Speichen wird in vier Größen (17 bis 22 Zoll) und zwei Farben offeriert. Die Alu-Räder im Design Phoenix und Tacana-

Bridgestone Dueler H/P Sport
ca. 600 € pro Satz

Offroad: Auf Schotter neigt der X3 mit Bridgestone- Pneus heftig zum Übersteuern. Dafür baut er insgesamt die höchste Traktion auf

Nass: Bei regennasser Fahrbahn bleibt der Dueler Sport zwar unkritisch, doch sein Grip-Niveau ist niedrig und die Bremsleistung gering

Trocken: Auch im Trockenen nur mäßig griffig: Langsamster in Handling und Slalom. Recht lautes Abrollgeräusch, Rundlauf nicht optimal

Plazierung: 5
Der Bridgestone Dueler H/P Sport absolviert das Testprozedere mühelos – aber das allein genügt nicht

Continental Cross Contact UHP

ca. 710 € pro Satz

Offroad: Fährt selbst auf losem Schotter stabil um Kurven und bremst am besten. Ordentliche Zugkraft auf jedem Untergrund

Nass: Sein Nass-Griff sichert dem Conti bei Regenwetter gute Werte: Bester im Bremsen, schnell und sicher im Handling

Trocken: Der Cross Contact fährt sich schnell und sicher, nur die Rückmeldung dürfte präziser ausfallen. Bremsleistung und Komfort gut

Plazierung: 1
Der ausgewogene Conti Cross Contact UHP ist Testsieger. Er zählt unter allen Bedingungen zur Spitze

Dunlop SP Sport Maxx TT

ca. 875 € pro Satz

Offroad: Auf feuchtem Gras dreht der neue Dunlop früh durch. Doch ansonsten schlägt sich der Straßen-Spezialist erstaunlich wacker

Nass: Bestwerte im Aquaplaning, perfekte Beherrschbarkeit, schnell im Handling und auf der Kreisbahn. Aber beim Bremsen hapert’s

Trocken: Sein recht hartes und lautes Abrollen trübt die souveräne Vorstellung des Sport Maxx TT , der eine optimale Rückmeldung bietet

Platzierung: 2
Der Dunlop SP Sport Maxx TT verpasst nur knapp den Sieg. Ein sportiver Pneu mit gutem Nass-Griff

Goodyear Excellence

ca. 595 € pro Satz

Offroad: Ähnlich wie der neue Dunlop ist auch der Goodyear ein reines Straßenprofil. Auf schlammigem Boden fühlt er sich nicht wohl

Nass: Auf nassem Asphalt, glänzt der Goodyear: starke Verzögerung im Bremstest, hohe Reserven beim Aquaplaning, sicher in Kurven

Trocken: Auf Goodyear-Reifen steht der X3 im Bremstest am schnellsten. Außerdem harmoniert der Profiltyp gut mit dem ESP-System

Platzierung: 3
Im Straßeneinsatz punktet der Goodyear Excellence mit hoher Bremspower. Offroad-mäßig griffig

Kumho Ecsta SPT KU31

ca. 430 € pro Satz

Offroad: Im Gelände ist der Kumho Ecsta SPT nicht in seinem Element: Er verfügt insgesamt über die geringste Zugkraft, bremst aber ordentlich

Nass: Im Gelände ist der Kumho Ecsta SPT nicht in seinem Element: Er verfügt insgesamt über die geringste Zugkraft, bremst aber ordentlich

Trocken: Sehr gute Bremsleistung, spontane und präzise Lenkreaktionen, schnellste Rundenzeit – der Ecsta SPT schneidet erfreulich gut ab

Platzierung: 4
Der preiswerte Kumho ist eine interessante Alternative, denn bei der Sicherheit spart er nicht Offroad-mäßig griffig

Michelin Latitude Tour HP

ca. 750 € pro Satz

Offrad: Kein anderer Reifen lässt den BMW auf Feldwegen so präzise agieren wie der Michelin. Traktionsstark – außer im Schlamm

Nass: Der Michelin verlangt bei nasser Strecke Abstriche: frühes Kurven-Aquaplaning, schwache Verzögerung, niedriges Grip-Level

Trocken: Der Latitude rollt leise ab und federt geschmeidig. Minus: geringe Bremsleistung, empfindliche Lastwechselreaktionen

Platzierung: 6
Der Michelin Latitude Tour HP zeigt Schwächen. Seine Stärken: Komfort und Laufleistung

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