SUV-Sommerreifen-Test 2015: 16 Zoll-Reifen Neun Reifen im Test

Neun Sommerprofile der Größe 215/65 R 16 für leichte SUV im Test – zwischen 290 und 400 Euro pro Satz. Mit dabei: die neuen Pneus von Firestone und Nokian sowie ein überarbeiteter Goodyear

An der Bundesstraße 117 staut es sich auf dem Standstreifen. Ein paar Männer mit Cowboyhüten beobachten neugierig die sich alle 60 Sekunden meterhoch auftürmende Staubwolke. Wir sind in Texas ein paar Meilen südlich des Örtchens Uvalde auf dem Reifen-Testgelände von Continental.

Und gerade jetzt wirbeln wir Staub bei der Jagd über einen in den Wüstenbusch gefrästen Rundkurs auf – einer Offroad-Handlingstrecke. Hier, wo auch Klapperschlangen zuhause sind, testen wir 16 Zoll große Sommerreifen im Gelände sowie auf nassem und trockenem Asphalt, passend für leichte SUV wie Audi Q3, Nissan Qashqai, Opel Mokka oder auch Dacia Duster.


Alleskönner sind gefragt, keine Spezialisten


In 20 Test-Kriterien untersuchen wir über eine Woche lang, welcher der primär für befestigte Straßen entwickelten Reifen der beste Allrounder ist. Auf Gras, Sand, Schotter und Schlamm ist das Profil von Cooper mit seiner offenen Profillgestaltung im Vorteil, sodass es sich besser mit dem losen Untergrund verzahnen kann.

Aber auch Conti, Firestone, Goodyear und Pirelli schneiden mit ihren weniger aggressiv gestalteten Laufflächen gut ab. Schlusslicht im Gelände ist der Sportrac 5 von Vredestein, dem es vor allem an Traktion mangelt.

Ist der Asphalt jedoch trocken, trumpft der Niederländer mit kurzen Bremswegen, niedrigem Rollwiderstand und hoher Fahrsicherheit auf. Der neue Nokian Line SUV hingegen ist ein Nässespezialist: sehr kurze Bremswege, gute Fahrstabilität im Grenzbereich und spätes Aquaplaning.

Die zweite Neuheit im Test, der Firestone Destination HP, setzt in keiner Disziplin wirkliche Akzente. Außer dem langen Bremsweg auf trockenem Asphalt kann man dem Amerikaner aus dem japanischen Bridgestone-Konzern jedoch nicht viel vorwerfen.

Die besten Allroundqualitäten bietet der EfficientGrip SUV von Goodyear, dessen Mischung zugunsten der nun sehr guten Nass-Performance überarbeitet wurde. Testsieg! Der ansonsten fahrsichere und sehr effiziente Dunlop Sport BluResponse patzt beim Nassbremsen. Wenn der VW hier mit dem besten Pneu (Nokian) bereits steht, ist er auf Dunlop-Gummis noch über 30 km/h schnell. Deshalb gibt es keine Empfehlung.

 

Unterschiede trotz gleicher Label-Buchstaben

Dennoch ist der Dunlop – wie der Nokian – auf dem EU-Reifenlabel mit der Bestnote A in Sachen Nassgriff ausgezeichnet. Wie kann das sein? Der Grund: Alle Reifenhersteller führen die Label-Einstufung ihrer Produkte selber durch – nach einem von der EU-Kommission vorgegeben Prozedere, das vor allem bei der Ermittlung des Nassgriffs Raum für Einflüsse durch Luft- und Fahrbahn-Temperatur, Asphalt-Beschaffenheit sowie Testfahrzeug lässt.

Dieser Umstand zeigt einmal mehr, dass das 2012 eingeführte Reifenlabel nur eine grobe Orientierung in Sachen Effizienz (Rollwiderstand), Nassgriff (Bremsen) und Abrollgeräusch ist.

Es kann nicht das ganze Leistungsspektrum eines Profils so detailliert abbilden wie unsere aufwändigen Reifentests mit – in diesem Fall – 20 verschiedenen Kriterien. Denn wir testen alle Reifen unter denselben Bedingungen auf derselben Strecke mit nur einem Fahrzeug und vielen Wiederholungen, um ganz sicher zu sein, wie gut ein Reifen wirklich ist.

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