Sommerreifen-Test 2013: Sechs SUV-Reifen im Format 235/50 R 18 im Vergleich Schwere Prüfung

29.09.2015

Im Grenzbereich durch den texanischen Busch: Sechs verschiedene Sommerreifen für SUV im Format 235/50 R 18 mussten sich unserem harten Test unterziehen

Deutschland ist nicht nur ein Land der Kombi-Käufer, auch Fahrzeuge mit hochgelegter Karosserie sind der Trend – trotz des europäischen Spritsparauftrags mit CO2-Reduzierung und E10-Kraftstoff. Allein in den ersten sechs Monaten 2013 wurden gut 230.000 Sports Utility Vehicles (SUV) und Geländewagen zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von knapp 16 Prozent. Und weil an Kraxler ganz besondere Anforderungen gestellt werden, müssen spezielle Reifen her. Wir haben sechs solcher Profile der Premiumklasse auf einem VW Tiguan in zum Teil materialmordenden Prüfungen getestet.

 

Reifentest: SUV-Sommerreifen im Vergleich

Mit dabei: Die etablierten Pneus von Continental, Dunlop, Goodyear, Pirelli, Toyo und Vredestein. Bereits seit ein bis zwei Jahren sind SportContact 5 SUV, SP Quattromaxx, Eagle F1 Asymmetric SUV, Scorpion Verde, Proxes T1 Sport SUV und Ultrac Cento im Markt. Doch im Zuge der Einführung des EU-Reifen-Labels (1. November 2012) wurden sie hinsichtlich Rollwiderstand, Nassgriff und Vorbeifahrgeräusch nochmals optimiert.

Betrachtet man die Laufflächen im Detail (siehe Seite 91), sieht man schnell, dass die Gummis vor allem für asphaltierte Wege konzipiert wurden. Doch wir meinen: Wer mit großer Bodenfreiheit und Allradantrieb unterwegs ist, der soll einen kurzen Ausflug ins leichte Gelände nicht scheuen.

Die meisten Punkte im Offroad-Kapitel sammelt der Goodyear, weil er sich beim Verzögern auf Schotter und bei der Traktionsmessung auf Gras am besten mit dem Untergrund verzahnt. Außerdem umrundet er den Handlingkurs nicht nur als einer der Schnellsten, sondern auch mit den größten Sicherheitsreserven. Knapp dahinter liegt der Conti, der zwar nur in Sachen Traktion auf Schotter im Vergleich hervorsticht, sich aber auch sonst keine Schwäche leistet.

Vor allem auf trockener Piste ist der SportContact 5 SUV in seinem Element mit den kürzesten Bremswegen, angenehmem Abrollkomfort und einem für diese Reifenklasse niedrigen Rollwiderstand. Bei Nässe hält er den Anschluss zur Spitze: mit den kürzesten Bremswegen und sicherem Fahrverhalten bis in den Grenzbereich.

Ähnlich auch der Ultrac Cento von Vredestein, der auf der Nasshandling- Strecke ein hohes Sicherheits-Potenzial bietet. Das Grip-Level an Vorder- und Hinterachse liegt hoch, die Lenkwinkel sind klein, tückische Lastwechselreaktionen sind dem Holländer fremd – das spiegelt auch die schnellste Rundenzeit wider.

Die entscheidenden Punkte für einen Spitzenplatz im Nässe-Kapitel und den dritten Gesamtrang holt der Ultrac Cento aber mit seinen hervorragenden Aquaplaning-Eigenschaften. In den Offroad-Disziplinen überzeugt er mit kurzen Bremswegen, auf trockenem Asphalt glänzt er weniger – im Gegensatz zum Toyo.

Der Proxes T1 Sport SUV überzeugt auf der Offroad-Handlingstrecke mit starker Verzögerung, kleinen Lenkwinkeln, viel Grip an der Vorderachse und ruhigem Heck. Deshalb bekommt er 28 von 30 Punkten bei der subjektiv bewerteten Fahrsicherheit. Auch die Zeit im Trockenhandling sowie das Tempo im 180-Meter- Slalom sprechen für die ausgewogene Abstimmung des Japaners. Lange Bremswege und der hohe Rollwiderstand verhageln ihm aber die Trocken-Bilanz.

Auf Nässe ist der Toyo abgeschlagen, weil er das Wasser im Längsaquaplaning weniger effizient verdrängt als die Konkurrenz und auf der bewässerten Bremsstrecke aus Tempo 100 bis zum Stillstand 8,3 Meter mehr Weg braucht als der bestplatzierte Conti. Im Nasshandling hingegen überrascht der Toyo mit akzeptablem Tempo und genügend Sicherheitsreserven.

Auch der Pirelli Scorpion Verde fährt auf Nässe sicher. In schnellen Kurven mangelt es den Vorderrädern aber an Seitenführung. Die Folge sind leichtes Untersteuern sowie vergleichsweise langsame Zeiten auf dem Handlingparcours und im Nasskreis. Die Leistung des Pirelli im Offroadkapitel fallen durchwachsen aus. Zwar baut der Italiener stets genügend Traktion auf, verliert aber bei der Verzögerung wichtige Punkte – ähnlich wie der Dunlop.

Ob Gras, Sand oder Schotter: der SP Quattromaxx kommt immer gut voran, besonders auf Schlamm. Im Handling wirkt er auf der Bremse allerdings lebendiger und reagiert mit leichtem Übersteuern auf Lastwechsel. Bei Nässe verzögert er stark, auf dem bewässerten Rundkurs hat er jedoch zu wenig Grip für eine schnellere Rundenzeit. Im Trocken-Kapitel spricht das niedrige Abrollgeräusch für den Dunlop – der Rollwiderstand dürfte aber geringer sein.

 

So testen wir

Rollwiderstand Wie leicht ein Reifen läuft, ermittelt ein Prüfstand unter Laborbedingungen. Dabei werden der Load- und der Speedindex (z.B. 97 V) berücksichtigt.

Geräusch Für eine exakte Messung rollt das Fahrzeug mit Tempo 80 und abgeschaltetem Motor an windgeschützten Mikrofonen vorbei. Die Asphaltoberfläche ist gemäß der Richtlinie des EU-Reifenlabels.

Handling Hier werden nicht nur Rundenzeiten genommen – vor allem der subjektive Eindruck zählt. Ein schneller Reifen ist in der Regel auch ein sicherer, weil er erst spät seine Haftgrenze erreicht – beim Bremsen, Lenken und in Kurven.

Bremsen Auf trockenem Asphalt bremsen wir zehnmal von 100 km/h bis zum Stillstand. Ist die Fahrbahn bewässert, bremsen wir gemäß der Vorgaben für das EU-Reifenlabel. In unserem Test schafften alle Profi le die Werksangabe, der Dunlop war sogar besser als angegeben. Auf Schotter bremsen wir aus Tempo 50 auf 0 km/h ab.

Paul Englert

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