SUV: Neue Modelle bis 2015 Mit allen Vieren

15.03.2012

Höher sitzen, überall durchkommen: SUV-Modelle sind schwer im Trend, auch wenn man ihre Allradpotenz kaum braucht. Wir bieten den Ausblick: alle Neuheiten aller Klassen. Sie können schon mal mit ihrer Bank reden

Das ist so wie beim Dschungelcamp. Angeblich sieht niemand im Büro diese Show, aber morgens wissen immer alle genau Bescheid, wer letzte Nacht mit wem und so. Da muss man mitreden können. Das verbindet die RTL-Serie mit den Allradlern, die früher Geländewagen hießen und das auch waren. Heute nennen sie sich cool SUV (Sport Utility Vehicle), sind dank neuer Dieseltechnik sparsamer, und die Leute kaufen diese Rustikalos wie verrückt, obwohl alle ökologisch sehr vorbildlichen Menschen nach wie vor den Igitt-Finger heben.

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In Deutschland gab es 2011 für die SUV einen Absatzzuwachs von 22 Prozent. Dabei sind die hochbeinigen SUV immer noch ziemlich schwer und nicht sehr windschlüpfig. Sie schlucken weiterhin mehr als Limousinen, und fast niemand – Bergbauern, Förster und andere Extremfälle mal ausgenommen – fährt mit ihnen ins schwere Gelände. Aber man sitzt chefmäßig hoch und fühlt sich ein bisschen wie in der Trutzburg. Das hilft gegen psychischen Stress und globale Bedrohungen.

Und was die Geländepotenz angeht: Man könnte eben, wenn man wollte. Klare Trendsetter der Klasse sind die handlichen, flotten Kompakt-SUV – neuerdings auch ganz kurze City-Wilde wie der gerade vorgestellte Opel Mokka. Und immer mehr dieser Rustikalos wollen plötzlich am liebsten ein schnittigeres Geländecoupé sein. Höchste Zeit für eine umfangreiche Übersicht der geplanten SUV-Neuheiten aller Größen und Preisklassen – von der aktuellen Automobilsaison 2012 bis zum Jahr 2015. Damit Sie schon mal in aller Ruhe mit ihrem Familienvorstand, ihren Kindern und der Hausbank reden können.

DIE GROSSEN: BMW X5-NACHFOLGER UND DYNAMISCHE GELÄNDE-COUPÉS
Wir starten bei den Kraftbolzen der Rund-Fünf-Meter-Klasse, der BMW X5 zählt hier zu den beliebtesten: 2011 wurden weltweit noch 104.841 Exemplare (plus 2,6 Prozent) verkauft, obwohl bereits die Versuchsfahrzeuge des Nachfolgers unterwegs sind. Der Neue startet schon nach der Frankfurter IAA im Herbst nächsten Jahres, unser Bild basiert auf im Januar erwischten neuen Prototypen. Klar zu sehen: Der Nachfolger wirkt gestreckter, harmonischer, aber auch schärfer gezeichnet als bisher und trägt das neue Nierendesign.

In Höhe und Länge verändert sich der X5 nur um Millimeter, der Radstand aber wächst um 1,5 Zentimeter auf rund 2,93 Meter, was den Knieraum im Fond vergrößert. Die Rücksitzbanklehne lässt sich nun à la X3 im praktischeren Verhältnis 40:20:40 umlegen, gegen Aufpreis gibt es wieder die dritte Sitzreihe. Zudem wird der X5 im Schnitt rund 50 Kilo leichter, die Verbräuche sinken deutlich. Die Motoren: Der Turbo-Reihensechszylinder xDrive 35i bleibt bei 306 PS, aber die Power des 4,4 Liter großen V8-Doppelturbo wächst wie demnächst im 7er von 407 auf 450 PS: neuer Zylinderkopf, neue Elektronik.

Dabei soll der Verbrauch sinken, denn die Leistung wird über den Ventilhub gedimmt, wenn der Fahrer sie nicht abfordert. Das sei effektiver als eine Zylinderabschaltung, sagt BMW. Und ab 2014 könnte der 245 PS starke Zweiliterturbo des Hauses (Toptriebwerk im X1) als neue Basismotorisierung agieren. Frischfleisch auch bei den Dieseln: Hier starten die überarbeiten Sechszylinder, die Leistung des 30d steigt von 245 auf 258 PS, die des 40d von 306 auf 313 PS – die Verbräuche sinken. Als neue Basisversion ist der 218 PS starke Vierzylinder aus dem 525d im Gespräch. Später folgen eine Hybridversion des X5 mit Plug-in-Technik sowie der M-Performance-Diesel mit 381 PS.

MERCEDES GL-NACHFOLGER, EIN NEUER Q7 ALS LEICHTBAU-PIONIER
Noch eine Big Mac-Nummer größer als der X5 ist der Mercedes GL, dessen Nachfolger im April debütiert und ab November verkauft wird. Auch er wird im US-Werk Tuscaloosa (Alabama) gebaut. Technisch entspricht der 5,10 Meter lange, serienmäßig mit Luftfederung ausgerüstete Siebensitzer weitgehend dem ML. Auch der Audi Q7 gehört zu den XXL-Brüdern der Klasse, sein Nachfolger (etwa 5,08 Meter) erscheint im Herbst 2013, er soll dann neue Maßstäbe im Leichtbau setzen. Audi-Entwicklungschef Michael Dick: „Wir haben eine Gewichtsreduzierung von 350 bis 400 Kilogramm anvisiert.“

Mit an Bord ist der brandneue Vierliter-Biturbo- V8 (4.0 TFSI) mit 420 PS, Start-Stopp-Automatik und Zylinderabschaltung, der im Verbrauch unter elf Litern liegen könnte. Auch das Urgestein Land Rover Defender kommt neu. Die Briten haben mit der Studie DC 100 enthüllt, wie der Nachfolger 2014 aussieht: kantig, extrem kurze Karosserieüberhänge, natürlich wieder eine Kurz- und eine Langversion. Die Studie hat eine per Luftfederung auf 320 mm erhöhbare Bodenfreiheit sowie einen Terrain-Scanner (3D-Bild), der die gewählte Strecke auf Befahrbarkeit prüft und Alternativen vorschlägt.

Eine Nummer kleiner, aber auch recht groß ist der neue VW Tiguan XL, ein rund 4,80 Meter langer Siebensitzer, der mit dem Fahrkomfort eines Kombis ab 2014 die Lücke zum Touareg schließt und besonders preisgünstig sein soll. Hier wildert ebenfalls das geplante große Skoda-SUV oberhalb des kompakten Yeti – es tritt als Preisbrecher gegen die SUV von Hyundai und Kia an. Auch für ihn wird es wohl die dritte Sitzreihe geben.

DIE KOMPAKTEN KOMMEN: NEUE MARKEN UND NACHFOLGEMODELLE
Die Großen verkaufen sich gut, doch der Trend geht zur Kurzware. Besonders die Kompakt-SUV legen stark auf – neue Marken und ganz neue Autos. Kompakt-Newcomer Volvo zum Beispiel: Auf dem Genfer Salon zeigen die Schweden den V 40 – Konkurrent des Audi A3 Sportback. Die Robust-Ausgabe mit zünftigen Anbauteilen, Höherlegung und optionalem Allradantrieb – Kraftverteilung per Haldex-Kupplung – kommt dann als V 40 XC („Cross Country“) im November auf den Markt.

Die Technik entstammt der weiterentwickelten Plattform des C 30 (115 bis 230 PS), wird aber um neue Sicherheits-Features wie das aus dem größeren S 60 bekannte Anti-Kollisions- System „City Safety“ ergänzt. Auch Alfa Romeo steigt ein, 2013 rollt das erste Kompakt-SUV der Italiener an.

Der auf der C-Plattform basierende Allradler wird zusammen mit einem verwandten Jeep-Modell (Nachfolger Compass/Patriot) in Italien gebaut. Motoren bringt die Giulietta. Subaru ist noch schneller dabei: Der japanische Allrad-Profi startet im März den 4,45 Meter langen XV, den wir schon gefahren haben (sie Ausgabe 1/2012). Die Motoren: Benziner mit 114 und 150 PS, dazu ein 147-PS-Diesel. Den Basisbenziner gibt es schon ab 21.600 Euro, Allradantrieb inklusive. Und auch Mercedes ist hier erstmals im Rennen: 2014 kommt der kompakte GLC – die Gelände-Variante der neuen A-Klasse. Allradantrieb gibt es auf Wunsch.

FORD ERNEUERT 2013 DEN KUGA, DER VW TIGUAN-ERBE FOLGT 2014
Der koreanische SUV-Spezialist Ssang-Yong will ebenfalls bei den Kompakten mitspielen und wirft mit dem 4,14 Meter langen und 1,59 Meter hohen Concept XIV-1 einen Blick voraus. Das Auto könnte bis 2015 auf dem deutschen Markt sein. Auffällig sind die umlaufende Windschutzscheibe und das flexible Sitzkonzept. Den Antrieb sollen Benziner und Diesel mit 1,6 Liter Hubraum übernehmen.

Ford wiederum offeriert Anfang 2013 den Kuga-Nachfolger. Er sieht exakt aus wie sein US-Kollege Escape – 4,52 Meter lang, mehr Laderaum. Die Motoren sind sparsame 1,6- und 2,0-Liter-EcoBoost-Benziner (Direkteinspritzer, Turboaufladung) mit 150 bis 240 PS. Auch der neue 1,0-Liter-EcoBoost- Dreizylinder (125 PS) ist dabei. VW bringt erst 2014 den Nachfolger des beliebten Tiguan, der in Deutschland den großen Marktführer gibt. Er bietet mit der neuen Architektur (modularer Querbaukasten) spürbar mehr Platz auf der Rückbank, wird zwei Zentimeter flacher und bis zu 80 Kilo leichter. Viel kürzere Überhänge, über fünf Zentimeter mehr Radstand.

Und Citroën? Auf dem Genfer Salon im März zeigen die Franzosen den neuen C4 Aircross, der mit Front- und Allradantrieb ab Mai zu haben ist. Technisch basiert der 4,34-Meter-Kompakte auf dem aktuellen Mitsubishi ASX, es gibt einen 1,6-Liter-Benziner (115 PS) und zwei sparsame Turbodiesel – 1,6-Liter (110 PS) und 1,8-Liter (150 PS).

Auch Seat ist in der SUV-Golf-Klasse bald mit von der Partie. Die spanische VW-Tochter hat mit der Studie IBX schon gezeigt, wo es hingeht. Dieser besonders sportlich-stylische Offroader auf Tiguan-Basis könnte ab 2014 starten. Entwicklungsvorstand Matthias Rabe: „So ein emotionales Modell würde die Markenwerte von Seat exzellent präsentieren.“

Dagegen ist der Honda CR-V ein Etablierter, seine Neuauflage startet im Oktober. Das EU-Modell wird im britischen Swindon gebaut, der Allradantrieb schaltet sich automatisch zu, eine Sechsstufen-Automatik soll das bisherige Fünfgang- Pendant ersetzen. Motoren: 2,4-Liter-Benziner (185 PS), 2,2-Liter-Diesel (150/180 PS).

NEUESTER TREND: FLOTTE MINI-SUV IM KLEINWAGENFORMAT FÜR DIE CITY
Darf es noch eine Nummer kleiner sein? Ja, der neueste Schrei sind SUV im gehobenen Kleinwagenformat – mit und ohne Allradantrieb, parkfreundlich in der City, dazu relativ sparsam. So einer ist zum Beispiel der neue Opel Mokka, eine Art Coffee-to-Go-Typ: 4,28 Meter lang, er kommt zum Jahresende für rund 18.000 Euro und hält Benziner mit 115 sowie 140 PS (Turbo) und einen 130-PS-Diesel bereit.

VW ist nicht ganz so fix. Das Polo-SUV, knapp 4,10 Meter lang, das man ursprünglich mit dem in Ungnade gefallen Partner Suzuki bauen wollte, entsteht nun mit hauseigenen Mitteln. „Das können wir technisch auch schnell allein lösen“, sagte uns ein hochrangiger Manager. Noch fehlt das letzte Okay, aber mit dem neuen Querbaukasten des Konzerns ist die Basis vorhanden. Im günstigsten Fall könnte das Auto (Kooperation mit Audi Q1) 2014 anrollen – mit den stärkeren Motoren der Polo-Limousine.

Und Ford? Der in Indien gezeigte kleine Eco-Sport soll weltweit starten, er dürfte bei uns bis 2014 den kantigen Fusion ablösen, der noch auf dem alten Fiesta basiert. Auffällig: wuchtiger Bug, langer Radstand. Power bringt der schon genannte 125-PS-Dreizylinder. Ob auch die EU-Version als Allradler fährt, ist offen. Bei den Kleinen ist dann garantiert auch Audi im SUV-Spiel – über das Projekt Q1 haben wir schon längst berichtet. Der Vier-Meter-Kurze auf A1-Basis, der noch die Vorstandsgenehmigung braucht, kann nach 2014 als Fronttriebler und teurerer Allradler durchstarten.

Auch Peugeot setzt künftig auf City-Kraxler. Auf dem Pariser Salon im September wird der neue 2008 gezeigt, der im März 2013 den 207 SW ersetzt. Er basiert auf dem taufrischen 208 und wird unter anderem mit einem 112 PS starken 1,6-Liter-Turbodiesel sowie Dreizylinder-Turbobenzinern fahren. Ein Allrad-Hybrid, bei dem zusätzlich zum Frontantrieb ein Elektromotor die Hinterachse antreibt, folgt.

Konkurrent Renault startet 2013 ebenfalls bei den Minis – mit dem Captur, der bereits als Studie existiert. Dabei können die Franzosen die Nissan-Technik des Juke nutzen. Der Captur kommt als Front- oder Allradler, bei den Benzinern gibt es zum Beispiel den neuen 1,2-Liter- TCe-Direkteinspritzerturbo mit 115 PS.

DIE HEISSEN COUPÉ-MODELLE: AUCH DER PORSCHE CAYENNE IST DABEI
Nächster Trend: Die Coupé-SUV sind im Anmarsch. Vorbild ist der Verkaufsschlager BMW X6, der gerade ein Facelift bekommt – nun wollen alle schnell dabei sein. Bei Mercedes heißt die Kreation MLC, sie ist im Frühjahr 2014 zu haben. Viertürig wie der X6 mit auffällig hoher Schulter, dazu eine Dachlinie im Stil des CLS. Auch Front- und Heck zeigen Eigenständigkeit. Zusammen mit der neuen Wankstabilisierung „Active Curve System“ soll der 525 PS starke 5,5-Liter-V8-Biturbo (63 AMG 4Matic) den Neuen gar zum Sportler machen. Auf der anderen Seite dürfte die dieselnde Sparversion 250 BlueTEC 4Matic im EU-Mix mit sechs Liter Diesel auskommen.

Porsche plant eine viertürige Coupé-Version des Bestsellers Cayenne. Sie könnte nach 2015 auf der Basis des Cayenne-Nachfolge-Modells starten. Credo: extreme Sportlichkeit. Auch starke Diesel, die Konzernpartner Audi mit dem 313-PS-V6 oder dem 4,2-Liter-V8 TDI (350 PS) liefern könnte, sind hier angedacht. Sehr coupéhaft wirkt das viertürige, 4,60 Meter lange und 1,63 Meter hohe Porsche-Mittelklasse-SUV Cajun, das im Herbst 2013 erscheint. Der Neuling nutzt die Basis des Audi Q5 (Modularer Längsbaukasten/ MLB) und bei Benzinern und Dieseln aufgerüstete TFSI-(240/290 PS) sowie TDI-Motoren (190/265 PS) des Konzerns. Topbenziner: ein über 300 PS starker, neuer Porsche-Boxervierzylinder.

Audi selbst plant gleich zwei SUV-Coupés. Neben dem bestätigten Q6 (ab 2014), der zwischen den klassischen SUV Q5 und Q7 rangiert, kommt ein Q4 in Sicht – eine 4,50 Meter lange, relativ flache, bis zu 300 PS starke Sportskanone zwischen Q3 und Q5. Kann 2015 starten, auch als sparsamer Plug-in-Hybrid. Ähnliche Pläne hat längst BMW.

Die Weiß-Blauen haben gerade im Zusammenhang mit dem Ausbau des US-Werks Spartanburg „die Erweiterung der X-Familie mit dem X4“ (Produktionsvorstand Arndt) offiziell bestätigt. Der Neuzugang startet 2014 auf der X3-Plattform: knapp 4,60 Meter lang, Benziner bis 306, Diesel bis 313 PS. Selbst Maserati kommt ins Boot: Bereits nächstes Jahr offeriert die Marke das Luxus-SUV Kubang, es nutzt die Allradtechnik des Jeep Grand Cherokee. Basismotor ist ein Dreiliter-V6-Diesel, die Spitze ein V8-Biturbo mit über 450 PS – noch so ein scharfer Feger.
Wolfgang Eschment, Stefan Miete

Computer-Illustrationen: Jean-Francois Hubert, Reichel CarDesign

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