Neuer Kia Sorento gegen die Allrad-Konkurrenz Kia Sorento 2.2 CRDi 4WD gegen die Konkurrenz

Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Kia startet die zweite Generation des Sorento. Mehr SUV als Geländewagen, muss sich der Koreaner im ersten Test mit der etablierten Konkurrenz messen

Lieferzeiten von bis zu einem Jahr – keine Frage, die erste Aufl age des Kia Sorento war für den koreanischen Autohersteller ein großer Erfolg. Weltweit wurden 900 000 Exemplare verkauft, davon gut 44 000 Einheiten in Deutschland. Nun steht die zweite Generation in den Startlöchern, Kia hat den Offroader komplett umgekrempelt. Der schwere Leiterrahmen ist Geschichte, die neue, selbsttragende Karosserie spart gut 200 Kilogramm.

Zum Vergleichstest treten an: der Sorento 2.2 CRDi 4WD mit 197 PS, der 152 PS starke Land Rover Freelander TD4_e, der gerade frisch überarbeitete Citroën CCrosser mit neuem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe und 156 PS sowie der erfolgreiche Mercedes GLK 220 CDI 4MATIC mit 170 PS.

 

Karosserie

Schon in den ersten Bewertungskriterien zeigt sich, dass die Koreaner es mit dem neuen Sorento ernst meinen. Der großzügige Innenraum bietet sowohl vorn als auch hinten reichlich Platz. Selbst mit dem großfl ächigen Panoramadach bleibt auch für Großgewachsene genügend Kopffreiheit. Der Land Rover und der durch seine sehr steil stehenden Scheiben luftig wirkende Mercedes geben ebenfalls keinen Grund zur Klage.

Lediglich der Citroën bietet vorn nicht ganz so viel Platz wie seine Konkurrenten. Zudem steht die Frontscheibe zu flach. Dafür ist der Franzose sehr praktisch veranlagt. Die Fondsitzbank lässt sich in Längsrichtung verschieben, und im Kofferraum versteckt sich serienmäßig eine dritte Sitzbank. Zwei zusätzliche Plätze können, gegen einen Aufpreis von 900 Euro auch für den Kia geordert werden. Die mit 2500 kg höchste Anhängelast kostet hingegen keinen Cent extra.

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Die Konkurrenten begnügen sich mit 500 kg weniger. Das Rangieren mit dem Sorento geht allerdings schon ohne sperrigen Anhänger nicht sonderlich leicht von der Hand. Nach schräg vorn stören die starken Bügelfalten in der Haube, die die seitlichen Fahrzeugenden unsichtbar machen, nach hinten versperren die massiven D-Säulen die Sicht. Der GLK und der Freelander mit seiner sehr guten Rundumsicht lassen sich erheblich leichter einparken.

Bei der Sicherheitsausstattung ist der Sorento mit aktiven Kopfstützen, Bremsassistent, ESP und weiteren serienmäßigen Features up to date. Damit kann er sogar den C-Crosser und den Land Rover knapp hinter sich halten. Der GLK spielt in diesem Punkt seine Trümpfe aus. Mercedes übernimmt bei der Sicherheit eine Vorreiterrolle. Nur beim GLK gibt es hintere Seitenairbags (405 Euro), das Kollisionserkennungssystem Presafe (393 Euro), abblendbare Außenspiegel (512 Euro) und weitere Sicherheitsextras.

Auch bei der Qualität setzt sich der extrem steif und solide gebaute Stuttgarter mit hochwertigen Materialien an die Spitze des Feldes. Dem Land Rover fehlt lediglich die Liebe zum Detail, um an den GLK heranzureichen. Beim Kia stören vor allem die großen Hartplastikfl ächen im ansonsten gut verarbeiteten Innenraum. Citroën hat zwar den C-Crosser gerade überarbeitet, aber dennoch erreicht er nicht die Solidität der Konkurrenten.

KarosserieMax. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATIC BEKia Sorento 2.2 CRDi 4WDLand Rover Freelander TD4_eCitroën C-Crosser HDi 155 FAP DCS
Raumangebot vorn10075757571
Raumangebot hinten10064706970
Übersichtlichkeit7056536053
Bedienung/ Funktion10090909088
Kofferraumvolumen10045554146
Variabilität10043454145
Zuladung/ Anhängelast8052605552
Sicherheit150105817680
Qualität/ Verarbeitung200181174177163
Kapitelbewertung1000711703684668

 

Fahrkomfort

Platz nehmen und wohlfühlen heißt es vor allem im Mercedes. Lenkrad, Sitze und Pedalerie – der GLK passt perfekt. Nicht nur die Ergonomie ist tadellos, auch Polsterung und Kontur der Vordersitze sind in diesem Vergleich nicht zu schlagen. Nur der Komfort der hinteren Sitzbank und die Abstimmung der Federelemente sind den Briten eine Spur besser gelungen. Der Freelander schluckt starke Verwerfungen auf Landstraßen noch besser als der schon sehr souveräne Schwabe.

Mit maximaler Beladung zeigt der Land Rover dann sein ganzes Potenzial. Auf extrem starken Wellen bleibt er auch dort noch gelassen, wo der Mercedes seine Grenzen erreicht. Gelungen ist auch die Abstimmung, die Kia für den Sorento gefunden hat. Unebenheiten nimmt der Koreaner zwar nicht ganz so gelassen und feinfühlig unter die Räder wie der Land Rover und der GLK, aber auch er fi ltert die meisten Stöße heraus, bevor sie zu den Insassen gelangen.

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Den Sitzen des Kia fehlt es aber ein wenig an Seitenhalt. Auch die Lordosenstütze in der Lehne des Fahrersitzes könnte angenehmer positioniert und besser abgepolstert sein. Der Citroën CCrosser ist hier deutlich abgeschlagen. Laute Wind-, Abroll- und Motorgeräusche stören ebenso wie die teilweise recht bockige Federung – vom französischen Komfort fehlt hier jede Spur. Der GLK ist übrigens der Leiseste.

FahrkomfortMax. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATIC BEKia Sorento 2.2 CRDi 4WDLand Rover Freelander TD4_eCitroën C-Crosser HDi 155 FAP DCS
Sitzkomfort vorn150126112115106
Sitzkomfort hinten10072747970
Ergonomie150138135138133
Innengeräusche5038323020
Geräuscheindruck10075737370
Klimatisierung5039333333
Federung leer200143139153126
Federung beladen200140137148126
Kapitelbewertung1000771735769684

 

Motor und Getriebe

Mit dem neuen, 197 PS starken 2,2-Liter-Common-Rail-Diesel markiert der Sorento die Leistungsspitze in diesem SUV-Quartett. Das Triebwerk schiebt den 1,8-Tonner binnen 8,7 Sekunden auf Landstraßentempo von 100 km/h und macht ihn bei Bedarf 190 km/h schnell. Seine 421 Newtonmeter Drehmoment lassen ihn bei Überholvorgängen stets gelassen aus dem Vollen schöpfen.

Hinzu kommt eine erfreuliche Laufruhe. Erfreulich: Das Ganze wird nicht einmal mit hohem Verbrauch erkauft. 7,7 Liter Diesel pro 100 Kilometer dürfen angesichts der Fahrzeuggröße als sparsam bezeichnet werden. Obwohl 27 PS schwächer, geht das Mercedes- Aggregat ähnlich druckvoll zu Werke. Sein Leistungs- und Drehmoment- Defi zit wird von der serienmäßigen Siebengangautomatik kompensiert. Sie sorgt dafür, dass der GLK beim Beschleunigen auf 100 km/h dicht am Kia bleibt, ihn in der Endgeschwindigkeit mit 208 km/h sogar deutlich übertrifft.

Der Testverbrauch (7,8 Liter) liegt nur geringfügig über dem des Kia. Hier ist der Land Rover mit nur 7,5 Litern allerdings der Sparsamste. Kein Wunder: Sein Motor leistet nur 152 PS und verfügt über eine zeitgemäße Start-Stopp-Automatik, die besonders im Stadtverkehr Sparpotenzial bietet. Die Kehrseite zeigt sich in eher zurückhaltenden Fahrleistungen. Citroën schickt den C-Crosser mit einem neuen Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DCS) ins Rennen, das mit dem bekannt kultivierten 156- PS-HDi gut harmoniert. Es verfügt über die Wahlmodi „Normal“ und „Sport“.

In Letzterem werden die Gänge höher ausgedreht, was bei Bedarf auch engagierteren Fahrernaturen entgegen kommt. Die Beschleunigungswerte sind zwar etwas besser als die des Land Rover, der Testverbrauch liegt mit 9,1 Litern aber am höchsten.

Motor und GetriebeMax. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATIC BEKia Sorento 2.2 CRDi 4WDLand Rover Freelander TD4_eCitroën C-Crosser HDi 155 FAP DCS
Beschleunigung1501081119596
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit15059463951
Getriebeabstufung10084788385
Kraftentfaltung5034343030
Laufkultur10070727070
Verbrauch325234235239209
Reichweite2514181811
Kapitelbewertung1000603594574552

 

Fahrdynamik

Der relativ kompakte Mercedes GLK hinterlässt auf dem Handlingparcours den agilsten Eindruck. Mit der optionalen 19-Zoll- Mischbereifung (ab 1196 Euro) lenkt er zackig ein und ermöglicht hohe Kurventempi. An der Reifenhaftgrenze untersteuert er nur leicht. Top: die kurzen Bremswege (kalt: 35,6 Meter, warm: 35,4 Meter). Der weich gefederte Land Rover Freelander beantwortet Lenkbefehle mit starken Wankbewegungen.

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Bei Bremsmanövern aus hohen Tempi taumelt er deshalb auch etwas. Davon abgesehen bleibt auch er im Grenzbereich gutmütig, liefert aber trotz der optionalen 17-Zoll-Räder (640 Euro) die schlechteste Bremsleistung (kalt: 41,0 Meter, warm: 40,7 Meter). Die Bremswerte des Kia, der mit Sport-Paket auf 18-Zöllern zum Test vorfuhr, sind kaum besser. Allerdings wirkt der Koreaner in Kurven weitaus wankstabiler als der Engländer. Seine Lenkung kann jedoch nicht vollständig überzeugen, denn bei mehrfachen abrupten Richtungswechseln neigt sie um die Mittellage zum Verhärten.

Dies ist auch die Ursache für die schlechteste Slalomzeit. Ein Phänomen, das den C-Crosser auch plagt. Außerdem zeigt er ausgeprägte Lastwechselreaktionen. Immerhin: In der für die getestete Motor-Getriebe-Kombination ausschließlich erhältlichen „Exclusive“- Version mit 18-Zoll-Rädern bestückt, bleibt er beim Bremsen unter der 40-Meter-Marke.

FahrdynamikMax. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATIC BEKia Sorento 2.2 CRDi 4WDLand Rover Freelander TD4_eCitroën C-Crosser HDi 155 FAP DCS
Handling15048442934
Slalom10045303635
Lenkung10088818879
Geradeauslauf5042384140
Bremsdosierung3020171718
Bremsweg kalt15094434157
Bremsweg warm15096454454
Traktion10085838680
Fahrsicherheit150138131131125
Wendekreis201010811
Kapitelbewertung1000666522521533

 

Umwelt und Kosten

Mit einem Grundpreis von 29 900 Euro markiert der Freelander das untere Ende der Preisskala. Da das DCS-Getriebe im C-Crosser nur mit der reichhaltigen „Exclusive“- Ausstattung erhältlich ist, rufen die Franzosen 40 050 Euro auf – das sind über 10 000 Euro mehr als für den Engländer. Damit rangiert der Citroën gerade mal 529 Euro unter dem Mercedes GLK. Wer allerdings auf das Doppelkupplungsgetriebe verzichtet, bekommt den Citroën schon für 33 750 Euro. Obwohl ähnlich komplett ausgestattet wie die Konkurrenz, unterbietet der Kia Sorento selbst diesen Preis noch einmal um fast 1500 Euro.

In puncto Wertverlust müssen Citroën-Fahrer binnen vier Jahren und 80 000 Kilometern mit 24 110 Euro noch mehr Geld abschreiben als GLK-Kunden (21 020 Euro). Die Marke mit dem Stern verlangt laut ADAC weniger Aufwand für Wartung und Reparaturen als die Konkurrenz. Dennoch verbucht der Sorento dank Fünfjahresgarantie auf die Technik dieses Kapitel für sich.

Kosten/UmweltMax. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATIC BEKia Sorento 2.2 CRDi 4WDLand Rover Freelander TD4_eCitroën C-Crosser HDi 155 FAP DCS
Bewerteter Preis675142176188144
Wertverlust5016181914
Ausstattung2516211819
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung5027352228
Werkstattkosten2013131113
Steuer107777
Versicherung4028283029
Kraftstoff5539394035
Emissionswerte2586847982
Kapitelbewertung1000374421414371

 

Fazit

indeutiger Sieger dieses Vergleichs ist der Mercedes GLK. Er ist sportlich, komfortabel, kräftig und das Maß der Dinge in puncto Qualität und Sicherheit. Der neue Kia Sorento landet auf dem zweiten Platz und damit, wenn auch knapp, vor dem Land Rover Freelander. Der Koreaner spielt den Briten vor allem mit seinem kraftvollen Antrieb und seinen guten Handlingeigenschaften aus – ein mehr als gelungener Einstand für die zweite Sorento-Generation. Der Citroën ist zwar reichhaltig ausgestattet, patzt aber beim Komfort und mit teurem Grundpreis.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATIC BEKia Sorento 2.2 CRDi 4WDLand Rover Freelander TD4_eCitroën C-Crosser HDi 155 FAP DCS
Summe50003125297529622808
Platzierung1234

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