SUV-Neuheiten von Audi, BMW & Co. Der Boom hält an

06.07.2015
Inhalt
  1. SUV-Zukunft: Sechs Neuheiten von Audi bis VW
  2. Mercedes GLC: GLK-Nachfolger mit bis zu 527 PS
  3. Borgward Titan: Wiederauferstehung mit China-Hilfe

Immer neue SUV kommen auf den Markt. Die etablierten Premiummarken bauen ihr Modellprogramm aus, Skoda möchte mit einem neuen Modell in die Oberklasse, und sogar über ein Borgward SUV wird spekuliert. Ein Überblick

Der Erfolg der SUV geht weiter. Unaufhaltsam. Es gibt längst kein Segment mehr, das diesen Überholvorgang ausbremsen könnte. So verkauft Porsche seit geraumer Zeit mehr Geländegänger als Sportwagen. Wer heute kein SUV im Angebot hat, steht auf verlorenem Posten oder ist ein absoluter Nischenhersteller wie Ferrari oder McLaren. Deshalb startet auch Seat endlich mit einem SUV, das den Spaniern anhaltenden Erfolg garantieren soll.

 

SUV-Zukunft: Sechs Neuheiten von Audi bis VW

Und dann ist da ja noch Borgward – quasi das Ungeheuer von Loch Ness in der Automobilindustrie. Taucht es (wieder) auf oder nicht? Auf der IAA jedenfalls, so die Gerüchteküche, könnte ein Geländewagen mit dem mythenumwobenen Namen präsentiert werden. Aber auch die Platzhirsche in diesem Segment greifen weiter an und besetzen mit neuen SUV- und Crossover-Modellen interessante Nischen.

Audi Q6
Besonders Großes hat Audi vor: Q6 heißt die Allzweckwaffe, die sowohl den klassischen Wettbewerbern als auch Tesla Kunden streitig machen soll. Das Crossover-Coupé kommt zum einen mit Verbrennungsmotoren, könnte aber auch als reines Elektrofahrzeug zum Tesla-Fighter der Ingolstädter werden. Auf der IAA soll eine erste Studie zeigen, wie die Audi-Ingenieure um Entwicklungschef Ulrich Hackenberg wieder Vorsprung durch Technik definieren.

Im Design dürfte der Neue ebenfalls Akzente setzen. Da Elektromotoren kleiner und die Batterien im Wagenboden untergebracht sind, könnte der vordere Karosserieüberhang auf ein Minimum reduziert werden. Zwei E-Motoren sollen dabei dem Trendsetter der Audianer Schwung geben. Der stärkere Motor treibt die Hinterräder an, der vordere sitzt im Bereich der Vorderachse.

Zwischen den Achsen besteht kein direkter Durchtrieb, bei langsamem Tempo werden wahrscheinlich nur die Hinterräder angetrieben, bei höherem Tempo schaltet sich dann der Allrad zu. Obwohl keine direkte Verbindung zwischen den Achsen besteht, kann jedes Rad in Sachen Traktion und Schlupf einzeln angesteuert werden. Die Leistung der beiden E-Maschinen soll im Basismodell mit reduzierter Reichweite bei etwa 320 PS beginnen, das Topmodell könnte bis 450 PS leisten. Die Akkus sollen bis 100 kWh elektrische Energie speichern.

Selbstverständlich haben die Ingolstädter auch das Thema Reichweite im Visier – mindestens 400 Kilometer sollen es werden, bis die nächste Ladestation angesteuert werden muss. Um dem hohen Gewicht der Elektrofahrzeuge zu begegnen – die Lithium-Ionen-Batterien und die Leistungselektronik werden wohl knapp unter 700 Kilo schwer sein –, setzt Audi eventuell auf eine Aluminiumkarosserie.

Dies ist aber noch nicht entschieden. Auch induktives Laden ist ein Thema. Ob das allerdings schon zum Start des Q6 möglich sein wird, ist noch offen. Das rund 2300 Kilo  schwere  Crossover-Coupé könnte in rund vier Sekunden den Sprint von null auf 100 km/h absolvieren und über ein Drehmoment von etwa 1000 Nm verfügen. Zum Schnäppchenpreis wird es den Technologieträger allerdings nicht geben – Preise unter 80.000 Euro wären eine Überraschung.

BMW X2
Auch BMW möchte in der Erfolgsarithmetik X1, X3, X4 und X5 noch weitere Gewinnbringer hinzuaddieren. Nach dem X1, der in diesem Sommer neu kommt, folgt auf der gleichen Frontantriebsplattform (UKL), auf der auch der neue Mini und der 2er Active Tourer basieren, der coupéhafte X2, der die Palette von X4 und X6 nach unten abrundet.

Bei gleichem Radstand soll der X2 etwa zwei Zentimeter kürzer ausfallen als der X1. Das wird in erster Linie durch das Design der Stoßfänger definiert. Um ein leichtfüßiges Handling zu garantieren und gleichzeitig den CO2-Ausstoß zu reduzieren, setzt BMW auf eine Mischbauweise aus Aluminium, Magnesium und hochfesten Stählen.

Gegenüber dem alten X1 verspricht man sich eine Gewichtsersparnis von 50 bis 60 Kilo. Neben den Allrad-Modellen soll es auch Frontantriebsversionen geben. Da Dreizylindermotoren längst kultiviert und salonfähig geworden sind – auch der 3er wird demnächst mit Dreizylinder angeboten –, sollen diese Aggregate auch beim X2 mit 136 und 192 PS eingebaut werden. Den Vierzylinder-Einstieg bildet der 163 PS starke 18i, die Topmotorisierung ist zunächst der 25i mit 231 PS.

Einen 35i wird es im X2 nicht geben, da der Quereinbau keinen Platz mehr für den Sechszylinder bietet. Bei den Dieseln stehen zum Start der 18d mit 150 PS und der 20d mit 190 PS parat. Doch hier wollen die Bayern im Lauf des Modellzyklus noch nachlegen. Zwar ist keine M-Variante geplant, aber eine Version  mit  M-Performance-Paket, die nicht nur eine schärfere Optik, sondern auch eine Mehrleistung von 15 bis 20 PS gegenüber dem normalen 25i bieten soll. Ein Plug-in-Hybrid wird zunächst nicht angeboten, er wäre aber technisch machbar.

Bei der Bedienung – etwa Bildschirmgröße und Menüführung – setzt BMW auf Bewährtes aus dem 2er Active Tourer, und auch eine Sprachsteuerung wird es geben, die Gestensteuerung dagegen noch nicht. Sie bleibt dem 7er vorbehalten. Das bei BMW erhältliche Laserlicht ist für den X2 ebenfalls kein Thema. Es wäre zu teuer, deshalb bleibt es hier bei LED-Technik.

Optional gibt es ein Head-up-Display, voraussichtlich wird es wie beim Mini mit einer Kunststoff-Projektionsscheibe ausgestattet sein. Der Fünfsitzer erhält einen komplett neuen Innenraum, wie auch der X1. BMW verspricht eine höhere Wertigkeit und eine deutlich verbesserte Qualitätsanmutung. Wer das coupéhafte Design gegenüber dem X1 bevorzugt, muss mit einem Mehrpreis von rund 1000 Euro rechnen.

Mercedes GLC
Eine radikale Veränderung der Formensprache kennzeichnet den neuen GLC, der den kantigen und wenig geliebten GLK ablöst. Mit 4,73 Metern – gut 13 Zentimeter länger als der Tiguan – möchte sich der Mercedes eine Klasse höher eingruppieren. Erstmals ist das SUV mit der Luftfederung Airmatic erhältlich. Beim Antrieb vertraut man beim neuen GLC auf die Triebwerke der C-Klasse.

 

Mercedes GLC: GLK-Nachfolger mit bis zu 527 PS

Das untere Ende der Leistungsskala definiert der 136 PS starke 1,6-Liter-Diesel, der ursprünglich von Renault stammt. Noch nicht entschieden ist, ob zu einem späteren Zeitpunkt, allerdings nicht in Verbindung mit Allradantrieb, die 160-PS-Variante nachgereicht wird. Der stärkste Diesel im Angebot wird der 204 PS leistende OM651 sein. Die Benziner beginnen bei 156 PS und enden beim 450 AMG mit seinem aufgeladenen Sechszylinder und vorläufig 367 PS.

Im Lauf des Modellzyklus kommt wahrscheinlich auch ein GLC 63 AMG mit Achtzylinder und 527 PS auf den Markt. Zum Marktstart wird auch der Plug-in-Hybrid kommen, den es bereits in der C-Klasse gibt: mit Vierzylinder und einer 70 PS starken E-Maschine, sodass die Systemleistung auf 279 PS ansteigt. Im Innenraum wartet der neue GLC mit deutlich mehr Platz insbesondere auf der Rückbank auf sowie mit einem Ladevolumen, das von derzeit 450 auf etwa 590 Liter anwächst.

Vor allem die Qualitätsanmutung entspricht nun der der aktuellen C-Klasse. Die deutlich verbesserte Aerodynamik soll den Verbrauch um etwa 20 Prozent reduzieren. In Sachen Assistenzsysteme protiert der GLC vom reichhaltigen Angebot der C-Klasse. Kreuzungsassistent und Abstandsregeltempomat mit Kollisionsschutz (Distronic Plus) sind ebenso erhältlich wie Einparkautomatik, Head-up-Display und vieles mehr.

In der Basis wird der GLC über die Hinterräder angetrieben, den Allradantrieb 4Matic gibt es als Option. Da der neue GLC deutlich größer und wertiger als der Vorgänger ist, werden auch die Preise steigen. Mit einem Einstiegspreis von um die 39.000 Euro ist zu rechnen.

Skoda Superb X
Nach dem Coup mit dem Superb hat Skoda auch bei den SUV Größeres vor. Der ehrgeizige Skoda-Chef Winfried Vahland peilt nach einer Million verkauften Skoda im vergangenen Jahr nun die nächste Schallmauer von 1,5 Millionen an. Dabei spielen SUV im Modellportfolio eine wichtige Rolle. Wie die AUTO ZEITUNG exklusiv erfuhr, soll ein Superb SUV nicht nur Volumenmodellen wie dem Hyundai Tucson oder dem VW Tiguan aus dem eigenen Hause Paroli bieten, sondern durchaus die Wettbewerber BMW X4 und Mercedes GLC Coupé ins Visier nehmen.

Das Auto wirkt breit, extrem präsent mit zwei übereinander liegenden Scheinwerfern und einer skulpturalen, aufliegenden Motorhaube. Eine hohe Schulterpartie, eine  durchgehende Sicke und weit unten angebrachte Türgriffe verleihen dem SUV zusätzlich optische Kraft. Im Gegensatz zum Siebensitzer-SUV, über das die AUTO ZEITUNG schon berichtete, wird das SUV Coupé ein Fünfsitzer werden, der in etwa die gleiche Länge von 4,70 Metern aufweisen wird.

Besonders auffällig ist dabei die Kühlergrillgestaltung: Der typische Skoda-Grill sitzt in einem weiteren Grill aus schwarz gefärbten Waben. Wie schon die anderen neuen Modelle setzt das Superb SUV auf Gewichtsreduktion. Hochfeste Stähle sollen dafür garantieren. Als Antrieb dienen im Wesentlichen die Motoren aus dem Superb. Die Spitze bei den Dieseln markiert die 190-PS-Version, bei den Benzinern ist die Topmotorisierung der 2.0 TSI mit 280 PS.

Da der Superb als Plug-in-Hybrid kommen soll, wäre auch das SUV technisch dazu vorbereitet. Doch derzeit ist diese Version kein Thema. Das Flaggschiff der Skoda-SUV-Modelle soll dazu dienen, die Marke weiterhin emotional aufzuladen. Dafür wird auch ein Optik-Sportpaket erhältlich sein, möglicherweise sogar mit einigen PS mehr. Bedienung und Connectivity richtet sich im Wesentlichen am neuen Superb aus.

Vielleicht könnte bis dahin auch in dem SUV ein frei programmierbares Display eingesetzt werden – so wie es im Konzern bereits in den Audi-Modellen verbaut wird. Frühestens 2018 kann mit dem Modell X gerechnet werden. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Sollte es auch eine Frontantriebsversion geben – Allrad ist gesetzt –,  könnte  der Einstieg bei etwa 25.000 bis 27.000 Euro liegen.

Borgward Titan
Spekulationen und Gerüchte befeuern momentan die Marke Borgward. Anfang der 60er-Jahre Konkurs angemeldet, ist der Bremer Automobilhersteller längst Geschichte. Doch die Markenrechte gehören dem chinesischen Fo-ton-Konzern, der offensichtlich mit viel Geld die deutsche Traditionsmarke wieder ins Leben rufen möchte. Auch wenn vieles sonderbar anmutet, unterschätzen sollte man die Chinesen nicht.

 

Borgward Titan: Wiederauferstehung mit China-Hilfe

Erst 1996 gegründet, ist Foton nicht nur Partner von Daimler, sondern Chinas größter Hersteller von Lkw, Bussen und Vans. Und bei der Rallye Paris – Dakar 2015 fuhren zwei Foton Pick-ups auf Rang 57 und 59. Ein SUV, das Titan heißen könnte, soll auf der IAA stehen. Ob das Auto dann auch wirklich nach Deutschland kommt, ist offen. Derzeit gibt es jedenfalls kein Vertriebsnetz. Anzunehmen ist, dass das SUV in China an den Start geht.

In puncto Größe soll es in etwa der des BMW X3 entsprechen, Allradantrieb, Doppelkupplungsgetriebe sind Standard. Bei den Motoren wird über Diesel ab rund 150 PS und Benziner ab etwa 170 PS spekuliert, wahrscheinlich Vierzylinder. Mit von der Partie sollen namhafte europäische Zulieferer sein, ohne die ein solches Projekt für einen  chinesischen  Hersteller kaum zu realisieren wäre.

VW Tiguan
Gespannt darf man auf den neuen VW Tiguan sein. Der Wolfsburger, der seit Jahren in Deutschland unangefochten die Hitliste der SUV anführt, wurde allein im vergangenen Jahr fast 62.000 Mal verkauft. Und der Neue will noch eins drauflegen: Er wird leichter und größer als der Vorgänger. Dabei wird es den Tiguan gleich in drei Versionen geben – neben dem neuen Standardmodell auch als Tiguan XL und Coupé.

Die Normalverstion, die 2016 an den Start geht, wird weiterhin ein Fünfsitzer bleiben, der Siebensitzer kommt zur Jahresmitte und soll gut 15 Zentimeter auf fast 4,75 Meter zulegen. Schon der normale Tiguan wird fünf Zentimeter länger und wächst auf 4,60 Meter. Die Vorderachse wird nach vorn versetzt, das Heck verlängert. Und der Radstand legt um 80 Millimeter zu, was einen enormen Zuwachs im Innenraum mit sich bringt. Außerdem ist, wie bei allen MQB-Autos, der Tiguan deutlich leichter. 60 kg soll er etwa abspecken.

Den Wolfsburger wird es künftig wahlweise mit Front- und Allradantrieb geben. Überraschungen birgt das neue Motorenangebot: Wie die AUTO ZEITUNG exklusiv erfuhr, soll ein neuer Dreizylinder mit einem Liter Hubraum, bis 272 PS, einem elektrisch angetriebenen Lader sowie einem Turbolader zum Einsatz kommen. Der Motor soll auch künftig den neuen Passat antreiben.

Zusätzlich ist mit den weiteren Benzinmotoren 1.4 TSI (150 PS) und 1.8 TSI (180 PS) zu rechnen. Bei den Dieseln wird die Palette beim 1.6 TDI mit 110 PS beginnen, dann folgen die 2.0 TDI mit 150 und 190 PS. Der Hammer wird der 240 PS starke Biturbo, der auch im Passat bereits seinen Dienst verrichtet und 500 Nm Drehmoment parat hält.

Selbstverständlich soll zudem die Konnektivität auf dem neuesten Stand sein. Erstmals wird der Tiguan mit MirrorLink für Android-Geräte und Apple CarPlay für iPhones aufwarten, beide Systeme können über eine Schnittstelle ihre Nachrichten auf dem Bildschirm des Infotainmentsystems wiedergeben.

Auch bei den Assistenzsystemen ist der Tiguan fast auf Augenhöhe mit dem Passat: Automatische Distanzregelung, Frontassistent, City-Notbremsfunktion, Park- und Ausparkassistenten sowie  Müdigkeitserkennung sind genauso im Angebot wie die Multikollisionsbremse. Der Tiguan scheint gut gerüstet, seinen Führungsanspruch weiterhin zu untermauern und auszubauen. Bereits auf der IAA soll der neue Tiguan der Öffentlichkeit präsentiert werden und 2016 erstmals auf die Straße rollen.

Computerdesign: Reichel CarDesign, De Lusi, Jean-François Hubert

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