Steife Brise - Roadster von BMW M, Mercedes-AMG und Porsche Steife Brise

01.12.2006
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Wie nicht anders zu erwarten, hat Porsche den Boxster S jetzt auch mit dem stärkeren Motor des Cayman S ausgerüstet. Statt 280 PS verhelfen nun 295 Pferdestärken dem offenen Stuttgarter auf die Sprünge. Welche Vorteile das für ihn bringt, zeigt der erste Vergleich mit den Konkurrenten von BMW und Mercedes

Auch wenn der Porsche Boxster S in seiner Klasse bisher die Maßstäbe setzte, war es für die Zuffenhausener Sportwagenschmiede an der Zeit, dem Roadster noch ein wenig mehr Power in das Triebwerk zu hauchen. Denn die Konkurrenten aus Stuttgart und München waren dem Boxster in Sachen Leistung inzwischen deutlich enteilt. Was lag da näher, ihm statt des bisher 280 PS starken 3,2-Liter-Motors den 3,4-Liter-Boxer mit 295 PS aus dem Cayman S zu implantieren. Zwar hinkt er nun immer noch hinter dem BMW M Roadster mit 343 PS und dem Mercedes SLK 55 AMG mit 360 PS hinterher, aber er ist doch näher gerückt.

 

Karosserie

Wer sich heutzutage einen Roadster zulegt, muss keineswegs eine puristische Ader haben. Denn mit den alten Klassikern aus England haben die modernen Zweisitzer nur noch wenig gemein. Schon gar nicht, wenn sie von BMW, Mercedes oder Porsche gebaut werden. Gediegene Materialien und eine Verarbeitungsqualität, die gehobenen Ansprüchen gerecht wird, zeichnen die modernen Vertreter der Gattung aus. Da rappelt nichts, da klappert nichts. Die elektrisch zu betätigenden Dächer sitzen passgenau und sind solide. Einen Bonus ergattert sich hier der SLK mit seinem Stahlklappdach, das ihn für den Ganzjahresbetrieb am besten prädestiniert. Die schnellste Dachkonstruktion hat der M Roadster, bei dem nur 8,9 Sekunden vergehen, ehe das Verdeck per Knopfdruck versenkt ist. Beim Porsche sind es 12,2 Sekunden. Beim SLK dauert es 22 Sekunden, und seine Öffnungsprozedur ist auch heute noch für jeden Passanten eine schöne Show. Die besten Platzverhältnisse bietet der Mercedes. Sowohl beim Raumangebot im Innenraum als auch beim Ladevolumen und der Zuladung weist er die Konkurrenten in die Schranken. Allerdings verkleinert sich das Gepäckabteil des SLK bei geöffnetem Dach von 300 auf 208 Liter Volumen, weil das Dach im Gegensatz zu den Mützen von BMW und Porsche im Kofferraumabteil verstaut wird. Der M Roadster hat 220 Liter Ladevolumen, der Boxster 280 Liter.

KarosserieMax. PunktePorsche Boxster SMercedes SLK 55 AMGBMW Z4 M Roadster
Raumangebot vorn100686967
Raumangebot hinten100
Übersichtlichkeit70354841
Bedienung/ Funktion100788077
Kofferraumvolumen100333526
Variabilität1005
Zuladung/ Anhängelast806107
Sicherheit150666679
Qualität/ Verarbeitung200176174172
Kapitelbewertung1000462487469

 

Fahrkomfort

Das Wohlbefinden an Bord wird vornehmlich durch die Geräuschkulisse, die Federung und die Sitze bestimmt. Klar ist, dass man hier bei üppig motorisierten Roadstern Kompromisse eingehen muss. Am besten meistert dies der SLK 55 AMG. Seine Sitze haben einen großen Einstellbereich und sind komfortabel. Sein Fahrwerk schluckt Fahrbahnunebenheiten in Form von Absätzen ausgesprochen gelassen. Nur auf dem speziellen Asphalt-Flickenteppich der Teststrecke beginnt seine Karosserie, minimal zu zittern. Der BMW teilt mit seiner straffen Hinterachse auf Fahrbahndellen kräftige Hiebe aus, die deutlich spürbar bis in die knapp geschnittenen Sitze durchdringen. Und auch der Porsche ist wesentlich straffer abgestimmt als der SLK. Das von Porsche entwickelte PASM-Fahrwerk mit elektronischer Verstellung leistet aber beste Arbeit: Nur kurze Stöße dringen spürbar in den Innenraum durch. Und man fühlt sich wie in einer Festung – selbst übelste Bodenwellen schaffen es nicht, der Karosserie auch nur die kleinste Schwingung abzuringen. Aber der Porsche ist am lautesten. So begeisternd der aggressive Klang des Boxsters auch ist, auf die Dauer zerrt er an den Nerven. Nicht viel weniger lautstark geht es im M-Innenraum zu. Die Stoffverdecke von Porsche und BMW können die bessere Geräuschisolierung des Stahldachs des SLK, dessen V8 überaus kernig und dumpf klingt, nicht erreichen.

FahrkomfortMax. PunktePorsche Boxster SMercedes SLK 55 AMGBMW Z4 M Roadster
Sitzkomfort vorn15095105102
Sitzkomfort hinten100
Ergonomie150119120117
Innengeräusche506217
Geräuscheindruck100748269
Klimatisierung50314034
Federung leer200112120107
Federung beladen200112120107
Kapitelbewertung1000549608543

 

Motor und Getriebe

Sechzylinder-Boxer, Reihen-Sechszylinder und V8-Zylinder - die Wege, sportliche Leistung zu aktivieren, sind bei diesen Probanden überaus unterschiedlich. Klar auf Drehzahlen ausgerichtet ist der 343 PS starke M-Motor. Seine maximale Leistung erzielt er erst bei 7900 Umdrehungen, und sein maximales Drehmoment von 365 Newtonmetern liegt bei 4900 Umdrehungen an. Er hängt bissig am Gaspedal und giert, wie schon die nackten Zahlen belegen, nach Drehzahlen. Entsprechend häufig muss der Pilot zum Schalthebel des manuellen Sechsganggetriebes greifen, um das Triebwerk bei Laune zu halten. Die Schaltwege sind aber knackig und kurz und bereiten dem Fahrer viel Freude, den jeweils richtigen Drehzahlbereich zu finden. Der Motor läuft zwar vibrationsarm, doch beim Aufenthalt im höheren Drehzahlbereich – und den benötigt man, will man die entsprechende Leistung abrufen – ist das aggressive Klangbild des Hochdrehzahltriebwerks nicht jedermanns Sache. Wer das Spiel mit Kupplung und Gas beherrscht, beschleunigt den bayerischen Roadster mit optimalem Schlupf an den Hinterrädern von null auf 100 km/h in 5,0 Sekunden. 200 km/h schnell ist man nach 17,3 Sekunden, als Höchstgeschwindigkeit erzielt der Zweisitzer elektronisch abgeregelte 250 km/h. Diese Begrenzung kann im Gegensatz zu der des M Coupé werksseitig nicht aufgehoben werden. Beim bärenstarken V8 des SLK kann der Kunde diese Freigabe für 2000 Euro (inklusive Fahrertraining) bekommen und dann einen Top-Speed von immerhin 280 km/h erzielen. Damit wäre er der schnellste in diesem Trio. Die besten Zeiten offeriert der SLK auch beim klassischen Spurt von null auf 100 km/h mit 4,9 Sekunden und bei den Zwischenspurt-Wertungen. Die Lässigkeit, mit der er seine Kraft in Taten umsetzt, und die Laufkultur, mit der das Triebwerk arbeitet, gefallen hier besonders. Nicht begeistern kann die serienmäßige Siebengangautomatik, die zu hektisch schaltet und beim Herunterschalten teilweise heftig ruckelt. Butterweich arbeitet das Getriebe, wenn man gemütlich dahingleitet. Beim Verbrauch zeigt sich der AMG zudem von seiner durstigen Seite. Das Achtzylinder-Triebwerk konsumiert im Schnitt 13,5 Liter je 100 Kilometer. Das geht deutlich besser, wie der Boxster S zeigt. Er kommt mit ganzen 11,5 Liter Super Plus aus. Dafür enttäuscht er mit seinen Fahrleistungen. Null bis 100 km/h in 5,5 Sekunden, bis 200 km/h in 19,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 272 km/h. Damit gibt es gegenüber dem Vorgängermotor bis auf den Topspeed keine Verbesserungen. Mustergültig arbeitet nach wie vor sein Schaltgetriebe - präziser lassen sich die Gangwechsel fast nicht bewerkstelligen.

Motor und GetriebeMax. PunktePorsche Boxster SMercedes SLK 55 AMGBMW Z4 M Roadster
Beschleunigung150180186185
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150142135120
Getriebeabstufung100958290
Kraftentfaltung50415043
Laufkultur100838380
Verbrauch325125105116
Reichweite25181612
Kapitelbewertung1000684657646

 

Fahrdynamik

Bei schnellen Richtungswechseln ist der Porsche Boxster mit seiner optionalen 19-Zoll-Bereifung eine Klasse für sich. Beim Slalom düpiert er die Konkurrenz nahezu. Während er spurstabil mit 67,6 km/h durch die Pylonen wieselt, müssen sich BMW und Mercedes hier mit 63,5 und 62,8 km/h klar geschlagen geben. Dabei wird der SLK immer wieder von seinem ESP eingebremst, und der M Roadster neigt beim Ritt durch die Pylonengasse zu einem deutlich ausbrechenden Heck. Die mustergültige Lenkung des Porsche sorgt auch dafür, dass er auf der Handlingstrecke - trotz seines Leistungsmankos – nur unwesentlich an Boden verliert. Bis hin in den hoch angesiedelten Grenzbereich glänzt er mit nahezu neutralem Eigenlenkverhalten. Danach untersteuert er leicht. Wer ihn zum Ausbrechen des Hecks bewegen will, muss dies schon mit brachialen Gasstößen oder provozierten Lastwechseln bei abgeschaltetem PSM (ESP) mutwillig provozieren. Dies gilt ebenso für den mit einem Sperrdifferenzial ausgestatteten BMW, dessen Grenzbereich aber niedriger ist. Auch arbeitet seine Lenkung nicht so schön direkt wie die des Boxster. Der SLK setzt seine Kraft auch auf dem Handlingsparcours in Vorteile und die schnellste Zeit um. Sein ESP ist nicht vollständig abschaltbar, und so wird der Fahrer bei zu schneller Fahrweise immer wieder rechtzeitig eingebremst. Sein relativ träges Einlenkverhalten und die größten Lenkwinkel verhindern hier eine noch bessere Zeit. Beim Bremsen liegen Mercedes und BMW hinter dem Porsche. Traditionell lässt sich die Porsche-Bremsanlage am besten dosieren und liefert im kalten wie im warmen Zustand die Bestwerte.

FahrdynamikMax. PunktePorsche Boxster SMercedes SLK 55 AMGBMW Z4 M Roadster
Handling150139140140
Slalom100886468
Lenkung100958485
Geradeauslauf50404238
Bremsdosierung30211620
Bremsweg kalt150150123121
Bremsweg warm150149130136
Traktion100483544
Fahrsicherheit150119118114
Wendekreis20131818
Kapitelbewertung1000862770784

 

Umwelt und Kosten

Roadster in dieser Leistungsklasse sind kein preiswertes Vergnügen. Umso überraschender ist es, dass der Porsche mit dem niedrigsten Anschaffungspreis, dem geringsten Wertverlust und den günstigsten Kraftstoffkosten punktet. Zudem weist er gute Emissionswerte auf. Warum Porsche aber nicht mehr Vertrauen in die eigenen Produkte durch eine bessere Garantie setzt, bleibt unverständlich. Hohe Anschaffungskosten, der kräftigste Wertverlust und hohe Versicherungskosten kann der SLK mit den besten Garantien im Teilnehmerfeld nicht ausgleichen. Bei den Werkstattkosten und der AZ-Normausstattung steht der BMW gut da. Sein Reihensechszylinder produziert aber die meisten Schadstoffe.

Kosten/UmweltMax. PunktePorsche Boxster SMercedes SLK 55 AMGBMW Z4 M Roadster
Bewerteter Preis675255240255
Wertverlust5034318
Ausstattung25484649
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung5072714
Werkstattkosten20372638
Steuer10352335
Versicherung40342029
Kraftstoff55251922
Emissionswerte25787871
Kapitelbewertung1000553482531

 

Fazit

Trotz seiner immer noch geringeren Leistung gegenüber den Konkurrenten aus Stuttgart und München bietet der Porsche Boxster S mehr Fahrdynamik. Besonders beim Slalom und bei den Bremsübungen macht ihm keiner was vor. Den Sieg im Motorenkapitel sichert er sich dank des niedrigsten Verbrauchs. Weitaus erstaunlicher ist seine günstige Kostenbilanz, die ihn auch hier als Sieger sieht. Der Mercedes überzeugt dank seines überaus starken V8-Motors, der in allen Situationen Herr der Lage ist. Zudem gewinnt der SLK das Karosserie- und das Komfortkapitel. Seine hohen Kosten werfen ihn aber weit hinter den Porsche zurück. Ohne jeden Kapitelsieg muss der BMW auskommen. Er ist eine reine Fahrmaschine und am ehesten als puristischer Roadster zu verstehen. Sein agiles Triebwerk und das straffe Fahrwerk werden viele zu schätzen wissen.

Gesamtbewertung

Max. PunktePorsche Boxster SMercedes SLK 55 AMGBMW Z4 M Roadster
Summe5000311030042973
Platzierung123

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