Sportlimousinen von Audi, BMW, Jaguar, Mercedes und Porsche Sportlimousinen von Audi, BMW, Jaguar, Mercedes und Porsche

09.03.2010
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

In unserem großen Vergleichstest messen sich Audi RS6, BMW M5, Jaguar XFR, Mercedes E 63 AMG und Porsche Panamera Turbo. Welche der fünf Sportlimousinen mit mindestens 500 PS fährt den anderen davon?

Nun ist er da, hat sich im ersten Test beachtlich geschlagen – und wirft Fragen auf. Etwa die: Ist der Porsche Panamera nicht nur der einzige Fließheck-Träger im Reservat der Hochleistungslimousinen, sondern kann der 500-PS-Panamera Turbo seinen Preis von 135 154 Euro gegenüber seinen schärfsten Konkurrenten rechtfertigen? Übernimmt er im Formationsflug der familientauglichen Kraft-Wagen gar die Spitze?

Die Konkurrenz besteht ja nicht gerade aus Nasenbohrern. Da wären nämlich der ebenfalls neue Mercedes E 63 AMG mit 525 PS für 105 791 Euro oder der Jaguar XFR mit 510 PS für 89 900 Euro. Als Mitstreiter gesetzt sind natürlich auch der BMW M5, der 507 PS starke und 94 700 Euro teure Evergreen, und der Audi RS 6 mit 580 PS für 107 200 Euro.

 

Karosserie

Unabhängig von diesen Daten sind diese Boliden Autos für alle Tage, wobei sich der Porsche mit zwei Einzelsitzen vorn und hinten als Viersitzer präsentiert. Das und der leicht beengte Raumeindruck hinten bringen ihm zwar Abzüge. Doch die gleicht er weitgehend durch die sehr großzügigen Innenmaße aus. Bei der Innenhöhe im Fond stellt er sogar den Mercedes in den Schatten, während der Jaguar mit wenig Bein- und Kopfraum großgewachsenen Mitfahrern am wenigsten Freude macht.

Die Form des Panamera kann Anlass zu herrlichen Streitgesprächen sein – nicht nur unter ästhetischen Aspekten. Denn viel unübersichtlicher kann man diesseits des Lamborghini Murciélago ein Auto kaum bauen. Gigantische A- und C-Säulen schaffen Tote Winkel im XXL-Format, die sich M5, RS 6, XFR oder E 63 nicht ansatzweise erlauben.

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Andererseits hat das Fließheck auch Vorteile: Mit nur 432 Liter Kofferraumvolumen liegt der Panamera zwar gut 100 Liter hinter den Lademeistern Audi RS 6 (548 Liter) und Mercedes E (540 Liter). Doch die zwei Einzelsitze und ein als Armlehne nutzbares Mittelteil lassen sich einzeln zu einer ebenen Ladefl äche für bis zu 1250 Liter Gepäck vorklappen. Diesen Wert und diese Variabilität bietet kein Konkurrent, wobei klappbare Rücksitzlehnen beim M5 (550 Euro) und beim E 63 (518 Euro) sogar Aufpreis kosten.

Bei der Bedienung geht Porsche eigene Wege: Für jede wesentliche Funktion ist – erst verwirrend, dann praktikabel – eine Taste zuständig. Der Rest der Power-Brigade setzt auf integrierte Menüführungen, wobei die des Jaguar am meisten Fingerfertigkeit erfordert. Ganz schnell gewöhnt man sich dagegen ans herrschaftliche XFR-Ambiente mit feinem Leder selbst am Armaturenbrett. Beim Testwagen war allerdings eine Türverkleidung nachlässig montiert. Die deutsche Konkurrenz wirkt unterm Strich hochwertiger, wobei der Panamera Turbo mit großzügig verarbeitetem Leder, allerdings auch mit deutlichen Knistergeräuschen – und im Testbetrieb mit einigen nebulösen Fehlermeldungen – keinen durchweg guten Eindruck hinterließ.

So bleibt der Audi bei der Qualitätsanmutung ungeschlagen, während der Mercedes als Safety-Car die Pace vorgibt: Nur er verfügt serienmäßig über die Presafe-Funktionalität oder einen Aufmerksamkeitsassistenten, der den übermüdeten Fahrer zu einer Pause
auffordert.

KarosserieMax. PunktePorsche Panamera TurboAudi RS6Mercedes E 63 AMGJaguar XFRBMW M5
Raumangebot vorn1009088887879
Raumangebot hinten1008087887185
Übersichtlichkeit703139393537
Bedienung/ Funktion1008283806885
Kofferraumvolumen1003946464141
Variabilität1004028162013
Zuladung/ Anhängelast805234293644
Sicherheit15011211412295110
Qualität/ Verarbeitung200181188186180184
Kapitelbewertung1000707707694624678

 

Fahrkomfort

Wegen eingeschlafener Glieder dürfte die allerdings kaum einmal erforderlich sein, denn die aktiven Multikontursitze des E 63 (1488Euro) gehören zum Besten, was ein Autofahrer sich gönnen kann. Die Sportsitze des Audi RS 6, der bei aller Straffheit dank adaptiver Dämpfer mit ordentlichem Federungskomfort aufwartet, und die des M5 sind aber nahe dran. Die sehr bequemen Porsche-Sitze wiederum sind ein wenig schmal geschnitten und die des Jaguar (serienmäßig heiz- und lüftbar vorn) etwas zu zierlich geraten.

Der vorn und hinten luftgefederte Panamera wirkt auf mäßig gepflegten Landstraßen zittrig und lässt Fahrwerksgeräusche hören. Die sind auch dem an der Hinterachse luftgefederten Mercedes nicht gänzlich fremd. Der AMGTestwagen war mit dem aufpreispflichtigen Performance-Paket inklusive Sportfahrwerk ausgerüstet, das speziell auf kurzen Querfugen Komfortdefizite erkennen lässt.

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Die zeigt auch der BMW M5, der mit steigender Beladung zwar geschmeidiger federt, im Extrem aber an der Hinterachse durchschlägt. Keine solche Blößen kennt der Jaguar, der sehr geschmeidig abrollt und zudem mit der angenehmsten Akustik verwöhnt. Außer Windgeräuschen ist nicht viel zu hören in der englischen Katze, während der Mercedes mit seinem bollernden Auspuffton auf Langstrecken früher oder später ebenso nervt wie der beim Ausdrehen metallisch krakeelende M5.

Beim Klima-Komfort setzt der Porsche die Maßstäbe: Sitzheizung serienmäßig auf allen Plätzen, Vier-Zonen-Klimaautomatik mit umfassender Regelung für jeden Platz sowie Sitzbelüftung vorn und hinten prädestinieren ihn fast zur Chauffeurs-Limousine.

FahrkomfortMax. PunktePorsche Panamera TurboAudi RS6Mercedes E 63 AMGJaguar XFRBMW M5
Sitzkomfort vorn150137141143134138
Sitzkomfort hinten1008578837383
Ergonomie150111113121109115
Innengeräusche504026324134
Geräuscheindruck1007778758173
Klimatisierung504740414538
Federung leer200130137130144133
Federung beladen200128135125139123
Kapitelbewertung1000755748750766737

 

Motor und Getriebe

Wer sich für eines dieser fünf Geschosse interessiert, wird jedoch in erster Linie nach den Leistungsdaten fragen. Und da schlägt die Stunde des Audi: 580 PS sind nicht zu toppen. Zumal, wenn sie so lässig bereitgestellt werden wie vom RS 6. Das V10-Triebwerk mit Direkteinspritzung und zwei Turboladern schiebt in annähernd jedem Drehzahlbereich mit unbändiger Wucht an. Begleitet von einem tiefen Brummen sprintet der Allrad-Audi in 4,5 Sekunden von null auf 100. In nur 14,6 Sekunden erreicht er 200 km/h. Wer kann’s besser?

Der Porsche! Trotz der relativ geringen Power von 500 PS rennt er noch rasanter: 3,9 auf 100, 13,5 auf 200 km/h. Noch Fragen? Möglich machen dies unter anderem das irrsinnige Drehmoment von 770 Nm im Overboost und die Launch Control – beides im Sport Chrono Paket (1892 Euro) gebündelt. Außerdem sind die unteren Gänge des automatisierten Doppelkupplungsgetriebes beim Turbo kürzer übersetzt als bei der harmonischen Wandler-Automatik des RS 6.

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Ein echter Sprinter (4,6 s/14,2 s) ist auch der M5, der seine Leistung von „nur“ 507 PS im Power-Modus (sonst 400 PS) mit schier grenzenloser Drehfreude und dem niedrigsten Gewicht (1740 kg) ausgleicht. Gegen Aufpreis lässt sich sein elektronisches Tempolimit zudem auf 305 km/h anheben, womit er gar den Porsche bürstet. Das sequenzielle Siebenganggetriebe ist aber mit seinen verzögerten und manchmal harten Gangwechseln nicht mehr konkurrenzfähig. Dafür senken neuerdings Leichtlauföl im Differenzial, ein bedarfsgesteuerter Klimakompressor und ein optimierter Generator den EU-Verbrauch um 0,4 Liter. Im Test benötigten wir mit 16,3 Litern sogar 1,1 Liter weniger als früher.

Sparsamster im Test ist aber der AMG mit 14,3 Litern – für ein Auto mit gut 1,8 Tonnen und 525 PS aus 6,2 Liter Hubraum, wohlgemerkt. Außerdem bietet der V8- Sauger ein wahrhaft ergreifendes Sounderlebnis. Die Automatik mit Nasskupplung anstatt eines konventionellen Wandlers arbeitet sehr effizient, neigt aber zu harschen Rucken beim Zurückschalten.

Der Kompressor-geladene V8 im Jaguar wirkt vollkommen unspektakulär. Seine Automatik arbeitet schmuseweich, aber blitzschnell. Der Motor ist ebenso kultiviert wie elastisch: Im manuellen Modus etwa benötigt der Brite 6,4 s für den Spurt von 60 auf 100 km/h im Fünften, wofür sich der zweitbeste in dieser Disziplin, der Porsche, 8,8 s (6. Gang) Zeit nimmt.

Motor und GetriebeMax. PunktePorsche Panamera TurboAudi RS6Mercedes E 63 AMGJaguar XFRBMW M5
Beschleunigung150147143141140142
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit15013010210990111
Getriebeabstufung1009094949885
Kraftentfaltung504748454837
Laufkultur1008387849376
Verbrauch3251027711010871
Reichweite25128876
Kapitelbewertung1000611559591584528

 

Fahrdynamik

Auf der Rundstrecke hingegen führt am Panamera kein Weg vorbei. Der Porsche erreicht nicht nur eindeutig die schnellsten Zeiten, er bleibt am Limit auch noch am stabilsten in der Spur. Giftige Lastwechselreaktionen oder hektisches Übersteuern durch schlagartigen Leistungseinsatz sind ihm fremd. Um so viel Dynamik zu garantieren, setzte der Testwagen neben dem intelligenten Allrad mit variabler Kraftverteilung auch auf den optionalen Wankausgleich (PDCC) samt Hinterachssperre, Keramik-Bremsen sowie 20-Zoll-Bereifung. Einziger Schönheitsfehler: Im Slalom verhärtet die Servolenkung deutlich.

Dem Mercedes E 63 AMG verhelfen ebenfalls eine Keramikbremse (ab Herbst im Handel, etwa 9000 Euro), größere Räder und ein Sperrdifferenzial sowie eine betont sportliche Fahrwerksabstimmung (Performance Paket) nachweislich zu gesteigerter Dynamik. So agil und zielgenau ging im Test noch kein E um die Ecken – wow.

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Dennoch bleibt der BMW M5 das Maß der Dinge bei Präzision und Leichtfüßigkeit. Seine Lenkung arbeitet extrem gefühlvoll und exakt, was das hohe Slalom-Tempo belegt. Der Jaguar XFR wirkt dagegen zu nervös. Seine Vorderräder lenken zwar bereitwillig ein, doch die Hinterachse kann trotz elektronisch geregelten Sperrdifferenzials und adaptiver Dämpfer nicht mithalten und setzt allzu gern zum Überholen an.

Sehr fahrsicher präsentiert sich auch der Audi, der gelegentliche Lastwechselreaktionen dank quattro-Technik mit einem beherzten Gasstoß egalisiert. Bei brenzligen Situationen im Verlauf schneller Kurven neigt er ohnehin eher zu einem harmlosen, sanften Untersteuern. Seine Servolenkung arbeitet jedoch unnötig stramm, wodurch der Wagen sperriger wirkt, als er tatsächlich ist.

FahrdynamikMax. PunktePorsche Panamera TurboAudi RS6Mercedes E 63 AMGJaguar XFRBMW M5
Handling15010910410295101
Slalom1007368625577
Lenkung1008782859093
Geradeauslauf504642454042
Bremsdosierung302523242025
Bremsweg kalt15011210199110110
Bremsweg warm150113105111108106
Traktion1008582544451
Fahrsicherheit150142133130123127
Wendekreis20831175
Kapitelbewertung1000800743723692737

 

Umwelt und Kosten

Die Kosten dieser Sportlimousinen zu kommentieren, fällt schwer. Schon der Jaguar ist alles andere als preiswert. Jedoch beträgt sein Preisvorteil gegenüber dem Porsche gut 45 000 Euro. Verglichen mit dem durchschnittlichen deutschen Haushaltsjahreseinkommen von rund 43 000 Euro (brutto) eine gehörige Stange Geld. Aber das dürfte in dieser Klasse wohl kaum
ein Argument sein.

Kosten/UmweltMax. PunktePorsche Panamera TurboAudi RS6Mercedes E 63 AMGJaguar XFRBMW M5
Bewerteter Preis6751837385248
Wertverlust5012353
Ausstattung252525152525
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung501828272220
Werkstattkosten201111669
Steuer1065565
Versicherung401421112013
Kraftstoff551615171911
Emissionswerte258276798174
Kapitelbewertung1000191220201236208

 

Fazit

Alle Achtung: Dass der Porsche Panamera Turbo ein ausgesprochen sportliches Auto sein würde, hatten wir ja erwartet. Nicht aber, dass er darüber hinaus auch noch mit ganz zivilen Tugenden überzeugt und die geballte Konkurrenz auf die Verfolgerplätze weist. Am souveränsten schlägt sich dabei der Audi RS 6, der mit viel Kraft, Raum und Dynamik zu vertretbaren Kosten punktet. Dritter wird der brandneue Mercedes E 63 AMG, der fahraktiver denn je geraten ist und dessen großvolumiger V8 etliche Sympathien erntet. Fahrkomfort zählt hingegen nicht mehr zu seinen Vorzügen.Hier glänzt der Jaguar XFR mit exzellent guten Manieren und einem betont dezenten Auftritt, der sein wahres Leistungspotenzial kaschiert – der Kompressor-V8 ist eine Wucht. In die Jahre gekommen wirkt am Ende der BMW M5, obwohl er immer noch den agilsten Eindruck hinterlässt. Sein Antriebsstrang ist jedoch schlicht nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Wir warten mit Ungeduld auf den Nachfolger.

Gesamtbewertung

Max. PunktePorsche Panamera TurboAudi RS6Mercedes E 63 AMGJaguar XFRBMW M5
Summe500030642977295929022888
Platzierung12345

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