Sportkombi-Test: Audi RS4 Avant vs. Mercedes C 63 AMG Audi RS4 Avant | Mercedes C 63 AMG T-Modell

03.09.2012
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Familienväter aufgepasst: Audi RS4 Avant und Mercedes C 63 AMG T-Modell sind praktische Kombis und astreine Sportwagen in einem

Sie zählen zu den faszinierendsten Fahrzeuggattungen überhaupt. Die Rede ist von Power-Kombis, in diesem Fall in Gestalt des neuen Audi RS4 Avant sowie des Mercedes C 63 AMG T-Modell. Wieso? Weil sie zwei Welten vereinen, die eigentlich nicht vereinbar sind. Die großen Gepäckräume schlucken problemlos das Urlaubsgepäck einer vierköpfigen Familie, gleichzeitig sorgen die mächtigen V8-Saugmotoren für Beschleunigungsexzesse, zu denen vor wenigen Jahren nur Supersportler in der Lage waren. Der Test der beiden Sport-Kombis aus Süddeutschland klärt, wer im Alltag und auf der Rennstrecke die Fahrzeugnase ganz vorn hat.

 

Karosserie

Nicht nur was die Länge und die Breite betrifft, ist der Audi das größere Auto. Auch die Insassen finden in beiden Sitzreihen mehr Bewegungsfreiheit vor – besonders bei der Innenbreite sowie der Beinfreiheit zeigt sich der Ingolstädter spendabler. Für die 490 bis 1430 (Audi) und 485 bis 1500 Liter großen Gepäckräume heimsen die beiden Kombis gleich viele Punkte ein, dafür hat der Audi RS4 Avant dem C 63 AMG T-Modell die serienmäßige Durchreiche in der Rückbank voraus, was ihm zusätzliche Zähler in Sachen Variabilität beschert.

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Die Sicherheitsausstattung der beiden befindet sich auf dem aktuellen Stand der Technik. Ob adaptive Geschwindigkeitsregelung, Notbremsassistent, Spurhalte- oder Toter-Winkel-Assistent, alles ist gegen Aufpreis zu haben. Spendabler zeigt sich der Audi beim Thema Licht: Während es für ihn Bi-Xenon-Scheinwerfer serienmäßig gibt, muss der AMG-Kunde für das Intelligent Light System 1309 Euro berappen. Für die saftigen Preise erwarten die Käufer auch entsprechend hohe Qualität – und die bekommen sie in beiden Fällen geliefert. Unterschiede gibt es dennoch. Die Cockpitlandschaft des Audi wirkt aufgrund des höheren Hartplastikanteils und des im Gegensatz zum Mercedes wenig soliden Lichtschalters zwar nicht ganz so hochwertig, dafür macht der Ingolstädter beim Blick in Motor- und Kofferraum schon fast einen klinisch sterilen Eindruck, so aufgeräumt und akkurat geht es dort zu.

KarosserieMax. PunkteAudi RS4 AvantMercedes C 63 AMG T-Modell Performance Package
Raumangebot vorn1007975
Raumangebot hinten1007269
Übersichtlichkeit703836
Bedienung/ Funktion1008584
Kofferraumvolumen1004848
Variabilität1004340
Zuladung/ Anhängelast802421
Sicherheit150110112
Qualität/ Verarbeitung200185183
Kapitelbewertung1000684668

 

Fahrkomfort

Bei aller Sportlichkeit darf der Komfort natürlich nicht aus den Augen verloren werden. Und hier kann der RS4 den Vorteil seiner adaptiven Dämpfer (1950 Euro) ausspielen. Zwar ist auch er keine Sänfte, doch spricht seine Federung auf Unebenheiten spürbar sensibler an. Der Mercedes-Hinterachse bereiten besonders Querfugen Probleme, und schnell überfahrene Autobahn-Bodenwellen quittiert der AMG mit katapultartigen Vertikalbewegungen der Karosserie. Überzeugen können im Gegenzug seine bequemen und gleichzeitig gut stützenden Sportsitze. Noch sportlicher, aber auf Dauer unkomfortabler sind die 2800 Euro teuren Schalensitze im RS4. Im Fond reist man allerdings im Audi angenehmer, seine Rückbank ist besser konturiert und weniger rutschig. Während der Motor im AMG für die Ohren der Passagiere stets präsent ist, ohne dabei aufdringlich zu klingen, hört man das Audi-Triebwerk im Normal-Modus kaum. Bewegt man hingegen den Wählhebel auf Sport, wird der Audi RS4 Avant auch akustisch zur Krawallmaschine.

FahrkomfortMax. PunkteAudi RS4 AvantMercedes C 63 AMG T-Modell Performance Package
Sitzkomfort vorn150124132
Sitzkomfort hinten1007065
Ergonomie150126123
Innengeräusche502827
Geräuscheindruck1008583
Klimatisierung504340
Federung leer200130124
Federung beladen200132126
Kapitelbewertung1000738720

 

Motor und Getriebe

Schön, dass es sie noch gibt, die klassischen V8-Saugmotoren. Wobei die Charaktere der Triebwerke sehr unterschiedlich sind. Der AMG-Motor schöpft seine schiere Kraft bereits ab Standgas aus seinem 6,2 Liter großen Hubraum, das 4,2 Liter große Audi-Triebwerk hat sich dagegen konsequent dem Hochdrehzahl-Prinzip verschrieben. Untenherum passiert nicht viel, dafür dreht der 450 PS leistende Benziner umso energischer bis jenseits der 8000 Touren. Der Mercedes C 63 AMG schüttelt seine 487 PS geradezu beiläufig aus dem Ärmel, ist wegen seines höheren Drehmoments im Alltag das entspanntere Triebwerk und lässt dem Audi bei freier Bahn dennoch keine Chance. Bis Tempo 100 nimmt er dem RS4 Avant mit 4,4 Sekunden ein Zehntel ab, bis 200 km/h sind es schon 1,7 Sekunden.

Verwaltet wird die Kraft im AMG von einem siebenstufigen Automatik-Getriebe. Allerdings kommt statt eines Drehmomentwandlers eine nasse Anfahrkupplung zum Einsatz. An die Schaltgeschwindigkeit sowie die kurzen Reaktionszeiten auf manuelle Schaltbefehle des S tronic-Doppelkupplungsgetriebes im Audi reicht das Speedshift MCT-Getriebe dennoch nicht heran. Auch auf der Verbrauchsrunde liegt der Wagen mit den Ringen vorn, mit 13,2 l/100 km benötigt er 0,8 Liter weniger als der Mercedes.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi RS4 AvantMercedes C 63 AMG T-Modell Performance Package
Beschleunigung150143143
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150102102
Getriebeabstufung1009290
Kraftentfaltung504548
Laufkultur1009092
Verbrauch325131115
Reichweite2577
Kapitelbewertung1000610597

 

Fahrdynamik

Auf der Handlingstrecke schlägt die Stunde der Wahrheit. Obwohl im Slalom langsamer und ohne traktionssicheren Allrad, kann der Mercedes C 63 AMG den RS4 mit knappem Vorsprung schlagen. Verantwortlich dafür ist neben dem brachialeren Motor das ungemein zackige Einlenkverhalten, das den Mercedes sehr agil macht. Allerdings bezahlt er dies mit einem hohen Reifenverschleiß an der Vorderachse. Der Avant wirkt dagegen im Handling schwerfälliger, die Neigung zum Untersteuern hat Audi dem A4-Topmodell aber auch dank der breiten Vorderreifen und des variablen Hinterachsdifferenzials (950 Euro) weitgehend ausgetrieben. Während der AMG-Fahrer im Kurvenausgang seinen Gasfuß zügeln muss, um durch einen Heckschwenk keine Zeit zu verlieren, kann man im RS4 bereits ab Kurvenmitte wieder voll aufs Gas treten.

Ebenso beeindruckend ist die Standhaftig- und Dosierbarkeit der 6000 Euro teuren Karbon-Keramik-Bremse des Ingolstädters – selbst bei extremer Belastung. Der AMG quittiert dies hingegen mit einem länger werdenden Pedalweg, und auch die Verzögerungsleistung reicht dann nicht mehr an die des Audi heran.

FahrdynamikMax. PunkteAudi RS4 AvantMercedes C 63 AMG T-Modell Performance Package
Handling150106108
Slalom1009183
Lenkung1008690
Geradeauslauf503835
Bremsdosierung302218
Bremsweg kalt15096104
Bremsweg warm150119109
Traktion1009055
Fahrsicherheit150130125
Wendekreis20813
Kapitelbewertung1000786740

 

Umwelt und Kosten

Wegen des 6462 Euro teuren Performance Packages (u.a. 30 PS zusätzlich, Verbundbremse) liegt der AMG beim Grundpreis über dem RS4. Dass die Sonderausstattungslisten trotz der stattlichen Preise noch jede Menge hergeben, beweisen die Testwagenpreise jenseits der 105.000-Euro-Marke. Auch im Unterhalt gehen beide aufgrund der hohen Versicherungsund Spritkosten richtig ins Geld.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi RS4 AvantMercedes C 63 AMG T-Modell Performance Package
Bewerteter Preis6756862
Wertverlust5076
Ausstattung251716
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502827
Werkstattkosten201210
Steuer1065
Versicherung402117
Kraftstoff552118
Emissionswerte258183
Kapitelbewertung1000261244

 

Fazit

Obwohl der Audi RS4 Avant dieses faszinierende Duell gegen den Mercedes C 63 AMG T-Modell überraschend klar für sich entscheiden kann, bleibt die Wahl für einen der beiden Sport-Kombis eine Frage des persönlichen Geschmacks. Dem Audi gelingt der Spagat aus Sportlichkeit und Komfort besser, dafür sucht der 6,2-Liter-Motor im etwas zu straff abgestimmten AMG nach wie vor seinesgleichen. Vorsicht – enorm hohes Suchtpotenzial!

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi RS4 AvantMercedes C 63 AMG T-Modell Performance Package
Summe500030792969
Platzierung12

Tags:
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