Sommerreifentest: Acht Reifen für den Mercedes C 63 AMG im Test Noch griffiger

06.09.2011

Je stärker das Auto, umso leistungsfähiger müssen die Reifen sein. Wir testeten 18- und 19-Zöller auf dem Mercedes C 63 AMG

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Bei unserem diesjährigen Sommerreifentest zeigen wir Ihnen darum, mit welchen Gummis der potente Schwabe am besten zurechtkommt. Acht verschiedene Pneus im 18- und 19-Zoll-Format müssen in zwölf verschiedenen Wertungsdisziplinen - sechs davon auf bewässerter Piste, sechs bei Trockenheit - ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Bei der Leistungsentfaltung des starken Mercedes keine leichte Aufgabe für die Reifenentwickler der unterschiedlichen Hersteller.

In der 18-Zoll-Kategorie mit Reifen der Größe 235/40 ZR 18 an der Vorder- und 255/35 ZR 18 an der Hinterachse müssen der Dunlop Sport Maxx GT, der Pirelli P Zero, der Michelin Pilot Sport 2 und der Vredestein Ultra Sessanta beweisen, was sie können. Bei den 19-Zöllern im Format 235/35 ZR 19 an der Vorder- und 255/30 ZR 19 an der Hinterachse treten der Continental Sport Contact 3, der Hankook Ventus S1 EVO, der Michelin Pilot Sport 2 und der Pirelli P Zero zum Vergleich an. Nur der Pneu, der sich unter sämtlichen Testbedingungen gut in Szene setzen kann und keine eklatanten Schwächen zeigt, fährt am Ende den Sieg ein. Damit wir Ihnen rechtzeitig zur neuen Sommerreifen-Saison eine Empfehlung geben können, absolvierten wir unsere diesjährigen Praxisversuche bereits im Januar im brasilianischen Sumare auf der Pirelli-Teststrecke.

Beim Aquaplaning macht dem Vredestein keiner was vor

Zunächst nimmt der C 63 die Nässedisziplinen in Angriff. Dafür werden die einzelnen Fahrbahnen künstlich bewässert. Auf den mit konstanter Wassertiefe gefluteten Strecken sind die Fähigkeiten der Reifen beim Nassbremsen gefragt. Jeder Kandidat muss dabei zehn Bremsungen aus 80 km/h bis zum Stillstand über sich ergehen lassen. Am besten und nahezu auf gleichem Niveau setzen sich hier die beiden Pirelli vom Rest des Feldes ab, wobei der AMG mit dem 18-Zoll-Reifen den Hauch von 0,2 Metern früher zum Stillstand kommt. Mit 41,6 und 41,7 Metern folgen Vredestein und Hankook, während der Continental mit 45,1 Metern satte fünf Meter mehr benötigt. Ebenso eklatant sind die Unterschiede beim Längs-Aquaplaning: Die beiden 19-Zoll-Pneus von Hankook und Michelin können schon bei 90,4 und 90,6 km/h den Wassermassen nicht mehr standhalten und verlieren den Kontakt zur Fahrbahn, der Vredestein dagegen erreicht fast 100 km/h. Bei ihm ist erst bei 99,6 km/h Schluss. Damit ist er in diesem Testfeld der Konkurrenz weit überlegen.

Wer in einer Kurve auf Wasser trifft, ist ebenfalls mit dem Vredestein am besten beraten - er bietet die beste Seitenführung. Ihm am nächsten kommen in unserem Test der Pirelli im 19-Zoll-Format und der Hankook. Am frühesten verliert hier der Dunlop die Seitenführung, wodurch der Mercedes dann auch ziemlich abrupt mit dem Heck ausbricht.

In der anschließenden Disziplin gilt es, die bisher erzielten Erkenntnisse beim Handling auch in eine angemessene Zeit umzusetzen. Die schnellsten Tempi ermöglicht der 19 Zoll große Pirelli, der zudem völlig problemlos auf Kurs zu halten ist. Er ist gut ausbalanciert, schiebt also kaum über die Vorderräder, und bringt auch bei Lastwechseln das Heck des AMG nicht zum heftigen Ausbrechen. Dem Pirelli folgt der Vredestein, der ebenfalls sehr einfach und sicher im Handling zu pilotieren und zudem auch noch schnell ist. Wenig Freude bereiteten auf dem nassen Geläuf die beiden Michelin. Man ist sich bei ihnen nie genau darüber im Klaren, ob sie nur untersteuern, oder ob der C 63 nicht plötzlich mit dem Heck ausbricht, sobald man sich den kleinsten Lupfer am Gaspedal erlaubt. Dieses diffizile Fahrverhalten schlägt sich auch in den langsamsten Zeiten nieder. Die anderen Reifen unterscheiden sich in Sachen Fahrsicherheit nur durch Nuancen. Hier ist die Wahl des Pneus Geschmackssache, je nachdem, ob der Fahrer eher ein Untersteuern oder ein leichtes Übersteuern bevorzugt.

Bei Balance und Fahrsicherheit ist der 19-Zoll-Pirelli das absolute Maß

Auch auf trockener Piste gehören die Bremswerte zu den am höchsten bewerteten Kriterien. Allerdings sind hier die Unterschiede in Metern nicht so deutlich wie auf nasser Strecke. Am besten meistern - wie schon im Nassen - die beiden Italiener diese Aufgabe. Diesmal setzt sich allerdings der 19-Zöller knapp durch. Mit einem um zwei Meter längeren Bremsweg als der P Zero markiert der Dunlop mit 39 Metern das Schlusslicht in dieser Disziplin.

Die schnellsten Zeiten auf der trockenen Handlingstrecke erreichen ebenfalls die beiden Pirelli - mit einem winzigen Vorteil für den 18-Zöller. Der Michelin als 19-Zoll-Pneu und der Hankook liegen nur unwesentlich dahinter, während der Vredestein und der 18-Zoll-Franzose die langsamsten im Feld sind - wenn auch nur mit geringem Abstand. Beim Slalom erzielt der große Michelin die beste Zeit vor dem kleinen Pirelli. Am langsamsten umrunden der Hankook und der Dunlop die Pylonen, da beide nicht so direkt auf Lenkbefehle reagieren.

Bei der Balance und der Fahrsicherheit ist wieder der große Pirelli das Maß der Dinge. Er umrundet den Handling- und den Slalomkurs mit einer stoischen Ruhe, ohne das Heck des AMG ausbrechen zu lassen. Ganz anders der 18-Zoll-Michelin, mit ihm bricht das Heck abrupt und heftig aus. Er verlangt eine schnelle Hand am Volant, soll die Fuhre auf der Piste bleiben. So landet der Franzose in der Trockendisziplin auf dem letzten Platz, weil er mit dem agilen AMG nicht gut zurechtkommt. Jürgen Schramek

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So testen wir:
Unsere acht Kandidaten im 18- und 19-Zoll-Format haben wir allen Bedingungen ausgesetzt, die auch Sie im normalen Alltagsbetrieb vorfinden können. Allerdings sind wir dabei grundsätzlich - ob auf trockener Piste oder auf bewässerter Fahrbahn - an die Haftungsgrenzen der Pneus gegangen. Ideale Witterungsbedingungen für unsere Tests bietet im Frühjahr das Testgelände von Pirelli im brasilianischen Sumare.

AQUAPLANING Sensoren ermitteln das Tempo, bei der ein Reifen im Wasserbecken mit sechs Millimeter Wasserstand aufschwimmt. Dieser Test wird bei Geradeausfahrt und in einer definierten Kurve durchgeführt. Je später der Reifen die Seitenführung verliert, desto besser.

BREMSEN Jeder Reifen wird mehrfach (zehn Mal) aus 100 km/h im Trockenen und aus 80 km/h im Nassen bis zum Stillstand maximal verzögert. Die Messgeräte ermitteln dabei die durchschnittliche Verzög

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