Sommerreifen-Test: 8 Reifen der Größe 185/60 R 15 für VW Polo & Co. im Test Saisonware

29.09.2015

Sieben Marken-Reifen der Größe 185/60 R 15 für die kommende Sommersaison im Test. Und im direkten Vergleich dazu ein chinesischer Billigreifen aus dem Internet

Es ist März und der Winter damit streng genommen vorbei – auch wenn das Wetter ab und zu verrückt spielt. Trotzdem steigen allmählich die Temperaturen, und schon bald sollte man die Winterprofile einmotten und gegen Sommerreifen tauschen. Der exakte Wechsel-Zeitpunkt ist allerdings nicht genau definierbar, sondern hängt von Region, Reifen und Nutzung ab. Wenn man aber die Faustformel „Ostern bis Oktober mit Sommerreifen“ beachtet, kann man nicht viel falsch machen.

SIEBEN MARKENPRODUKTE UND EIN BILLIGPROFIL
Vor dem Wechsel steht immer die Frage: „Welchen Pneu soll ich nehmen?“ Wir sagen: Das hängt vom Einsatzgebiet und den Prioritäten des Fahrers ab. Im Test für die Saison 2012 haben wir insgesamt acht auf einen geringen Rollwiderstand (RoWi) optimierte Profile auf nasser und trockener Fahrbahn unter die Lupe genommen.

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Mit dabei: der nagelneue Bridgestone Turanza T001, die so genannten Spritsparreifen Conti EcoContact 5 und Michelin Energy Saver, die jüngst überarbeiteten Dunlop SP Sport Fast Response, Nokian H, Pirelli Cinturato P1 und Uniroyal RainExpert sowie der HiFly HF201 aus chinesischer Fertigung.

Weil ab November diesen Jahres europaweit jeder Reifen mit einem Label beklebt wird, haben sich die Hersteller ins Zeug gelegt, um den besten Kompromiss aus Nassgriff und Rollwiderstand zu erreichen. Prinzipiell geht ein geringerer Rollwiderstand nämlich zu Lasten der Haftung bei Nässe. Dass man in beiden Bereichen gut sein kann, beweisen der Testsieger Nokian H (ca. 300 Euro) und der Uniroyal RainExpert (ca. 270 Euro). Letzterer hat als einziger Testkandidat eine vorgeschriebene Laufrichtung und ist V-förmig gestaltet, was die Wasserverdrängung verbessert.

Damit erweist er sich als echter Regenmeister und holt im Nässe-Kapitel 135 von 150 möglichen Zählern. Sobald die Fahrbahn aber abgetrocknet ist, werden die Bremswege des Uniroyal sehr lang und das Fahrverhalten träge, das Limit ist schnell erreicht. Das geht zu Lasten der Sicherheit und beschert dem RainExpert bei Trockenheit nur 86 von 150 möglichen Punkten. Ganz anders performt der Nokian, der auch in den Trocken- Prüfungen durchweg überzeugt. Seine kurzen Bremswege und die gute Balance im Grenzbereich sind der Schlüssel zum Gesamtsieg.

Ein krasses Gegenteil zu den Nässe-Profis aus Finnland und Deutschland stellt der in China gefertigte HiFly HF201 dar – mit rund 210 Euro pro Satz der günstigste Reifen im Testfeld. Und der Discount-Pneu beweist einmal mehr: Billig kann auch gefährlich sein. Auf den konstant künstlich bewässerten Strecken ist die Leistung des HiFly so katastrophal, dass er in diesem Kapitel nur 55 Punkte erreicht. Lange Bremswege und die selbst bei niedrigem Tempo stark ausgeprägte Neigung zum Unter- sowie Übersteuern sind ein Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr.

BRIDGESTONE UND CONTI LIEGEN IM TEST GLEICHAUF
Die zweite Stufe auf dem Siegerpodest teilen sich der Conti (ca. 340 Euro) und der Bridgestone (ca. 330 Euro) – obwohl beide ganz unterschiedliche Charaktereigenschaften haben. Der EcoContact 5 ist neu auf dem Markt und erfreut bei Nässe mit kurzen Bremswegen sowie hoher Fahrsicherheit – er patzt aber im Aquaplaning.

Der Turanza T001 büßt dagegen auf der Bremse Punkte ein, schwimmt aber später auf als der Deutsche. Dessen Rollwiderstand ist in diesem Test absolute Spitze, doch der Japaner macht auf trockener Straße mit kürzeren Bremswegen, etwas satterer Straßenlage sowie niedrigem Vorbeifahrgeräusch Boden gut. Letzteres Kriterium findet der Verbraucher ebenfalls auf dem so genannten EU-Reifenlabel – unter der Note für den Rollwiderstand.

Wie leicht ein Reifen läuft, wird auf einem Trommelprüfstand unter genormten Bedingungen im Labor ermittelt. Gerade hier enttäuscht der Dunlop SP Sport Fast Response (ca. 290 Euro), obwohl er jüngst extra für einen geringeren RoWi überarbeitet wurde. Mit einem Koeffizienten (CRR) von 11,34 bleibt ihm in dieser Disziplin nur die rote Laterne. Immerhin ist er im Längs-Aquaplaning stark und überzeugt auf nassem Asphalt mit sicherer Straßenlage.

Unterm Strich reicht das aber nur für den siebten Platz. Der dienstälteste Reifen in diesem Test heißt Michelin Energy Saver (350 Euro). Traditionell ist der Franzose sehr effizient und dafür weniger stark bei Nässe. Doch der Energy Saver meistert diesen Spagat recht gut und überzeugt nicht nur mit geringem Rollwiderstand, sondern auch mit hoher Fahrsicherheit. Die im Verhältnis mäßigen Bremswege auf den bewässerten Pisten kosten ihn allerdings Punkte.

Sind die Strecken trocken, gefällt der Michelin mit hohem Sicherheitspotenzial sowie kurzen Bremswegen und ist im Gesamt-Ranking nur einen Zähler vom Pirelli Cinturato P1 (ca. 310 Euro) entfernt. Der Italiener liegt in den mit Wasser gefluteten Aquaplaning-Becken (sieben Millimeter hoch) auf dem Niveau von Nokian und Uniroyal, im Nasshandling fährt er sportlich, schnell und sicher. Auch in den Trockenprüfungen leistet sich der Cinturato P1 keine Schwäche und landet im Test so auf dem vierten Platz.
Paul Englert

185/60 R 15 - PASSEND FÜR:
Audi A1Citroën C3 (2002 bis heute) • Hyundai i20Opel Agila, Corsa (C, D), Tigra (Twintop), Meriva (A) • Peugeot 1007Renault Clio (2005 bis heute), Clio Grandtour, Modus, Grand Modus • Seat Ibiza, Ibiza ST • Skoda Fabia Combi (2007 bis heute) • Suzuki Splash, Swift (2005 bis heute), Ignis • Toyota Yaris (2006 bis heute) • VW Polo (2009 bis heute)

EU-REIFENLABELING
Ab November 2012 ist das EU-Reifenlabel Pflicht. Wie bei Kühlschränken soll mit den Buchstaben A bis G die Qualität des Reifens in puncto Rollwiderstand (Verbrauch), Nassgriff (Bremsen) und Geräusch transparenter werden. Zum Beispiel würden Conti, Nokian und Uniroyal in diesem Test mit geringem Rollwiderstand und kurzen Bremswegen bei Nässe gute Noten erhalten.

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BILLIGREIFEN AUS DEM NETZ
Was taugen Discount-Gummis? Um diese Frage zu beantworten, kauften wir beim Händler ein im Verhältnis deutlich günstigeres Profil aus China. Besonders in den Nässeprüfungen beweist unser Test, dass man bei widrigen Wetterverhältnissen mit diesem Pneu kaum Sicherheitsreserven hat und deshalb mit einem Billigreifen am falschen Ende spart.

SO TESTEN WIR

1. AQUAPLANING
Die sensible Messelektronik im Auto erkennt bei der Fahrt durchs Wasserbecken, ab welchem Tempo der Reifen die Haftung verliert.
2. FAHRSICHERHEIT
Im Nass-/Trockenhandling, durch die Slalomgasse und auf der bewässerten Kreisbahn fahren wir die Reifen im Grenzbereich, um deren Beherrschbarkeit in Notsituationen zu bewerten.
3. BREMSEN
Wenn’s drauf ankommt, gilt: Wer früher steht, ist besser dran. Deshalb ermitteln wir Bremswege sowohl auf bewässerter als auch auf trockener Fahrbahn aus 100 km/h bis zum Stillstand.
4. ROLLWIDERSTAND
Auf dem Laborprüfstand wird ermittelt, welcher Reifen den geringsten Rollwiderstand aufweist und damit zu einem möglichst geringen Spritverbrauch beiträgt.

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