Skoda Superb Combi und VW Passat Variant im Vergleichstest VW Passat Variant und Skoda Superb Combi

05.09.2011

Im Segment der Raumriesen entscheiden hauptsächlich Größe und Variabilität des Laderaums über Sieg oder Niederlage der Konkurrenten

Reden wir gar nicht erst lange drum herum: Der Passat Variant hat einen Kofferraum mit 603 bis 1731 Liter Ladevolumen. Der Stauraum des brandneuen Skoda Superb Combi schluckt 633 bis 1865 Liter. Der Sieger nach Zahlen heißt also Skoda. Noch Fragen?

Na gut, vielleicht ist allein damit doch nicht alles gesagt. Wer genauer hinschaut, entdeckt, dass der VW Passat Variant sogar nur dann die 600er Marke knackt, wenn er ohne vollwertiges Reserverad geordert wird und man die 90 Liter große Staubox unter der Laderaumabdeckung mitrechnet. Doch auch der Superb schummelt hier ein bisschen: Dort entfallen nämlich ebenfalls 30 Liter des Stauvolumens auf ein flaches Fach unter dem Ladeboden.

Dass er aber trotz der stark abgerundeten Heckklappe das größere Maximalvolumen erreicht, verdankt er seinem um gut fünf Zentimeter längeren Radstand. Der VW wiederum verkraftet laut der von uns im Test ermittelten Gewichte 30 Kilo mehr Zuladung.

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Beide Kombis verfügen serienmäßig über eine asymmetrisch geteilt umlegbare Rückbank sowie eine topfebene Ladefläche und können mit Skisäcken und Trennnetzen aufgerüstet werden. Die Pluspunkte des Skoda-Kofferraums lauten: niedrigere Ladekante, ausziehbarer Ladeboden (360 Euro) und zwei Zentimeter mehr Breite. Der Passat bietet dafür auf Wunsch einen umlegbaren Beifahrersitz (88 Euro) und aufpreispflichtige, integrierte Kindersitze (ab 270 Euro).

Doch auch ohne zusätzliche Features überzeugen beide Kombis mit einem glattflächig gestalteten Stauraum, einer soliden Metallblende zum Schutz der Ladekante und einem funktionellen Klappmechanismus der Sitze.

MÄSSIGE VARIABILITÄT
Eine verschiebbare Rücksitzbank jedoch, die dem Skoda einen echten Wettbewerbsvorteil verschafft hätte, suchen wir vergebens. So wuchert der Tscheche zwar mit einem konkurrenzlosen Knieraum-Angebot. Doch bereits die Beinfreiheit im Passat-Fond genügt selbst gehobenen Ansprüchen.

Auch eine zweiteilig zu öffnende Heckklappe besitzt der Superb Combi im Gegensatz zur Limousine mit dem kleveren TwinDoor-Deckel nicht. Dafür lässt sich die Klappe jetzt aber per Knopfdruck elektrisch öffnen und schließen – Aufpreis: 390 Euro. Beim VW Passat Variant kostet dieses Gimmick 440 Euro Aufpreis.

Es sind also lediglich Kleinigkeiten, in denen sich die beiden großen, nutzwertorientierten Kombis aus dem VW-Konzern unterscheiden. So lassen sich beispielsweise die hinteren Seitenscheiben beim Superb voll versenken, während beim Passat rund zehn Zentimeter der heruntergelassenen Scheiben stehenbleiben.

Wo der Skoda mit pragmatischen Detaillösungen wie der herausnehmbaren Kofferraumleuchte glänzt, die auch als Taschenlampe mit Magnetfuß taugt, hält der VW mit einem optionalen 230-V-Anschluss für Elektrogeräte dagegen.

Auch beim Fahren fallen die Unterschiede zwischen den beiden Autos marginal aus. Kein Wunder, schließlich verfügen beide über denselben Motor und das baugleiche Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Unter der Haube arbeitet jeweils der Zweiliter-TDI mit Common-Rail-Einspritzung und 170 PS.

Hier wie dort hinterlässt das Aggregat einen äußerst harmonischen Eindruck und erfreut mit guter Laufkultur. Als optimale Ergänzung dazu erweist sich jeweils das sechsstufige Doppelkupplungsgetriebe, das den Komfort einer konventionellen Automatik mit der Effizienz eines manuellen Getriebes kombiniert.

So liegen nicht nur die Normverbräuche (6,2 Liter) gleichauf, auch die Testfahrt endete mit einem Remis: 6,9 Liter Diesel. Jedoch genügen die 70 Liter im Tank des VW für eine Reichweite von rechnerisch 1014 Kilometern, während der Superb wegen des kleineren Treibstoff-Reservoires (60 Liter) nach 870 Kilometern zum Nachtanken muss.

Die Fahrleistungsmessungen fördern ebenfalls keine nennenswerten Unterschiede zutage: Trotz des geringfügig schlechteren Luftwiderstandsbeiwerts (0,32) läuft der Skoda ein km/h schneller als der Passat (cW: 0,30), der bei 217 km/h seine Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Beim Standardsprint auf 100 km/h liegt der Superb mit 9,2 Sekunden ebenfalls vorn – er nimmt seinem Rivalen allerdings gerade einmal eine Zehntelsekunde ab. Auch die gemessenen Bremswege liegen auf vergleichbarem Niveau.

Lediglich das Innengeräusch erscheint im Passat wirkungsvoller gedämpft. Der Superb klingt eine Nuance dröhniger, ohne jedoch jemals nervig zu werden.

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Einen deutlicheren Vorsprung kann der Passat hingegen bei der Beurteilung des Federungskomforts verbuchen. Jedoch hatte unser Testwagen die aufpreispflichtigen adaptiven Dämpfer (DCC, 1045 Euro) an Bord, deren Set-up sich per Knopfdruck in drei Abstufungen vorwählen lässt. Das Fahrwerk des Superb ist spürbar straffer gedämpft, woraus sich eine stärker ausgeprägte Tendenz zu Stuckerbewegungen auf welligen Pisten ergibt.

Der Beherrschbarkeit im Falle eines plötzlichen Ausweichmanövers oder einer zu optimistisch eingeschätzten, scharfen Kurve tut dies jedoch keinen Abbruch. Beide Autos meistern Extremsituationen mit Gelassenheit. Ihr nicht abschaltbares ESP bügelt hektische Reaktionen verlässlich aus.

Das Fahrverhalten beider Kombis ist eindeutig untersteuernd ausgelegt und stellt keine besonderen Anforderungen an die Fähigkeiten des Fahrers. Sicherheit vor Sportlichkeit lautet hier wie dort die einhellige Devise.

Wer aber eine saubere Kurvenlinie fährt, kann auch mit diesen Frachtern erstaunliche Grenzgeschwindigkeiten erzielen. Die elektromechanisch unterstützte Servolenkung assistiert dabei mit direkten Reaktionen und einer klar definierten Rückmeldung.

Im Wolfsburger greift die Lenkung sogar aktiv ein, sobald der Wagen droht, die Fahrspur zu verlassen. Zumindest, wenn man 525 Euro in die Option „Lane Assist“ investiert hat. Auch Abstandsradar (1170 Euro) und Rückfahrkamera (370 Euro) sind im Angebot. Da muss der Superb passen, der jedoch – wie der Passat – mit einem Park-Lenk-Assistenten ausgestattet werden kann (510 Euro, VW: 780 Euro).

Zum Serientrimm des Skoda zählt dafür eine Reifendruckkontrolle, für die VW 55 Euro Aufpreis verlangt. Überhaupt wartet der Tscheche nicht nur mit einem um 2400 Euro günstigeren Grundpreis auf, sondern besitzt auch noch die umfangreichere Basisausstattung – womit er schnell Freunde gewinnt.

Fazit

Der VW Passat Variant ist und bleibt ein sehr ausgewogenes Fahrzeug und mit vielen guten Eigenschaften und praktischen Tugenden. Doch der neue Skoda Superb Combi ist ihm in fast allen Punkten ebenbürtig – und verbucht mit dem günstigeren Preis und dem größeren Laderaum die höchstwahrscheinlich entscheidenden Vorteile für sich. Zumal der kultivierte Common-Rail-Motor und das hochmoderne Doppelkupplungsgetriebe in beiden Fahrzeugen identisch sind.

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel, Partikelfilter
Hubraum1968
Leistung
kW/PS
1/Min

125/170
4200 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
350
1750 - 2500 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6-Gang-Doppelkupplung
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 225/45 R 17 W
h: 225/45 R 17 W
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1621
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)9.2
Höchstgeschwindigkeit (km/h)218
Verbrauch 
Testverbrauch6.9l/100km (Diesel)
EU-Verbrauch6.2l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)162

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