Skoda Superb 2015: Fahrbericht der neuen Limousine Getarnte Offensive

18.12.2014

Noch ist der neue Skoda Superb getarnt. Doch unter seiner Verkleidung versteckt sich der modernste Skoda aller Zeiten. Ein erster Fahrbericht klärt sein Eroberungspotenzial

Superb heißt übersetzt „prächtig“. Tatsächlich soll die nun dritte Generation, die im kommenden Jahr auf den Markt kommt, das neue Pracht- exemplar im Skoda-Modellreigen werden. „Mit dem nächsten Superb beginnt eine neue Ära. Wir revolutionieren das Skoda-Design. Aber auch bei Raumangebot, Leistung, Umwelt und Sicherheit liegen wir ganz vorn“, verkündet Skoda-Boss Winfried Vahland nicht ohne Stolz. Rund 35 Prozent mehr Zulassungen erhoffen sich die Tschechen von ihrem neuen Aushängeschild. Ein ambitioniertes Ziel, schließlich wurden von den beiden Vorgängern gut 750.000 Autos verkauft. Mangel an Raum herrschte auch beim Alten nicht, doch der Skoda Superb 2015 zeigt, dass selbst Riesen noch wachsen können.

 

Skoda Superb 2015: Kampfansage im Premium-Revier

Primus beim Raumangebot

In der Länge legte er um zwei Zentimeter auf 4,85 m zu, in der Breite sind es 4,7 cm. Während der vordere Überhang aus Gründen der Optik nun 61 mm kürzer ist, wuchs der Radstand um stolze 80 mm. Vor allem die Fondpassagiere sitzen auf den bequemen Sitzen wie in der Top-Luxusklasse. Genauso konkurrenzlos ist in dieser Klasse das Ladevolumen von 625 Litern. Legt man die hinteren Sitze der neuen Limousine um, passen hinter die große Heckklappe 1760 Liter Gepäckvolumen – eine Kampfansage selbst an viele Kombis.

Fahrkomfort verbessert

Der Superb basiert auf dem viel gelobten Modularen Querbaukasten (MQB) von VW und teilt sich diverse Komponenten mit dem neuen Passat. Erstmals bietet Skoda mit dem DCC ein verstellbares Fahrwerk an. Schon nach den ersten Metern wird klar, dass der Superb fürs Reisen geschaffen ist. Man sitzt bequem in den gut konturierten Sitzen, die dank hoher Rückenlehnen eine gute Schulterunterstützung bieten. Die Federung arbeitet sehr komfortabel – insbesondere im Normalmodus (es gibt noch einen Sportmodus). Gegenüber dem Vorgänger hat der Superb beim Fahrkomfort einen Riesensprung nach vorn gemacht. Die Lenkung könnte allerdings um die Mittellage etwas direkter ansprechen.

Alle Motoren mit Euro 6

Zum Start sind acht Motoren erhältlich. Alle erfüllen die Euro-6-Abgasnorm und verfügen über Start-Stopp-Automatik. Nicht zuletzt dank des um bis zu 75 kg geringeren Gewichts und eines cW-Werts von nur 0,263 sollen die Aggregate im Durchschnitt über 20 Prozent weniger verbrauchen. Wir fuhren den 220 PS starken 2.0 TSI und den 190-PS-Diesel, jeweils mit dem sehr gut harmonierenden Doppelkupplungsgetriebe. Beide Motoren sorgen für überlegene Fahrleistungen – der Benziner gibt sich aber kultivierter als der durchzugskräftige Diesel. Welches Aggregat das empfehlenswertere ist, kann (erst) ein künftiger Test klären. Eine gute Wahl ist auf jeden Fall der Allradantrieb, mit dem der Superb den harmonischeren Eindruck hinterlässt – nicht zuletzt dank der besseren Traktion.

Clevere Detaillösungen

Dass der Superb in der Oberklasse eine gewichtige Rolle spielen will, zeigen die penible Verarbeitungsqualität, die Vielzahl an Fahrerassistenzsystemen und das Connectivity-Angebot (siehe Kasten). Doch der Superb wäre kein Skoda, böte er nicht viele praktische „simply-clever“-Lösungen. So ist jetzt in Fahrer- und Beifahrertür jeweils ein Regenschirm verstaut. In der Mittelkonsole gibt es eine Ablage für ein Tablet, und der Getränkehalter fixiert Flaschen so, dass sie sich mit einer Hand aufdrehen lassen. Ein Eiskratzer ist wieder im Tankdeckel untergebracht, und im Laderaum gibt es eine Taschenlampe. Viel Licht und wenig Schatten also beim neuen Superb. Zumal sich die Preise trotz der Verbesserungen auf dem Niveau des Vorgängers bewegen werden.

Skoda Superb III: Motoren, Assistenzsysteme und Connectivity

Unser Fazit

Der neue Superb hat einen großen Sprung nach vorn gemacht. Das Raumangebot ist größer, die Materialanmutung wertiger, der Fahrkomfort besser, der Verbrauch geringer. Schon jetzt verkauft sich der Superb in Deutschland besser als der Ford Mondeo. Mit attraktiven Preisen könnte der Superb auch im Premium-Revier wildern.

Volker Koerdt

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