Skoda Superb 2.0 TDI vs. VW Passat 2.0 TDI Kein Wasserträger

12.12.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit dem Skoda Superb der zweiten Generation erwächst dem bisherigen Klassenprimus VW Passat ein ausgesprochen starker Gegner – aus den Reihen des eigenen Konzerns. Erstes Kräftemessen der Common-Rail-Diesel

Der erste Skoda Superb der Neuzeit erwies sich nach seinem Debüt 2001 schnell als eine Art Universalantwort auf die Frage nach einer Alternative zu den etablierten Vertretern der Mittelklasse. Und sogar gegen die Modelle der Oberklasse konnte sich das Raumwunder aus Tschechien behaupten. Doch das Image des Emporkömmlings und die biedere Optik haben dem Top-Skoda den ganz großen Durchbruch bisher verwehrt.

Mittlerweile strahlt das grüne Markenlogo heller, als es manchen Vertretern des Volkswagen-Konzerns lieb ist, da es selbst Produkte teurerer Marken zuweilen in den Schatten stellt. Außerdem tritt der Superb der zweiten Generation nicht mehr als gestreckter Passat auf, sondern folgt selbstbewusst einer eigenen, durchaus gefälligen Liniengebung. Zum ersten Kräftemessen treten VW Passat und Skoda Superb mit Common-Rail-Dieselmotor an. Auf gehts.

 

Karosserie

Dass der Neuling dank längerem Radstand (52 Millimeter) und größerer Karosserie (plus 73 Millimeter) mehr Platz bietet als der Routinier von VW, ist logisch. Dass er allerdings das großzügige Raumgefühl des Wolfsburgers derart deutlich toppt, überrascht dennoch. Fahrer und Beifahrer profitieren von schmaleren Türen und einer etwas zierlicheren Mittelkonsole, die Passagiere im Fond schwelgen in einem wahrhaft verschwenderischen Platzangebot. Nicht, dass der Passat eng geschnitten wäre, aber so raumgreifend herumlümmeln wie im Superb kann man ansonsten allenfalls in einer S-Klasse mit langem Radstand.

Wer Gepäck verstauen möchte, dem steht in beiden Fahrzeugen ein Kofferraum mit üppigen 565 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Das Stummelheck des Skoda lässt sich jedoch dank des trickreichen TwinDoor-Kofferraumdeckels entweder wie ein konventionelles Stufenheck öffnen oder gibt auf Tastendruck den Weg durch eine riesige Heckklappe frei.

Außerdem lässt sich das Ladevolumen dank asymmetrisch geteilter Rücksitze auf maximal 1670 Liter erhöhen. Eine Durchreiche in der Lehne ist ebenfalls Standard. Der Passat kann ebenfalls die Rücksitze umlegen und verfügt auf Wunsch über eine separate Durchladeluke. Ferner stehen ein umlegbarer Beifahrersitz (86 Euro) und integrierte Kindersitze (rechts und links: 725 Euro) in der Aufpreisliste.

Damit sind wir auch schon bei der Sicherheitsausstattung, die beim Skoda marginal besser ausfällt (alle Details siehe Tabelle auf Seite 65). Zu den Highlights im Superb zählen der Knie-Airbag und die optionalen Bi-Xenonscheinwerfer mit intelligenter Steuerung (AFS), die neben einer Kurven- und Abbiegelicht-Funktion auch auf Regenwitterung und auf Autobahnfahrt reagiert sowie einen Sondermodus für Linksverkehr enthält. Absolut tadellos präsentiert sich zudem die Verarbeitungsgüte des Tschechen, der seinen deutschen Rivalen mit hochwertigerer Materialanmutung aussticht.

KarosserieMax. PunkteVW Passat 2.0 TDISkoda Superb 2.0 TDI
Raumangebot vorn1007981
Raumangebot hinten1007994
Übersichtlichkeit703235
Bedienung/ Funktion1008385
Kofferraumvolumen1003956
Variabilität1002025
Zuladung/ Anhängelast804540
Sicherheit1509695
Qualität/ Verarbeitung200182188
Kapitelbewertung1000655699

 

Fahrkomfort

Trotz des riesigen Innenraums und einer entsprechend bequemen Sitzposition erfüllt der Skoda in der Komfortwertung nicht ganz die in ihn gesetzten Erwartungen: Die aus dem Audi-Sortiment übernommenen Komfortsitze (Serie bei Elegance) sind etwas zu straff gepolstert, bieten aber speziell im Schulterbereich erstklassige Unterstützung.

Das Fahrwerk neigt trotz des langen Radstands ein wenig zum Stuckern, was jedoch sicherlich auch auf das Konto der optionalen 18-Zoll-Räder des Testwagens (ab 510 Euro) in Tateinheit mit dem ebenfalls kostenpflichtigen Sportfahrwerk (210 Euro) geht.

Zudem verursachen die Reifen lautere Abrollgeräusche, was sich in der Innengeräusch-Messung niederschlägt. Das subjektive Empfinden wird dagegen nicht beeinträchtigt, weil sich zu keiner Zeit lästige Frequenzen einstellen.

Seis drum: Der Passat ist schlichtweg das leisere Auto. Außerdem federt er sensibler. Punkt. Jedoch bauen seine Sitze zu wenig Seitenhalt auf. Dafür überzeugt der Wolfsburger mit großen Ablagen in Mittelkonsole und Türtaschen, die selbst Liter-Flaschen problemlos aufnehmen.

FahrkomfortMax. PunkteVW Passat 2.0 TDISkoda Superb 2.0 TDI
Sitzkomfort vorn15090123
Sitzkomfort hinten1007285
Ergonomie150121110
Innengeräusche504335
Geräuscheindruck1007275
Klimatisierung503334
Federung leer200135125
Federung beladen200134131
Kapitelbewertung1000700718

 

Motor und Getriebe

Seit der Umstellung der 2.0-TDI-Motoren von Pumpe-Düse auf Common-Rail hat sich die Laufkultur der Aggregate drastisch verbessert. Zudem drehen die Turbodiesel nun erheblich leichtfüßiger und geben ihre Kraft gleichmäßiger ab – ohne deshalb mehr Sprit zu verbrauchen. Das bestätigen auch unsere zwei Testwagen. Der momentan nur in der stärkeren 170-PS-Version verfügbare Test-Skoda verweist den 122 Kilo leichteren VW im Beschleunigungsduell auf den zweiten Platz. Aber der Passat trat auch nur mit 140 PS an.

Die Common-Rail-TDI mit 170 PS werden erst in Kürze ausgeliefert. Der Skoda besaß zudem das Doppelkupplungsgetriebe DSG (2000 Euro) und glänzte mit sensiblen sowie flinken Reaktionen, während der getestete Passat die manuelle Sechsgang-Box an Bord hatte. Somit sind die Fahrleistungen nur eingeschränkt vergleichbar. Exaktere Daten werden wir ermitteln, sobald wir die entsprechenden Fahrzeuge bekommen.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Passat 2.0 TDISkoda Superb 2.0 TDI
Beschleunigung150141144
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1507990
Getriebeabstufung1008090
Kraftentfaltung502933
Laufkultur1006464
Verbrauch325208200
Reichweite252216
Kapitelbewertung1000623637

 

Fahrdynamik

Bei den Dynamik-Tests tun sich beide Kandidaten mit ihrem narrensicheren Fahrverhalten hervor. Der VW Passat hinterlässt dabei einen etwas quirligeren Eindruck, was er seinem geringeren Gewicht und dem agileren Einlenkverhalten verdankt. Der Skoda Superb zieht seinerseits Vorteile aus dem langen Radstand und punktet mit stoischem Geradeauslauf sowie noch stabileren Fahreigenschaften. Unterstützt von 30 Mehr-PS, Sportfahrwerk und Breitreifen erreicht er zudem die flotteren Handlingzeiten und bremst besser.

FahrdynamikMax. PunkteVW Passat 2.0 TDISkoda Superb 2.0 TDI
Handling1505666
Slalom1006259
Lenkung1006968
Geradeauslauf504348
Bremsdosierung301618
Bremsweg kalt1507594
Bremsweg warm1507889
Traktion1004240
Fahrsicherheit150125128
Wendekreis20910
Kapitelbewertung1000575620

 

Umwelt und Kosten

Der VW Passat ist sein Geld sicherlich wert und schneidet im direkten Vergleich einen Hauch günstiger ab. Ferner währt seine Rostgarantie zwei Jahre länger. Doch der Test-Skoda war stärker motorisiert und bietet von Hause aus ein sensationell gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Mehr Auto fürs Geld ist derzeit kaum zu finden, zumal schon der Basisausstattung nichts Wesentliches fehlt.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Passat 2.0 TDISkoda Superb 2.0 TDI
Bewerteter Preis675201192
Wertverlust502221
Ausstattung251010
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502827
Werkstattkosten201615
Steuer1077
Versicherung403230
Kraftstoff554544
Emissionswerte258786
Kapitelbewertung1000448432

 

Fazit

Ein Einstand nach Maß. Das teaminterne Duell entscheidet der Skoda Superb für sich. Er wirkt keineswegs wie eine Kopie der technisch eng verwandten VW- und Audi-Modelle, sondern setzt sich als optisch und konzeptionell gelungenes, eigenständiges Fahrzeug durch.

Nicht nur der Passat wird es schwer haben, sich gegen diesen Herausforderer zu behaupten. Selbst Autos aus höheren Klassen werden zu gleichwertigen Rivalen. Wir erwarten mit Spannung die nächsten Test-Paarungen. Und: Ende 2009 startet der Superb als Kombi.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Passat 2.0 TDISkoda Superb 2.0 TDI
Summe500060023106
Platzierung12

Tags:
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