Skoda Octavia vs. Seat Leon, Hyundai i30, Honda Civic & Renault Megane Hoch im Kurs

03.11.2014
Inhalt
  1. Civic, i30, Mégane, Leon, Octavia: Karosserie
  2. FAHRKOMFORT
  3. MOTOR/GETRIEBE
  4. FAHRDYNAMIK
  5. UMWELT/KOSTEN
  6. FAZIT
  7. Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Honda Civic, Hyundai i30, Renault Mégane, Seat Leon oder Skoda Octavia: Welcher dieser Verkaufsschlager unter den Import-Autos der Kompaktklasse in Deutschland ist das kompletteste Angebot? Vergleichstest

Die Importeure drängen in die Kompaktklasse. Insbesondere das Engagement von Skoda und Seat sorgt bei den etablierten  Marken wie Opel und Ford für schrumpfende Marktanteile.

Skoda hat im ersten Halbjahr 2014 bereits 27.409 Octavia-Modelle in Deutschland verkauft. Damit liegt der Kompakte mit dem Ford Focus (27.536 Stück) auf Augenhöhe. Der neue Seat Leon bringt es bereits auf knapp 20.000 Einheiten. Auch bei Hyundai läuft das Geschäft: Mit 12.526 verkauften Exemplaren ist der i30 sogar der derzeit beliebteste Asiate in der Kompaktklasse. Hondas charismatischer Civic hinkt da mit 2471 Verkäufen hinterher. Deutlich konstanter performt der Renault Mégane, der mit 9029 Einheiten der gefragteste Franzose auf deutschen Straßen ist.

Genau die richtige Zeit, um die Stars der Importeure in einen Vergleichstest zu schicken und ihre Erfolgsgeheimisse zu lüften.

 

Civic, i30, Mégane, Leon, Octavia: Karosserie

Skoda überzeugt mit Platz, Honda mit Variabilität

Skodas Erfolgsrezept heißt Größe. Der lange Octavia bietet nicht nur Fahrer und Beifahrer den gleichen üppigen Raum wie der großzügig geschnittene Hyundai, er verwöhnt vor allem die Passagiere im Fond mit Beinfreiheit im Oberklasseformat. Auch wenn der i30 hinten da nicht ganz mithalten kann, offeriert er den Fond-Passagieren zumindest mehr Raum und bequemere Kniewinkel als Honda, Renault und Seat.

Beim Kofferraum setzt Skoda sein Erfolgsrezept ein weiteres Mal kompromisslos um. Dank des langen hinteren Überhangs ist das riesige Gepäckabteil mit einem Ladevolumen zwischen 590 und 1580 Litern größer als das mancher Kompakt-Kombis. Allerdings fehlen ihm die pfiffigen Lösungen, mit denen Honda den Laderaum des Civic aufpeppt.

Nur bei ihm kann man die hintere Sitzfläche gegen die Lehne klappen, wodurch der Fond für den Transport sperriger Gegenstände perfekt nutzbar wird. Zudem lässt sich die gesamte Rückbank bei Bedarf topfeben umlegen, und im Ladeboden verbirgt sich ein riesiges Staufach. Der Konkurrenz fehlt dieser Ideenreichtum. Lediglich der Hyundai verfügt noch über eine ebene Ladefläche, während alle anderen durch Kanten im Boden das Be- und Entladen erschweren.

Honda widmet sich zudem intensiv dem Thema Sicherheit. Mit Notbremsassistent, Unfallfrüherkennung, Abstandsregeltempomat und weiteren Features, die allerdings an Ausstattungslinien gekoppelt sind und daher teuer bezahlt werden müssen, markiert er hier zusammen mit dem dank hinterer Seitenairbags noch besser ausgestatteten Skoda den Maßstab. Selbst der neue Seat verliert hier – wie die in die Jahre gekommenen Hyundai und Renault – den Anschluss.

Spätestens bei der Verarbeitung endet jedoch die Einigkeit zwischen Honda und Skoda. Der Civic ist in vielen Details zu nachlässig zusammengesetzt. Vor allem im direkten Vergleich zum Octavia und zum über den Produktionszeitraum immer besser werdenden i30 fällt er stark ab.

Der Koreaner zeigt vor allem im Gepäckabteil mit soliden Verkleidungen an der Rückbank deutliche Unterschiede auch zu Seat und Renault. Für den Kapitelsieg reicht das aber nicht. Den sichert sich der Skoda Octavia, der lediglich bei der Variabilität Punkte liegen lässt.

Honda Civic 1.6 i-DTEC
Hyundai i30 1.6 CRDi
Renault Mégane Energy dCi 110 Start&Stop eco2
Seat Leon 1.6 TDI ECOMOTIVE
Skoda Octavia 1.6 TDI Green tec
120 PS 110 PS 110 PS 110 PS 105 PS
0-100 km/h in 9,9 s 0-100 km/h in 11,1 s 0-100 km/h in 10,7 s 0-100 km/h in 9,8 s 0-100 km/h in 10,9 s
Vorderradantr. Vorderradantr. Vorderradantr. Vorderradantr. Vorderradantr.
Spitze 207 km/h Spitze 185 km/h Spitze 190 km/h Spitze 199 km/h Spitze 194 km/h
Grundpreis: 20.450 Euro
Grundpreis: 20.940 Euro Grundpreis: 22.350 Euro Grundpreis: 22.400 Euro Grundpreis: 20.350 Euro

 

FAHRKOMFORT

Der Hyundai glänzt auf schlechten Pisten

Gute Sitze sind die Basis für einen gelungenen Gesamtkomfort. Seat und Skoda überzeugen vor allem vorn mit einem sehr anschmiegsamen Gestühl. Nur der Hyundai kann mit seinen bequemen Sitzen mithalten. Der Seitenhalt fällt gegenüber den beiden Modellen aus dem VW-Konzern jedoch spürbar ab. Den zu hoch positionierten Fauteuils des Honda fehlt eine stützende Kontur, denen des Renault auf Dauer neben mehr Größe angenehmere Polster.

In Sachen Ergonomie ist der Hyundai i30 weit entfernt von den Philosophien, die Honda oder Renault ihren Kunden vermitteln wollen. Die  komplizierte  Menüführung des Japaners oder die versteckten Schalter hinterm Lenkrad im Franzosen kosten Punkte. Beim Hyundai spürt man, dass er in Deutschland entwickelt wurde. Wie bei den Rivalen von Seat und Skoda sind nahezu alle Schalter gut zu erreichen sowie einfach und intuitiv zu bedienen.

Überlegenheit demonstriert der Koreaner beim Federungskomfort. Hyundai spendiert seinem Kompaktklässler als einziger Hersteller bereits bei kleinen Motorisierungen eine Mehrfachlenkerkonstruktion an der Hinterachse. Gepaart mit sensibel ansprechenden Feder-/Dämpfer-Elementen schluckt er selbst die Querfugen im Asphalt, die die straff abgestimmten, aber ansonsten fein ansprechenden Fahrwerke von Seat Leon, Skoda Octavia und Renault Mégane nicht verarbeiten können.

Unharmonisch und eine Spur zu hart präsentiert sich der zudem laute Honda auf schlechten Strecken. Auch der Hyundai rollt recht geräuschvoll dahin. Sein gelungenes Komfort-Gesamtpaket sichert ihm dennoch den ersten Kapitelsieg in diesem Test.

 

MOTOR/GETRIEBE

Durchzugsstarker Civic, sparsamer Leon

105 bis 120 Pferdestärken reichen völlig aus, um alle fünf Kompaktwagen flott zu beschleunigen, wobei Civic und Leon beim Sprint die Nase vorn haben. Interessanter aber als der Ampelstart ist das Durchzugsvermögen – und da geben der drehmomentstarke Honda (maximal 300 Nm) sowie der als einziger in diesem Test lediglich mit einem Fünfgang-Getriebe ausgestattete und kürzer übersetzte Skoda den Ton an.

Dass der i30 ein paar Pfunde mehr mit sich herumschleppt, merkt man dem Koreaner an. Er wirkt träger als seine Konkurrenten. Dafür ist die Laufkultur des Turbodiesels angenehm ohne störende Vibrationen oder eine nervige Geräuschkulisse. Mégane, Leon und Octavia überzeugen hier aber mehr.

Dank lang übersetztem Getriebe, niedrigstem Gewicht (1295 kg), aerodynamisch optimierter sowie um 15 mm abgesenkter Karosserie sowie Leichtlaufreifen benötigt der Seat als ECOMOTIVE-Modell rund einen halben Liter weniger Sprit, um 100 km weit zu fahren. Reichweiten-König ist wegen seines 60-Liter-Tanks aber der Mégane, dessen 1,5-Liter-Motor zwar gewohnt kultiviert läuft, dessen Kraftentfaltung aus dem Drehzahlkeller jedoch nicht so geschmeidig ist wie bei Honda, Seat und Skoda.

Dass der i30 bei Dauervollgas exakt 22 km/h langsamer ist als der Civic, kann man in dieser Leistungs- und Fahrzeugklasse verschmerzen. Bei den Getrieben sind die Unterschiede hingegen allgegenwärtig. Probleme macht zwar keine der Schaltungen, sie passen gut zu den Charakteren der Kompakten. Der Schaltknauf des flotten Honda ist nah am Lenkrad positioniert, die Wege beim Gangwechsel sind kurz und klar definiert.

Der Skoda Octavia ist hier konservativer und auf Komfort ausgelegt – das ist vielleicht etwas langweilig, funktioniert aber tadellos. Dasselbe Bild im Seat mit gefühlt einem Schuss mehr Knackigkeit. Die i30-Schaltung arbeitet unauffällig, der Mégane hingegen dürfte an dieser Stelle etwas mehr Präzision und Gefühl beim Wechsel der Gänge bieten.

 

FAHRDYNAMIK

Flinker Seat, starke Verzögerung beim Hyundai

Die Spanier haben ihren Werbeslogan „Auto Emoción“ wieder gestrichen. Der Leon bietet sichere und dynamische Fahreigenschaften gepaart mit biederen, aber soliden Tugenden aus dem VW-Konzern. Trotz der Spritsparreifen vom Typ Michelin Energy Saver zeigt er den vier Konkurrenten auf dem Handling-Kurs sowie der Slalomstrecke die Rücklichter, erfreut dabei mit direkter Lenkung, guter Rückmeldung, satter Straßenlage und angenehm dosierbarer Bremse.

Geht es um die reine Vollverzögerung aus 100 km/h bis zum Stand, muss er sich dem Hyundai i30 geschlagen geben. Mit 33,3 (kalt) bzw. 33,2 Metern verweist dieser die Rivalen souverän auf die Plätze. Zudem liegt der Koreaner in Sachen Fahrsicherheit auf einem Niveau mit Seat und Skoda.

Allerdings mangelt es ihm an querdynamischem Talent, sodass er den Kapitelsieg nicht eindeutiger einfährt. Die komfortable Gesamtabstimmung und seine Masse lassen ein noch besseres Abschneiden nicht zu.

Auch der Skoda Octavia ist kein Dynamiker, sammelt aber viele Zähler mit hoher Fahrsicherheit, guter Verzögerung sowie starker Traktion. Honda Civic und Renault Mégane müssen sich in puncto Fahrdynamik hinten anstellen. Die Bremse des Franzosen ist zwar standfest, im Vergleich aber weniger effektiv. Dem starken Honda mangelt es an Traktion und Lenkpräzision – und bei der Kehrtwende braucht der futuristisch gezeichnete Japaner einen halben Meter mehr Platz.

 

UMWELT/KOSTEN

Multimedialer Mégane, magere Skoda-Ausstattung

USB-, AUX- und iPod-Anschluss sowie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung: All das bringt der Renault Mégane dCi 110 ab der Ausstattung Dynamique (auch als Sondermodell Paris erhältlich, dann mit geringerem Ausstattungsumfang) mit. Ebenfalls inklusive sind Leichtmetallfelgen und Fond-Fensterheber. Für 22.350 Euro bekommt man so ein sehr komplett ausgestattetes Auto, das dank kleinerem Hubraum und niedrigem CO2-Ausstoß steuerlich attraktiver, allerdings teuer in der Wartung ist.

Beim Skoda-Händler kommt der Kunde günstiger weg, allerdings muss er für den Tschechen erst einmal 2440 Euro mehr auf den Tisch legen, will er Extras wie das drahtlose Freisprechen (760 Euro) oder den iPod-Anschluss (70 Euro) dazubuchen. Auch Leichtmetallfelgen und Fensterheber für die hinteren Türen kosten extra – dürften aber den Wiederverkaufswert steigern. Der ist beim Octavia per se vergleichsweise groß, denn der Wertverlust fällt erfreulich gering aus.

Das beste Garantieangebot macht Hyundai für den i30. Fünf Jahre gewähren die Koreaner auf Technik sowie Lack – allerdings stellen sie auch nur für diesen Zeitraum die Mobilität sicher. Renault, Seat und Skoda bieten hier ein Autoleben lang.

Honda offeriert nur drei Jahre Mobilitäts-Service für den Civic, dafür aber eine genauso lang dauernde Technik-Garantie. Wie der Franzose sind auch die Asiaten laut den Erfahrungswerten des ADAC teuer in der Wartung. Allerdings müssen der Honda und der Hyundai auch mindestens einmal im Jahr zum Routinestopp in die Werkstatt.

 

FAZIT

Das derzeit beste  Angebot in der Import-Kompaktklasse ist der Skoda Octavia. Er folgt keinem modischen Trend, sondern überzeugt mit viel Platz und Komfort, ziviler Preisgestaltung und durchzugsstarkem Antriebsstrang.

Der zweite Rang geht an den knackigen Seat Leon. Dynamisch, günstig und mit einem spritzigen, aber sparsamen Antrieb ausgestattet, hat Seat mit ihm endlich einen attraktiven Topseller in der Kompaktklasse.

Aggressivster Verfolger ist der Hyundai i30. In drei Produktionsjahren ist er qualitativ gereift und zeigt bis auf eine sehr magere Sicherheitsausstattung und mäßige Fahrleistungen  kaum Schwächen. Platz drei.

Der charismatische Honda Civic punktet mit pfiffigen Ideen. Doch der nur mäßige Fahrkomfort, das knappe Raumangebot, die gefühllose Lenkung und die schlechte Traktion kosten ihn viele Zähler – vierter Rang.

Der in die Jahre gekommene, im Vergleich kleine, aber grundsolide Renault Mégane kann keine Akzente mehr setzen.

 

Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Michael Godde, Paul Englert

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