Skoda Fabia 1.2 TSI (2014) im Fahrbericht Der Neue

18.09.2014

Beim neuen Fabia hat Skoda kein Blech auf dem anderen gelassen. Damit festigt der Tscheche seine Position als eines der besten Fahrzeuge im Kleinwagensegment. Fahrbericht

Mal ehrlich, etwas spröde wirkte der alte Fabia manchmal schon. Er ist kein Charmebolzen wie der Mini und der Fiat 500, die die weibliche Kundschaft verzücken. Nein, dafür brav, bieder, zuverlässig. Wie ein treuer Butler, der geflissentlich seinen Dienst verrichtet. Dazu praktisch, geräumig, preiswert. Tugenden, mit denen er in Zentraleuropa die Nummer eins im Kleinwagensegment wurde. Die Tugenden sind geblieben, allein das Aussehen hat stark gewonnen.

Dem neuen Modell hat Chefdesigner Jozef Kaban kräftigere Linien und Konturen verliehen. Eine neun Zentimeter breitere und drei Zentimeter niedrigere Karosserie verleiht dem Skoda Fabia tatsächlich mehr Athletik. Beim ersten Fahrtermin konnte die AUTO ZEITUNG zwei Motorversionen fahren. Den 1,4-Liter-Dreizylinder-Diesel mit 105 PS und den 1.2 TSI, der als Vierzylinder mit 110 PS derzeit die Spitzenmotorisierung im neuen Fabia darstellt.

Beide Aggregate sind neu, auch der Dieselmotor besteht aus Aluminium, was zu einer deutlichen Gewichtsreduktion beitrug. Mit 250 Nm macht der Selbstzünder im kleinen Fabia richtig Druck und geht gut zur Sache. Ein EU-Verbrauch von nur 3,1 Litern bedeutet einen CO2-Ausstoß von nur 89 g/km und stempelt ihn damit zum Kostverächter. Allerdings ist der kräftige Diesel kein Vertreter der leisen Töne. Trotz intensiver Dämmung ist er stets präsent.

Ganz anders der 110 PS starke Benziner, der sich akustisch deutlicher zurückhält, allerdings höhere Drehzahlen benötigt als der schon aus tiefen Drehzahlen kräftig antretende TDI. Beide Varianten sorgen für gute Fahrleistungen. Wahre Größe zeigt der Kleine dann beim Raumangebot. 330 Liter Kofferraumvolumen markieren in diesem Segment derzeit die Spitze.

Die Insassen müssen sich dafür aber nicht einschränken. Der Einstieg gelingt auch großgewachsenen Personen vorn und hinten gut, die Kopffreiheit ist ausgezeichnet, und die straffen Sitze geben genügend Seitenhalt und unterstreichen den guten Fahrkomfort.

Das Fahrwerk ist von der Grundauslegung her straff, aber mit großen Federwegen ausgestattet, der Kleine kann eine Menge schlucken. Auch die Fahrgeräusche halten sich in Grenzen. Auffällig ist die penible Verarbeitung des neuen Fabia – hier klappert nichts. Die Passungen und Spaltmaße stimmen, lediglich das viele Hartplastik an Türen und Armaturenbrett – Letzteres ist nicht aufgeschäumt – stört die hohe Qualitätsanmutung etwas.

Um die Förderung der fahrdynamischen Talente kümmert sich eine neue elektro-mechanische Servolenkung, die mit direktem Ansprechverhalten glänzt. Die Karosserie, die auf Elementen des neuen Polo aufbaut, wurde durch den Einsatz von 25 Prozent mehr hochfesten Stählen deutlich steifer. Dies kommt der Fahrdynamik ebenso zugute wie der Gewichtsreduzierung, die beim Diesel bis zu 65 Kilo beträgt. Der besondere Clou aber ist, dass der Fabia serienmäßig das XDS+ an Bord hat.

Eine Differenzialsperre, die über einen Bremseingriff in Verbindung mit dem ESP ein Durchdrehen des kurveninneren Rads verhindert und dadurch für mehr Traktion sorgt. Tatsächlich fährt sich der Skoda sehr agil und macht auf den ersten Blick einen sportlicheren Eindruck als der Vorgänger. Der um drei Zentimeter tiefere Schwerpunkt und die breitere Spur tragen ebenfalls dazu bei.

 

VIELE FAHRERASSISTENZSYSTEME

Ganz auf der Höhe der Zeit zeigt sich der Fabia bei der Connectivity-Ausstattung und bei den Assistenzsystemen. Wie der Polo verfügt auch der Tscheche über MirrorLink, ein System, das über eine Schnittstelle für das Handy unter anderem Musik und Navigationsdaten auf den Bildschirm im Fabia überträgt. Dieses System ist aber ebenso aufpreispflichtig wie das neue Smartgate (Aufpreisca. 150 Euro).

Hierbei können per WLAN Fahrzeugdaten auf das Handy übertragen werden (z.B. Benzinverbrauch). Bei den Assistenten greifen die Tschechen nun tief ins üppig gefüllte Regal des VW-Konzerns. Serie sind die Distanzregelung mit Notbremsfunktion bis zum Stand und eine Reifendruckkontrolle, die ab dem 1. November bei Neuwagen Pflicht ist. Dazu kommt ein ESC (ESP) mit Multi-Kollisionsbremse.

Optional können Regensensor, Tempomat mit Speedlimiter, Keyless-Go, Berganfahrhilfe, Müdigkeitswarner, Einparksensoren vorn und hinten hinzugeordert werden. Eine bunte Palette hält Skoda auch bei der Farbauswahl bereit. Besonders schick sind dabei die Zweifarben-Lackierungen, bei denen Dach und Räder die gleiche Farbe haben, sich aber von der Karosserielackierung unterscheiden.

Unser Fazit

Sparsamere Motoren, mehr Platz, besserer Komfort, optimierte Geräuschdämmung. Dazu Preise, die sich auf dem Niveau des Vorgängers bewegen sollen. Der Einstieg wird also deutlich unter 12.000 Euro liegen. Mit dem Fabia haben die Tschechen somit ein heißes Eisen im Feuer, mit dem sie der Konkurrenz à la VW Polo, Opel Corsa, Ford Fiesta und Hyundai i20 einheizen wollen

Volker Koerdt

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