Sieben auf einen Streich Insekten-Entferner-Test

14.10.2008

Insektenentferner sollen für klare Sicht sorgen, dabei aber weder Autolack, Gummi noch Kunststoffe angreifen. Wir prüften zehn aktuelle Produkte zwischen zwei und elf Euro im aufwendigen Labor- und Praxistest

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Im Sommer sind nicht nur viele Autourlauber unterwegs – die lauen Lüftchen locken auch zahllose Insekten auf die Reise. Falter, Fliegen, Motten und Mücken verenden auf Kühlergrill und Windschutzscheibe. Wenn der Fahrer dann gedankenlos den Scheibenwischer aktiviert, ist die Schmiererei komplett – wisch und weg funktioniert hier nämlich nicht.

Der Insekten-Cocktail besteht aus einer gut haftenden Kombination aus Chitin, Insektenblut und Protein. Diese Substanzen trocknen schnell an und fressen sich – wenn sie genug Zeit haben – in den Autolack. Die Folge sind stumpfe Stellen, die auspoliert werden müssen. Mit Wasser allein lassen sich die angetrockneten Reste nur schlecht entfernen. Selbst die Tankstellen-Waschanlagen sind mit diesem Problem überfordert. Abhilfe sollen spezielle Insektenlöser schaffen. Tankstellen, der Zubehörhandel und Discounter bieten diese chemischen Präparate mit unterschiedlichster Rezeptur an.

Wir kauften Proben im Preisbereich zwischen zwei und elf Euro und unterzogen sie einem Labor- und Praxistest. Schon beim Kauf sollte man mit einem kritischen Blick Flasche und Verschluss kontrollieren. Vor allem nicht korrekt angezogene Überwurfschrauben lassen die scharfe Reinigungschemie auslaufen. Das Mercedes-Autohaus Lueg in Essen verkaufte uns übrigens eine Flasche Insektenentferner, die statt 500 nur noch 260 Milliliter enthielt – hoppla.

Bei der Reinigungsleistung überzeugten die Insektenentferner von Velind, Aral, Caramba, Sonax und Dr. Wack-Chemie. Bei diesen Produkten konnten wir schon durch Aufsprühen und Abspülen nach der vorgegebenen Einwirkzeit gute Reinigungsergebnisse erzielt. Für die Mittel von Algorex, Einszett und K Classic schreibt die Bedienungsanleitung einen zusätzlichen Schwamm-Einsatz vor. Dieser Zusatzaufwand verbessert das Ergebnis natürlich enorm.

Eine gute Reinigungsleistung darf aber nicht zu Lasten der Verträglichkeit mit Autolack, Gummi und Kunststoffen gehen. Unser Labortest fiel zufriedenstellend aus. Er zeigte, dass durch keinen der geprüften Insektenentferner Lack und Klarsichtscheiben der Scheinwerfer (Polykarbonat) angegriffen wurden. Und bei der Umweltverträglichkeit musste nur Sonax einen kräftigen Punktabzug hinnehmen – hier fand das Labor ein Biozid, das zwar nicht giftig ist, aber die biologische Abbaubarkeit beeinflusst.

FAZIT (Dipl.-Ing. Holger Ippen):

Chemische Insektenreiniger sind allemal besser als der Einsatz eines Insektenschwamms, denn der kann Kratzer verursachen. Besonders zu empfehlen sind unsere drei Testsieger, der Insektenentferner von Velind, der Insektenlöser von Caramba und der Insektenentferner cw 1:100 von Dr. Wack-Chemie. Diese Produkte entfernen auch angetrocknete Partikel schnell und gründlich von der Windschutzscheibe und vom Autolack. Wichtig ist es, den Reiniger nicht antrocknen zu lassen und nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit (meist zwei bis drei Minuten) mit viel Wasser gründlich abzuspülen. Wird das nicht beachtet, kann es zu ausgeblichenen Stellen auf Gummioberflächen und bleibenden Flecken an Kunststoffteilen kommen.

SO HABEN WIR GETESTET:
In Zusammenarbeit mit der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung haben wir zehn Insektenlöser sowohl in der Praxis als auch im Labor untersucht. Bei der Überprüfung der Praxistauglichkeit wurden die Produkte auf Karosserie- und Scheibensegmente aufgetragen; wir verglichen die Wirkung mit und ohne mechanische Nachbehandlung. Zusätzlich bewerteten wir die praxisgerechte Handhabung. Im Labor wiederum wurden die Verträglichkeiten der Mittel mit Autolack, Kunststoffen, Polykarbonat (Scheinwerfer), Gummi und Aufklebern überprüft, die Rezepturen und Inhaltsstoffe analysiert sowie die Umweltverträglichkeit ermittelt.

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