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Marderbiss und Marder-Abwehr: So schützen Sie sich vor Marderschäden

Überfall mit Biss

Sie kommen in der Nacht und richten jedes Jahr Millionenschäden an. Was wirklich vor Mardern schützt

Marderbiss: Nager-Ärger mit langer Historie

Die mysteriösen Vandalen tauchten im Jahr 1978 zum ersten Mal auf: Einwohner des schweizerischen Winterthur fanden morgens in ihren Autos zerschnittene Zündkabel, löchrige Schläuche und abgerissene Dämmstoffe vor. Die Polizei konnte keine Fingerabdrücke oder Fußspuren der Täter entdecken. Erst der Gendarm und Jagdaufseher Ruedi Muggler ertappte die Verursacher auf frischer Tat: wilde Steinmarder.

Schon bald verbreitete sich das Phänomen in Mitteleuropa. „Die ersten deutschen Fälle wurden 1979 aus München gemeldet“, sagt Johann Gwehenberger vom Allianz Zentrum für Technik. Der Wissenschaftler hat sich eingehend mit dem Marder-Problem befasst, das Mitte der 90er Jahre schließlich Kiel erreichte. Ein Ende ist nicht abzusehen: Allein von 2003 bis 2007 nahm die Anzahl der von den Versicherungen erstatteten Schäden um über 40 Prozent zu. „Dabei fällt die Dunkelziffer wesentlich höher aus, da viele kleine Defekte, die sich im Rahmen der Selbstbeteiligung bewegen, nicht gemeldet werden“, sagt Gwehenberger.

Geheimtipp Motorraum
Doch was bringt die menschenscheuen Tiere dazu, sich auf unsere Autos zu stürzen? „Steinmarder sind neugierig, haben einen ausgesprochenen Spieltrieb und verstecken sich gern in engen Unterschlüpfen“, so der Experte. Da war es nur noch eine Frage der Zeit, Motorraum für sich entdeckten.


Quelle: GDV, AvD

Hier finden sie zudem genügend weiche Kunststoffe und Gummiteile, um ihrem Beißdrang nachzukommen. Den Geheimtipp Auto haben die Marder dann von Generation zu Generation weitergegeben. „Ein weiterer Grund für die rasche Ausbreitung ist sicherlich, dass die Motorräume heute enger verbaut sind als früher und deshalb einen noch besseren Unterschlupf bieten.“

Pendler eher betroffen
Obwohl sich die Attacken wie der berühmte Marderbiss über das ganze Jahr verteilen, gibt es einen deutlichen Anstieg zur Paarungszeit der Marder im Frühjahr und im Sommer. „Männliche Tiere werden dann besonders aggressiv, wenn sie die Duftmarken von Rivalen im Motorraum riechen“, so Gwehenberger. Daher fallen die Autos von Pendlern, die in verschiedenen Revieren parken, den Mardern bevorzugt zum Opfer.

Sicherheitsrelevante Schäden treten glücklicherweise selten auf. So sind etwa die Bremsleitungen für die Marder schwer erreichbar und bestehen aus stabilem Kunststoff. Doch mit den Angriffen der kleinen Vandalen werden wir zunächst  weiter leben müssen.
Markus Bach