Seat Leon Cupra 280: Test, Bilder und technische Daten des Kompaktsportlers Nimm zwei

10.04.2014

Der Leon Cupra 280 ist der sportlichste Serien-Seat aller Zeiten. Die spanische VW-Tochter will beweisen, dass 280 PS und Vorderradantrieb keine unüberbrückbaren Gegensätze sind. Einzeltest

Die Generalprobe hat geklappt: Mit 7:58,4 Minuten stellte der Seat Leon Cupra 280 auf der Nordschleife des Nürburgrings einen neuen Rekord für Serienfahrzeuge mit Vorderradantrieb auf. Auf dem 21 Kilometer langen Kurs schaffte der Spanier eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 155 km/h, das Spitzentempo lag bei 242 km/h. Einzige Besonderheit: Der Rekord-Cupra war mit dem erst ab Sommer optional verfügbaren Performance Pack samt Brembo-Bremsanlage und Semi-Slicks Michelin Sport Cup 2 ausgerüstet.

Doch der Ernst beginnt erst jetzt – ab sofort muss der neue Leon Cupra auf Autobahnen und Landstraßen zeigen, dass er nicht nur 6000 oder 7000 Euro billiger als die Allrad-Alternativen VW Golf R und Audi S3 ist, sondern mit den 20 PS stärkeren Konzernbrüdern auch mithalten kann. Zum ersten Test rollte der Seat Leon Cupra in der 280 PS starken Top-Version mit serienmäßigen 19 Zöllern, roten Bremssätteln und schwarzlackierten Außenspiegeln vor. Die Modell-Variante mit 265 PS ist zwar 1300 Euro günstiger, ansonsten spricht aber wenig für den Kauf dieses quasi halbstarken Spaniers.

 

SEAT LEON CUPRA 280: IN 20 SEKUNDEN AUF 200

Den Kompaktsportler Leon Cupra gibt’s als schnittigen Dreitürer SC und als fünftürige Version, die nicht ganz so sportlich aussieht, dafür aber etwas alltagstauglicher ist. Das zeigt sich nicht nur am 60 Liter größeren maximalen Laderaumvolumen, sondern vor allem am leichteren Zugang zum geräumigen Fond. Der Seat Leon teilt nicht nur viele technische Features mit dem VW Golf, sondern auch dessen durchdachte Konstruktion auf der leichten Modularen Querbau Plattform (MQB) des VW-Konzerns. So ist der Leon Cupra wie der Golf ein vollwertiger Fünfsitzer, in dem auch Erwachsene über längere Strecken bequem reisen. Auch in der Sportversion lassen sich die Lehnen der Rücksitzbank geteilt umklappen, so dass auch Omas Kommode bei Bedarf in rund 20 Sekunden auf Tempo 200 beschleunigt werden kann.

Allerdings stört beim Einladen eine lästige Stufe; nach einem variablen, in der Höhe einstellbaren Laderaumboden sucht man im Spanier vergeblich. Doch praktische Talente sind hier nur Nebensache. Die anderen Qualitäten erschließen sich sofort, wenn man auf den serienmäßigen, nicht zu engen Sportsitzen Platz genommen hat. Sportlenkrad, Alupedale und eine Tachoanzeige bis Tempo 300 weisen auf die Sporttalente hin. Die Verarbeitung ist gut, etwas zu viel stumpfes Hartplastik auf der Mittelkonsole wirkt aber nicht wirklich hochwertig. Schon die Serienausstattung ist mit Klimaautomatik, Multimedia-System und Voll-LED-Scheinwerfer sehr gut. Navi (440 Euro), Soundsystem (290 Euro), Einparkhilfe (500 Euro), hintere Seitenairbags (340 Euro) und in drei Ausstattungspaketen gebündelte Assistenten vom adaptiven Tempomat bis zum Müdigkeitswarner (zusammen 990 Euro) komplettieren das Angebot.

Wichtiger für die Fahrdynamik sind das serienmäßige Sportfahrwerk mit adaptiven Dämpfern (DCC), die Progressivlenkung mit variabler Übersetzung und die mechanische Differenzialsperre für die Vorderachse. Besonders mit ihrer Hilfe wollen die Seat-Ingenieure die Kraft des Cupra auf die Straße bringen. Das System arbeitet mit Lamellen, die hydraulisch betätigt und elektronisch gesteuert werden. Das maximale Sperrmoment liegt bei 1600 Newtonmeter, im Extremfall kann das gesamte Antriebsmoment auf ein Rad geleitet werden.

In der Praxis funktioniert das erstaunlich gut. Auf trockener Fahrbahn beschleunigt der Cupra auch aus Kurven sauber heraus. In der wunderbar präzisen Lenkung sind keine Antriebseinflüsse spürbar. Bei Nässe sieht das Ganze ein wenig anders aus, hier muss das Gaspedal vorsichtiger behandelt werden, um Traktionsverluste zu vermeiden. Aber auch die können ja Spaß machen, zumal das Ganze je nach Modus-Wahl von kernigem Gebrumm aus dem Soundaktor untermalt wird. Mit der Wahl der Fahrprofile verändert sich nicht nur der Sound, sondern auch das Ansprechverhalten des Motors sowie die Einstellung von Lenkung und adaptiven Dämpfern. Auch in der sportlichsten Stufe wirkt das Fahrwerk des Cupra nicht übertrieben hart – mit kräftigen Schlägen bei tiefen Fahrbahnkratern muss aber gerechnet werden. Der Testverbrauch von 9,5 Liter Super auf 100 Kilometer geht angesichts der Motorleistung in Ordnung. Und die ermittelten Bremswerte von 33 und 34 Meter (warm/kalt) sind auch ohne die Brembo-Stopper aus dem Performance Pack ausgezeichnet.

Unser Fazit

Der Seat Leon Cupra mit 280 PS ist ein alltagstauglicher, gut ausgestatteter Sportler. Auf Nässe stößt der Vorderradantrieb allerdings trotz Sperrdifferenzial an Grenzen. Der Preis des Spaniers ist fair, die Verarbeitung gut.

Klaus Uckrow

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