Fahrbericht Seat Leon Cupra 2014, Bilder & technische Daten Spanish Power

19.02.2014

Der bis zu 280 PS starke und ab 30.810 Euro teure Cupra kommt jetzt als verlockende spanische Alternative zum VW Golf R. Erster Eindruck - Fahrbericht

Schärfer ging es nicht. Die Front des neuen Cupra-Sportlers haben die Seat-Designer offenbar mit der Rasierklinge geformt. Selbst die Scheinwerfer mit dem auffällig gezackten Tagfahrlicht wirken wie aus einem Batman-Film – und das ganze Auto sieht ziemlich cool aus. Auf alle Fälle aufregender als der Golf R von der Konzernmutter Volkswagen. Gleich auf dem ersten Kilometer wird klar, dass der Spanier auch fahrerisch ein scharfer Typ ist.

Alles passt. Die serienmäßige Progressivlenkung (variable Verzahnung der Zahnstange) reagiert präzise, selbst in engeren Kehren reichen kleine Einschläge, ein Umgreifen ist selten notwendig. Federung und Dämpfung arbeiten bei aller sportlicher Straffheit nicht Bandscheibenmordend, sondern noch erfreulich sensibel – im Cupra kann man es auch länger aushalten. Und auf der Rückbank des Fünftürers finden sogar Zweimeter-Riesen gut Platz.

 

Fahrbericht Seat Leon Cupra: PRÄZISE UND ENTSPANNT

Das Fahrwerk macht sogar in mutig angegangenen Tempokurven einen entspannten Eindruck. Dabei hilft schon mal, dass der Cupra rund 110 Kilo weniger wiegt als sein vergleichbarer Vorgänger. Und dann ist da auch noch die hier serienmäßige adaptive Fahrwerksregelung DCC, die die Dämpferkräfte binnen Millisekunden den aktuellen Straßenbedingungen und den Trieben des Fahrers anpasst. Der hat die Wahl zwischen vier Modi: Komfort (für die Reise), Sport (für den Spaß), Cupra (für wilde Einlagen) und Individuell (für Individualisten). Den Sahneklecks setzt die Vorderachs-Differenzialsperre, die spürbar die Traktion verbessert und jegliches Untersteuern unterbindet. Im Extremfall fließt das gesamte Antriebsmoment auf ein Rad.

Ergebnis dieser Aufrüstung: Der frontgetriebene Cupra tanzt quasi Flamenco in den Kurven – kein Zappeln, keine Fehltritte, pure Präzision. Unangestrengt. Einige der Gebirgskurven sind wir vor Begeisterung gleich zweimal gefahren. Power gibt es ohnehin genug: Der drehfreudige Zweiliter-Turbo hat in der gefahrenen stärkeren Version 280 PS (der andere 265 PS), er ist ruck, zuck bei der Sache, speziell im Cupra-Modus.

Auch preislich schlägt der Spanier nicht über die Stränge, als Dreitürer mit 265 PS gibt es ihn ab 30.810 Euro – der neue allradgetriebene-Top Golf R mit 300 PS und gleichem Basismotor kostet mindestens 38.325 Euro und ist gar nicht viel schneller. Auf der Nürburgring-Nordschleife war der Seat sogar fixer: Bestzeit unter acht Minuten. Psst, das ist noch geheim. 

Unser Fazit

Spanisches Temperament trifftdeutsche Ingenieurskunst. Dieser Leon Cupra macht Laune auf die Flucht ausdem Alltag. Da fahren Sie vor Begeisterung schöne Kurven gleich nochmal. Ein Auto für den sportlichen Genießer

Wolfgang Eschment

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