Historie: Die Geschichte von Seat Vielfalt De Sol

03.04.2014

Die wechselvolle Geschichte von Seat begann vor 60 Jahren mit der Lizenz-Fertigung von Fiat-Modellen. Eigenentwicklungen folgten

In den 50er-Jahren wuchs auch auf der spanischen Halbinsel der Wunsch nach mehr Mobilität. Autos gab es damals nur für eine kleine Oberschicht. Das waren zumeist Fahrzeuge der spanischen Hersteller Pegaso und Hispano-Suiza. Importfahrzeuge aus Europa und den USA waren ausschließlich gut betuchten Bürgern vorbehalten – hohe Importsteuern, Zölle und komplizierte Einfuhrbedingungen erschwerten den Kauf ausländischer Modelle erheblich. Mit der Gründung der Sociedad Espanola de Automoviles de Turismo S.A., kurz Seat, wollte die damalige Franco-Regierung an die Entwicklung im übrigen Europa anschließen und auch Spanien zum Autoland machen. Anfangs klammerte sich das spanische Staatsunternehmen dabei noch an Lizenzverträge mit Fiat.

Vor genau 60 Jahren, am 13. November 1953, rollte dann der erste Seat aus dem neu errichteten Werk in Barcelonas Industriepark „Zona Franca“. Dabei handelte es sich um einen Seat 1400, der fast komplett aus Teilen des Fiat 1400 bestand. Die viertürige Stufenheck-Limousine war 4,30 Meter lang und besaß einen 1,4-Liter-Benzinmotor mit 44 PS. Das Auto mit rundlicher Karosserie wurde 1955 durch den deutlich repräsentativeren Seat 1400 C ersetzt. Er spiegelte mit scharf gezeichneten Karos-serielinien und viel Chrom-Zierrat den damaligen Zeitgeist wieder.

Doch wirklich große Stückzahlen erreichte das spanische Unternehmen erst mit dem 1957 eingeführten Seat 600. Dieser zweitürige Kleinwagen entsprach dem Fiat 600 und wurde wie dieser von einen Vierzylinder Heckmotor mit anfangs 21,5 PS angetrieben. Tempo 100 erreichten jedoch erst die Autos ab Baujahr 1959 mit dem überarbeiteten Motor (28,5 PS). Der kleine 600er war für viele Spanier erschwinglich und deshalb auf der iberischen Halbinsel ähnlich beliebt wie damals hierzulande der VW Käfer. Vom Seat 600 wurden in acht Produktionsjahren immerhin 800.000 Exemplare gebaut.

 

SEAT: ERFOLG IN DER KOMPAKTKLASSE

In den Folgejahren entstanden in den Seat-Fabrikhallen viele Fiat-Lizenzmodelle. Zu den attraktivsten zählt der Seat 850 Spider. Der elegante Zweisitzer mit mechanisch betätigter Stoffmütze wurde von einem 903-Kubikzentimeter-Motor mit 52 PS beschleunigt. Große Aufmerksamkeit erreichte Seat 1975 mit einer Eigenentwicklung: Das Seat 1200 Sport Coupé trug eine schwarz eingefärbte Frontpartie vor sich her, was dem Auto den Spitznamen Bocanegra (schwarzer Mund) einbrachte. Seine Kiemen an den hinteren Kotflügeln gaukelten einen sportlich anmutenden Heckmotor vor. Tatsächlich werkelte der 1,2-Liter-Motor ganz brav vorn unter der Motorhaube. Die 67 Vergaser-PS hatten mit dem 800 Kilo-Auto leichtes Spiel – Spitze 157 km/h.

Eine weitere wichtige Eigenentwicklung gelang den Spaniern mit dem Seat Ibiza. Im Juli 1984 startete das viertürige Fließheckmodell. Zu den Besonderheiten zählen die klaren Karosserielinien aus der Feder des italienischen Karosserie-Designers Giorgetto Giugiaro, der auch andere Erfolgsmodelle wie den Fiat Uno und den VW Golf entwarf. Bei der Motorenentwicklung ließen sich die Spanier hingegen von Porsche helfen.

Besonders beliebt und lange im Programm waren auch die Seat-Adaptionen des Fiat Panda. Der preiswerte Kleinwagen Seat Marbella galt als einfach und praktisch. Die Minitransporter-Variante Terra war nicht nur bei Handwerkern, sondern auch als geräumiger Familienkombi beliebt. 1982 begann dann die Zusammenarbeit zwischen Seat und VW. Vier Jahre später übernahm VW die Aktienmehrheit – der Start in eine neue Ära.

Holger Ippen

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