Seat Altea XL Electric Ecomotive und Seat Leon TwinDrive Ecomotive im Fahrbericht Unter Spannung

20.12.2011

Seat bereitet den Aufbau eines Flottentests mit zwei Elektrokonzepten vor. Erste Fahreindrücke

Auch die spanische VW Tochter Seat arbeitet an der Elektrifizierung ihres Modellprogramms. Derzeit wird an zwei Konzepten gleichzeitig gefeilt: an einem Plug-in-Elektroauto sowie an einem Plug-in-Hybridfahrzeug. „Wir denken bedarfsorientiert, deshalb testen wir zwei ganz verschiedene Systeme für unterschiedliche Einsatzbedingungen“, erläutert Dr. Tino Fuhrmann, Forschungsleiter der Seat-Elektromobilität. Dabei kommen natürlich VW-Konzern-Komponenten zum Einsatz – also Konzepte und technische Baugruppen, die derzeit auch in Wolfsburger Forschungsfahrzeugen erprobt werden. Doch Fuhrmann ist wichtig, dass bei den spanischen Modellen auf markentypische Anpassung geachtet wird. Damit meint er, dass auch bei Elektroautos die Ausrichtung auf Fahrspaß und temperamentvolle Gangart zu spüren sein muss.

Das wollen wir bei einer ersten Testfahrt vor den Toren des Centro Technico Seat in Martorell (Spanien) selbst erproben. Doch zuvor ein kleiner Technik-Exkurs.

E-MOBILITY-PROJEKTE
Beide Antriebssysteme werden derzeit in aktuellen Serienmodellen der Altea- und der Leon-Baureihe erprobt. Es sind vollwertige Alltagsfahrzeuge, die den Baureihenüblichen Komfort bieten und in keinem Punkt den Gedanken an abgespeckte, langsame Öko-Sparer aufkommen lassen.

Während der Seat Altea XL Electric Ecomotive über einen per Batterie gespeisten Elektroantrieb verfügt, handelt es sich beim Leon Twin-Drive Ecomotive um einen Plugin-Hybrid, also ein Fahrzeug mit Verbrennungs- und E-Motor. Beide haben eine Lithium-Ionen-Batterie an Bord und werden wahlweise an der Haussteckdose oder einer Schnellladestation aufgeladen. Die Batterie des Seat Altea XL Electric Ecomotive – als reinem Elektrofahrzeug – ist deutlich größer und unter dem Fahrzeugboden platziert. Mit einer Gesamtkapazität von 26,5 Kilowattstunden soll eine Reichweite von 135 Kilometern möglich sein. Dann muss der Altea wieder an die Steckdose. Nach acht Stunden Ladezeit bei 16-Ampere-Ladestrom (Haussteckdose) oder nach etwa zwei bis drei Stunden an der Ladestation (Schnellladung bis 63 A) ist die Lithium-Ionen-Batterie wieder voll. Wer mit dem Spanier unterwegs ist, muss also seine Fahrten und Ladezeiten stets gut im Blick behalten – der Altea eignet sich damit vorwiegend für Kurzstrecken oder den Stadtverkehr.

Mehr Auto-News: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNG

Beim Plug-in-Hybrid Leon Twin-Drive Ecomotive läuft das entspannter. Die elektrische Reichweite (12 kWh-Batterie) soll hier zwar nur 52 Kilometer betragen, doch wenn dann keine Steckdose parat oder das Nachladen ungünstig ist, hilft ein konventioneller Benzinmotor weiter. Der 1.4 TSI stellt 115 PS zur Verfügung und unterstützt, wenn nötig, den Elektromotor. Wenn die Elektroenergie ausgeht, kann mit Benzin weitergefahren und geladen werden – insgesamt bis zu 900 Kilometer weit.

Bei unserer ersten Testrunde mit dem Seat Altea XL Electric beeindruckt der Elektroantrieb mit erstaunlicher Antrittsstärke. Kein Wunder, denn ab der Startdrehzahl powert die Elektromaschine prinzipbedingt mit maximalem Drehmoment – im Fall des Altea sind das immerhin 270 Newtonmeter. Zügig tourt der Motor hoch. Vor allem bis Tempo 80 macht es richtig Spaß, darüber hinaus wird es zäh. Die Spitze liegt bei 135 km/h. Mit seinen 85 kW ist der Kompaktvan passend motorisiert, zumindest für Stadttempo.

Der Seat Leon TwinDrive Ecomotive ist mit seinem 85-kW-Elektromotor (115 PS) ebenfalls für die flotte Gangart geeignet. Beim kräftigen Beschleunigen sorgt hier der Benzinmotor für zusätzliche Unterstützung. Das Zuschalten des Verbrennungsmotors läuft kultiviert und für die Insassen fast unmerklich ab. In allen Drehzahlen bleibt der TSI-Motor angenehm leise. Neben der großen Reichweite ermöglicht das Triebwerk ein Autobahntempo von 170 km/h, wodurch der Leon auch für Langstrecken taugt. Der Clou: Der Fahrer kann per EVTaste stets selbst entscheiden, ob und wann er rein elektrisch rollt. Oder er nutzt den Antriebsmanager: Per Finger-Tipp am Display lässt sich elektrische Energie für den Zielort (Stadtgebiet/Umweltzone) reservieren. Dann teilt das Management den Strom ein oder lädt rechtzeitig nach. Und natürlich nutzen die Konzepte Schub- und Bremsenergie für das Nachladen der Batterie. In Serie werden beide Systeme erst in den Nachfolgern zu haben sein.
Holger Ippen

TECHNISCHE DATEN

Seat Altea XL Electric Ecomotive

Motor Elektromotor Leistung 85 kW / dauerhaft 50 kW Max. Drehmoment 270 Nm Batterie Lithium-Ionen, Energieinhalt 26,5 kWh, Batteriegewicht 315 kg Antrieb Vorderrad L/B/H 4466/1768/1581 mm Radstand 2578 mm Gewicht 1660 kg Zuladung 450 kg Sitzplätze 5 Kofferraumvolumen 480 – 1480 Liter Bereifung 205/55 R 16 Höchstgeschwindigkeit* 135 km/h Beschleunigung* 0-100 km/h in 11,8 s Reichweite* 135 km
*Werksangaben

Seat Leon TwinDrive Ecomotive

Motor 4-Zyl., 4-Vent., Benzin-Direkteinspr., Turbo Hubraum 1390 cm3 Leistung 85 kW / 115 PS Max. Drehmoment 250 Nm Elektromotor Leistung 85 kW / 115 PS Max. Drehmoment 600 Nm Gesamtleistung 120 kW / 163 PS Batterie Lithium-Ionen 302 Volt, 12 kWh, Batteriegewicht 190 kg Antrieb Vorderrad L/B/H 4315/1768/1459 mm Radstand 2578 mm Gewicht 1680 kg Zuladung 430 kg Sitzplätze 5 Kofferraumvolumen 280 – 1020 Liter Bereifung 205/55 R 16 Höchstgeschwindigkeit* 170 km/h (rein elektrisch 120 km/h) Beschleunigung 0-100 km/h* in 12,0 s Reichweite* rein elektrisch 52 km, gesamt ca. 900 km
*Werksangaben

AUTO ZEITUNG

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 62,90 Prime-Versand
Sie sparen: 61,09 EUR (49%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 23,89 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.