Scirocco R und alle Sportcoupés Vom Rocker zum Hardrocker

09.04.2008

Der Scirocco ist noch nicht einmal als Standardversion auf dem Markt, da wird schon eine Sportversion mit mehr als 250 PS gehandelt. Die hat das Kürzel R im Namen und präsentiert sich im Rennanzug mit dicken Backen, großen Rädern und geduckter Karosserie

Während der nächste Golf GTI etwa 240 aufgeladene Pferdestärken unter der Haube haben wird, soll beim Scirocco der Spaß noch eine Nuance brutaler werden. Denn schließlich ist das wieder auferstandene Sportcoupé der Wolfsburger schon in der Serienversion, die am 29. August bei den deutschen Händlern steht, mit 200 Turbo-PS ganz gut bestückt - und beim fürs Image wichtigen 100-km/h-Sprint schon jetzt mit straffen 7,2 Sekunden immerhin so schnell wie der identisch motorisierte aktuelle Golf GTI.

1500 Euro Extra und der Scirocco bekommt ein R

Doch in Wolfsburg und der flachen niedersächsischen Umgebung, wo man wandernde Igel schon auf zwei Kilometer Entfernung sieht, werden bald erste Prototypen des Scirocco-Obersportlers gesichtet werden. Der volle Name des Autos steht noch nicht fest. Ein GTI-Kürzel ist es nicht, denn das bleibt Golf und Polo vorbehalten. Der sportlichste Scirocco wird sich mit dem Buchstaben R schmücken, der bei VW ja für verschiedene Überflieger steht. Ob sich dazu zum Beispiel noch das Zahlenkürzel 250 gesellt, das wie beim Lamborghini Murciélago auf die hier lauernden PS hinweist, ist noch nicht entschieden. Kann sein, muss aber nicht.
Da wir jetzt gerade die geplante Leistung angedeutet haben, können wir auch noch den Startzeitraum verraten. Der Scirocco R steht im Sommer 2009 bei den Händlern. Auch über den Preis kann schon geredet werden, im Gespräch ist derzeit ein moderater Aufpreis von rund 1500 Euro gegenüber der aktuellen Topversion mit 200 PS. Diese Summe soll sich, so schwören zuständige VW-Entwickler, mit dem Faktor eins zu eins sofort in Glückshormone umrechnen lassen. Mehr Krawall im Design, mehr Dampf auf der Piste. Womöglich klappt im R-Modell die Beschleunigung auf 100 km/h in 6,5 Sekunden. Spitze? Rund 250 km/h.

Bulliger Sportler mit Understatement

Die Formenkünstler um VW-Designchef Klaus Bischoff wollen es bei der Linie des R-Modells aber nicht übertreiben. Eine Karosserie-Kurzbeschreibung? Ziemlich genau auf dem politisch korrekten Grat zwischen Hoppla, Freunde, jetzt komm ich und Platz da, ich Chef, du Flasche. Die bulligere Front erinnert ein wenig an den 650 PS starken Super-Golf GTI W12, mit dem die Wolfsburger uns im letzten Jahr beim GTI-Treffen am Wörthersee überraschten. Der Grill darf Gitter tragen, alle Schwellungen schwellen deutlich mehr, die schicken Klarglasscheinwerfer geben nachts das R-Erkennungssignal - womöglich mit feinen LED-Streifen. Drinnen gibt es natürlich ordentliche Recaro-Sportsitze, speziell umrahmte Instrumente, ein unten abgeflachtes Sportlenkrad und das ganze typische Drumherum von metallener Pedalerie bis zu R-Einstiegsleisten.

Premiere beim 24-Stunden-Rennen

Natürlich ist das Auto tiefer gelegt, auch hier gibt es dann gegen Extrageld größere 19-Zoll-Räder im speziellen Design. Die Abstimmung ist für die schnellere Kurvenhatz verschärft, der Klang des Zweiliter-Vierzylinders satter und bissiger. Und zur musikalischen Einstimmung auf diesen Rocker wird VW, wie aus der Sportabteilung zu hören ist, am 24. Mai eine ganze Armada von getunten Scirocco-R-Modellen beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring loslassen. Gewissermaßen zum Soundcheck.

>Die Konkurrenz schläft nicht

Doch VW steht nicht alleine auf den Brettern der Sportcoupé-Bühne, die Konkurrenz hat nicht geschlafen und präsentiert ebenfalls schicke Zweitürer in straffen, maßgeschneiderten Sportanzügen mit reichlich Kraft.

>Audi und BMW

Ein besonders heißer Kandidat ist der Audi TTS mit einem Zweiliter TFSI. Das Aggregat ist bekannt aus dem Audi S3, leistet in der flachen Flunder aber nicht 265, sondern 272 PS. Ein weiteres Highlight dürfte auch die nächste Generation des BMW Z4 werden, mit der im Herbst 2009 zu rechnen ist. Die Erlkönig-Bilder belegen eindeutig: Der flache Bayer ist gewachsen, und zwar in alle Richtungen. Die traditionelle Stoffkapuze wird durch ein modisches Klappdach aus Metall ersetzt - damit ist das Z4 Coupé überflüssig.

>Mercedes und Opel

2009 ist der neue Mercedes CLK in deutlich dynamischerem Gewand zu erwarten, der kleinere CLC folgt auf das Mercedes Sportcoupé und wird bereits ab Mai beim Händler stehen. Der Opel GTC ist bisher nur eine richtungweisende Studie, die zeigen soll, wo es bei Opel in den nächsten Jahren lang geht. Das bullige Outfit begeistert und es bleibt die Hoffnung, dass Opel den Mut zu einem großen Coupé im Stile des GTC hat. Fest steht hingegen, dass 2011 ein Coupé auf Astra-Basis erscheinen wird - vielleicht ein neuer Calibra?

>VW und Renault

Auf der AMI in Leipzig feierte der Passat CC Deutschlandpremiere. Das viertürige Coupé soll die Auto-Tugenden Sport und Komfort vereinen.
Aus Frankreich sind gleich zwei schöne Sportler zu erwarten. Das Laguna Coupé ist für Ende 2008 angekündigt, auf das Mégane Coupé müssen wir wohl noch etwas warten, denn im Herbst kommt erst einmal die Normalversion.

>Asien rüstet auf: Honda, Hyundai und Kia

Die Asiaten brennen gleich ein ganzes Feuerwerk an neuen Sportcoupés ab. Angefangen mit dem Honda CR-X, einem kleinen, leichten Zweitürer mit Hybridmotor. Das Hyundai Genesis Coupé soll in der Topmotorisierung rund 300 PS leisten. Ob der schnittige Hyundai nach Europa kommt, ist noch nicht sicher, erst einmal dürfen sich nur die USA an ihm erfreuen. Ebenfalls aus Korea, aber von Kia, kommt der Kee - ein mit sichtbaren Muskeln versehenes Coupé, gezeichnet vom Team um Kia-Chefdesigner Peter Schreyer aus Deutschland. Der amerikanisch anmutende Kee hat vier Sitze und einen V6-Zylinder-Motor mit 200 PS, der seine Kraft über ein Sechsstufen-Automatikgetriebe an die Antriebswellen schickt.

>Lexus, Mazda und Toyota

Der Lexus LF-A fällt mit seinem Datenblatt ein wenig aus dem Rahmen der hier versammelten Sport-Coupé-Gesellschaft. Der Japaner hat einen 500 PS starken V10-Motor unter der Fronthaube. Optisch ebenfalls reizvoll, aber deutlich weniger kräftig ist der Mazda RX-8. Das in die Jahre gekommene Coupé mit Wankelmotor wurde überarbeitet und ist ab Herbst 2008 bei uns zu kaufen. Neu ist die Einstiegsversion mit 212 PS und einer Sechsgang-Automatik - Schaltpaddel am Lenkrad inklusive. Toyota will 2009 einen 2+2-Sitzer auf den Markt bringen, der den europäischen Sportlern das Leben schwer machen soll - mit einem 400 PS-Motor unter der Fronthaube.
Wolfgang Eschment

AUTO ZEITUNG

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