Scheibenwischer-Test: 18 Wischblätter im Test Härtetest für Wischer

16.01.2012


Im ausführlichen Labor- und Praxistest müssen sich 18 unterschiedliche Scheibenwischerfür VW Golf und andere Modelle einer harten Qualitätsprüfung stellen

Scheibenwischer sind stets Schwerstarbeiter: Sie sollen bei (Fahrt-)Wind und Regen ihr Bestes geben. Dabei müssen sie Sommerhitze und vereisten Scheiben, Straßenschmutz und festgebackenen Insektenresten trotzen. Und: Schon bei der ersten Wischbewegung muss die Gummilippe für schlierenfreien Durchblick sorgen – der Sicherheit zuliebe. In der Regel sind dann nach einem Jahr neue Scheibenwischer fällig. Diese haben Werkstätten, der Fachhandel sowie Discounter und Tankstellen im Programm – zu recht unterschiedlichen Preisen. Doch lohnt es sich wirklich, am Wischergummi zu sparen?

Für eine gründliche Labor- und Praxisprüfung wählten wir 18 verschiedene Wischer-Modelle aus, die für das in Deutschland am häufigsten verkaufte Auto, den VW Golf, bestimmt sind. Die Preisspanne reicht von sieben bis 44 Euro. Darunter sind sowohl Wischer mit herkömmlichen Gelenkbügeln als auch die neueren gelenkfreien Konstruktionen. Diese sehen nicht nur schick aus, sondern überzeugen durch gleichmäßigen Anpressdruck und weniger Windgeräusche bei hohem Tempo. Im Gesamtergebnis sind dem entsprechend die vier erstplatzierten Scheibenwischer Vertreter dieser Konstruktion. Unsere besondere Aufmerksamkeit galt natürlich der rückstandsfreien Reinigung.

Das ernüchternde Ergebnis: Nur vier Produkte konnten hier die volle Punktzahl erreichen. Neben dem Testsieger Bosch Aerotwin und dem Zweitbesten, dem VW-Ersatzwischer, überzeugten der Bosch Aerotwin N-OE und der Champion Aerovantage Spoiler mit einem gleichmäßig guten Wischbild. Die deutlich billigeren Produkte von Intertec und Pit Stop (Plätze 18/17) konnten dagegen nicht überzeugen. Bei der verschärften Dauerlaufprüfung überstanden immerhin elf Scheibenwischer die harte Testprozedur von 150 000 Wischzyklen.

Trauriger sieht dagegen die Bilanz bei der Dynamik-Prüfung aus. Nur ein einziger Wischer, der SWF Visoflex, arbeitete beim Tempo von knapp über 200 km/h makellos. Der VW-Ersatzwischer schaffte gerade 192 km/h, der Testsieger Bosch Aerotwin schwächelte ab 185 km/h. Am schlechtesten schnitten in dieser Disziplin Champion Aerovantage (88 km/h), Nigrin Evolution und Intertec (100 km/h), Pit Stop Dyna (112 km/h) und Bosch Basis (101 km/h) ab. Künstlich simulierter Sommersonne hielten sechs Probanden nicht stand, sie alterten frühzeitig und verwarfen sich. Beim Anfriertest in der Kältekammer versprödete der Gummi des Intertec. Und beim Aufpralltest versagten neben dem Unitec auch Markenwischer: Valeo Compact, SWF Visoflex und Champion Aerovantage.

FAZIT (Holger Ippen)
Am Gummi sparen lohnt sich nicht. Die Sieger unseres Scheibenwischertests liegen im Preis-Mittel von 27 bis 44 Euro. Dafür sorgen sie für ein gleichmäßiges und schlierenfreies Wischbild über den akzeptablen Zeitraum von etwa einem Jahr. Die Billigheimer müssen dagegen weit früher erneuert werden und nerven zudem mit unkultiviertem Umlegeverhalten, Rost und rubbelndem Trockenlauf.

» zu den Ergebnissen des Scheibenwischer-Tests

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