Safety Trophy 2015: Die Gewinner Wer wird sicherster Fahrer?

14.08.2015

Auf in den Grenzbereich: 20 Leser der AUTO ZEITUNG traten zur Safety Trophy 2015 an. Bei dem Sicherheitswettbewerb zählten fahrerisches Können und Cleverness

Bereits zu Beginn scheint das Ergebnis klar: Erfahrung schlägt Jugend. Denn Julia Himmler und Wolfgang Tesche trennen über 40 Jahre Altersunterschied. Der 65-Jährige ist beru ich viel mit dem Auto unterwegs, hat bis heute mehr als 3,8 Millionen Kilometer hinter dem Steuer zurückgelegt. Die 21-Jährige wirkt dagegen zunächst wie eine Anfängerin, obwohl sie ihren Führerschein bereits mit 17 Jahren erworben hat. Die zierliche Frau sieht hinter dem Steuer des mächtigen Mercedes GLE Coupé etwas verloren aus, als sie an den Start der Ausweich-Prüfung rollt. In wenigen Sekunden muss sie einem Hindernis ausweichen und dann das SUV sofort wieder in die alte Spur zurücklenken. „So etwas kommt im Alltag häu ger vor als man denkt. Etwa, wenn einem ein Auto aus einer Seitenstraße die Vorfahrt nimmt“, erklärt AUTO ZEITUNG-Instruktor Marcel Kühler.

 

Safety Trophy 2015: Die Gewinner vom Contidrom

Julia Himmler lässt es erst langsam angehen, tastet sich an die Übung heran. In ihren drei Versuchen wird sie immer besser, lenkt sanft ein und bringt den großen Mercedes wieder in die Spur. „Die Tipps der Instruktoren haben mir hier sehr geholfen.“ Wolfgang Tesche hat solche Situationen schon oft im Alltag erlebt. „Aber zum Glück war ich noch in keinen Unfall verwickelt“, so der Sauerländer. Doch Tesche muss sich erst daran gewöhnen, das Lenkrad richtig zu halten. „In der Regel fahre ich mit nur einer Hand oben am Steuer – die Macht der Gewohnheit.“ Doch im Ernstfall oder eben bei der Safety Trophy hat man das Auto dann nicht im Griff. Aber Tesche, auch privat Mercedes-Fahrer, bugsiert den GLE flink durch die Ausweich-Übung.

Schon beim zweiten Versuch liegt er nur knapp hinter der Bestzeit seiner jüngeren Konkurrentin. Beim dritten Mal ist er noch schneller unterwegs, reißt dann aber im letzten Moment eine Pylone um. Am Ende liegt Julia Himmler als Dritte bei der Ausweich-Übung knapp vor dem Vielfahrer Tesche auf dem vierten Platz. Trotz ihrer Unterschiede eint Tesche und Himmler ein Ziel: Sie wollen ihre Fahrsicherheit verbessern und haben sich deswegen bei der Safety Trophy beworben. Bereits zum neunten Mal hatte die AUTO ZEITUNG ihren Sicherheitswettbewerb ausgeschrieben. Mit am Start: Der ARCD Auto- und Reiseclub Deutschland, Continental und Mercedes-Benz. Die 20 Finalisten nahmen am ersten August-Wochenende insgesamt sechs praktische Prüfungen in Angriff. Dass sie dabei am Steuer des brandneuen Mercedes GLE Coupé saßen, sorgte für zusätzliche Spannung.

Zudem fand der Wettbewerb auf dem Contidrom bei Hannover statt – einem sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Testgelände. Teilnehmerin Nicole Walther ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen: „Jeder, der heute hier dabei sein kann, hat schon gewonnen.“ An vier der sechs Stationen mussten die Leser ihr Fahrkönnen unter Beweis stellen. „Dabei geht es nicht um Schnelligkeit, sondern darum, das Auto jederzeit unter Kontrolle zu haben“, erklärte Cheinnstruktor und AUTO ZEITUNG-Testchef Michael Godde. Er und seine Kollegen erläuterten die Prüfungen und gaben den Teilnehmern wertvolle Tipps, wie sie die Herausforderungen meistern konnten. Die Leser nahmen die Hilfe vor allem beim Nasshandling gern an. „So etwas kann man ja sonst im Alltag nirgendwo üben. Das Driften hat viel Spaß gemacht und mir eine Menge gebracht“, strahlte Nicole Walther.

Mercedes GLE Coupé: Großes SUV im Vergleich

„Bei der Safety Trophy kann man sich ganz sicher in extreme Situationen begeben und dann daraus lernen.“ Beim Bremsen zeigte sich, wie wichtig die richtigen Reifen für die Verkehrssicherheit sind. Die Pneus von Continental wurden von den Lesern nicht geschont. „Beeindruckend, was die so alles aushalten“, wunderte sich Stefan Hammer. An der Station mussten einige Leser zuerst ihre Angst vor dem Bremspedal überwinden. „Beim ersten Mal habe ich mich noch nicht so getraut, aber dann wurde richtig reingetreten“, so Magdalena Maibaum. Das Ergebnis: Der Bremsweg verkürzte sich um satte zwei Meter – das zweitbeste Ergebnis an diesem Tag. Auch beim Einparken kam es auf die entscheidenden Zentimeter an. Matthias Schöllchen stellte das 4,90 Meter lange GLE Coupé in sieben Sekunden in die Parklücke. Beim Sicherheitscheck sollten die Leser zeigen, dass sie wissen, wie ein verkehrssicheres Auto ausgerüstet sein muss. Dabei hatte sich Instruktorin Eva Wildermuth alle Mühe gegeben, die Mängel möglichst unsichtbar am Auto zu verstecken. Doch Christian Heidtmann und Manuel Bürgam fanden alle sieben Defekte.

Am Ende wurde es nochmal spannend: Während die Jury die Ergebnisse auswertete, nahmen die Instruktoren die Leser mit auf eine Runde durchs Contidrom – Steilkurve inklusive.  „Wahnsinn, was die Redakteure und Testfahrer der AUTO ZEITUNG am Steuer so alles können“, zeigte sich Magdalena Maibaum beeindruckt. Stefan Hammer schwärmte dagegen eher vom adaptiven Fahrwerk des GLE Coupé mit Niveauregulierung. „Schon toll, wie sportlich sich der Mercedes trotz seines Gewichts und des hohen Schwerpunkts in der Kurve fährt.“ Doch manch einer, der sich den Tag über einen leichten Sonnenbrand geholt hatte, stieg nach der Fahrt wieder etwas bleicher aus. Am Ende konnte Ralf Reichmann den Sieg einfahren.

Mit ihm gewann wieder einmal der konstanteste Fahrer. Dem 44-Jährigen reichte ein Einzelsieg beim Nasshandling, da er bei den übrigen Prüfungen stets unter die besten Acht fuhr. Im Siegestaumel entwischte ihm dann ein Geständnis: „Das Einparken war für mich die schwerste Übung. Dafür war ich einfach zu ungeduldig.“ Mit dem Sieg hatte der Mann aus Wilnsdorf nicht gerechnet: „Ich wollte an dem Wochenende einfach nur Spaß haben und ein bisschen was lernen.“ Dem können sich auch Julia Himmler und Wolfgang Tesche nur anschließen. Wobei am Ende dann doch noch die Erfahrung vor der Jugend lag: Tesche wurde in der Gesamtwertung Fünfter, Himmler Elfte.

Safety Trophy 2015: Leseraktion in der Bildergalerie

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