Saab 9-5 2.0 T im Test Saab 9-5 2.0 T

27.12.2010

Auf einen Nachfolger des Saab 9-5 haben nicht nur Anhänger der Marke lange gewartet. Kann das Flaggschiff der Schweden die großen Erwartungen erfüllen?

Eckdaten
PS-kW220 PS (162 kW)
AntriebVorderrad, 6 Gang manuell
0-100 km/h7.6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit240 km/h
Preis37.900,00€

So viel Durchhaltevermögen wie die erste Generation der Oberklasselimousine Saab für 2011 mit stärkeren Motoren und weniger Verbrauch haben nur wenige Automodelle. Ganze 13 Jahre musste sie ausharren, ehe nun – nachdem mit dem holländischen Sportwagenhersteller Spyker ein Käufer gefunden wurde und das Fortbestehen der Traditionsmarke zunächst gesichert ist – der Nachfolger zu den Händlern rollt. Die Erwartungen an den Hoffnungsträger aus Trollhättan sind immens: Immerhin soll er die ehemalige GM-Tochter Saab in eine sichere Zukunft führen. Aus der Kooperation mit GM entstammen auch die wesentlichen Komponenten für das neue Modell. Fahrwerk und Motor teilt sich der 9-5 beispielsweise größtenteils mit dem Opel Insignia.

Optisch tritt der auf 5,01 Meter gewachsene Auto Fahrbericht > Saab 9-5 2.0T XWD allerdings vollkommen eingenständig auf. Das charakteristische Saab-Design kommt an, wie die zahlreichen hochgereckten Daumen von Passanten beweisen. Betrachtet man den gut verarbeiteten Innenraum genauer, entdeckt man jedoch einige Schalter und Hebel, die auch in den Opel-Modellen Astra und Insignia zu fi nden sind.

Ansonsten sind die Schweden ihrer Design-Linie und den ihnen eigenen Schrulligkeiten treu geblieben – etwa dem zwischen den Sitzen angeordneten Startknopf oder der Night-Panel-Funktion (Ausblenden aller Anzeigen mit Ausnahme des Tachos). Sehr zu empfehlen ist das 1000 Euro teure Head-up-Display, wohingegen die zusätzliche Geschwindigkeitsanzeige im Stil eines Höhenmessers als gut gemeinte, aber verzichtbare Reminiszenz an die Ursprünge der Marke als Flugzeughersteller zu verstehen ist. Die weit vorgezogenen und farblich abgesetzten A-Säulen tun ihr Übriges dazu, dass sich der Fahrer wie im Cockpit eines Jets untergebracht fühlt.

Abgesehen davon erschweren die massiven Pfosten die Sicht ebenso nachdrücklich wie die breiten Holme der C-Säule, die gefühlt komplette Lkw dahinter verschwinden und das rückwärtige Ausparken zur Mutprobe werden lassen. Dass sich das Topmodell der Skandinavier nun auf über fünf Meter erstreckt und damit lediglich sechs Zentimeter unter der Länge eines 7er BMW bleibt, bekommen die Passagiere deutlich zu spüren. Besonders die Gäste in der zweiten Reihe können sich über eine sehr üppige Beinfreiheit und eine bequeme Rückbank freuen. Vorn finden Fahrer und Beifahrer auf den großen und gut konturierten Sportsitzen (ab 1250 Euro) ebenfalls großzügige Platzverhältnisse vor.

TURBOMOTOR – WAS SONST?
Auch im 9-5 kommen – wie sollte es bei einem Saab anders sein – ausschließlich aufgeladene Aggregate zum Einsatz. Im Fall unseres Testwagens handelt es sich dabei um den 220 PS starken Turbo-Benziner. Das Zweiliter-Triebwerk überzeugt durch seinen vibrationsarmen Lauf und beschleunigt die 1781 kg schwere Limousine nachdrücklich. Für den Spurt auf Tempo 100 genehmigt sich der große Schwede 7,6 Sekunden, bei 240 km/h halten sich Leistung und Fahrwiderstände die Waage. Wer angesichts dieser Werte beim Tanken mit einer bösen Überraschung rechnet, sieht sich getäuscht: Der Testverbrauch liegt bei passablen 10,0 l/100 km. Einen Anteil daran trägt die sehr lange Übersetzung des Sechsganggetriebes, das den Vierzylinder bei 110 km/h mit gerade einmal 2000 Touren schnurren lässt. Auch deshalb ist vom Motor im Gegensatz zu den kräftigen Windgeräuschen kaum etwas zu hören. Weniger gut gelungen ist hingegen die Gasannahme. Stets verzögert neigt der Motor bei niedrigen Drehzahlen sogar zum Ruckeln, seine Kraft lässt sich insgesamt nur mäßig dosieren. Ebenfalls etwas unangenehm fällt die leichtgängige Lenkung auf, die nur wenig Rückschlüsse darüber gibt, was sich zwischen Rädern und Straße gerade abspielt.

Lassen die Gepflogenheiten des mit adaptiven Dämpfern versehenen Fahrwerks (1490 Euro) im Stadtgebiet aufgrund der mächtigen 19-Zoll-Bereifung (2610 Euro) noch zu wünschen übrig, kann der Autobahnkomfort durchaus überzeugen. Selbst im Komfort-Modus nimmt der 9-5 Kurven mit wenig Seitenneigung, die Antriebseinfl üsse fallen erfreulich gering aus. Auf Traktion und Bremswerte haben die großen Räder allerdings einen positiven Einfluss, ein Warmbremswert von 34,5 Metern spricht für sich. 37.900 Euro ruft Saab für den 2.0 T auf. Ein vergleichbarer E 250 CGI von Mercedes kostet rund 7000 Euro mehr. Den Charme des Besonderen sowie die Gewissheit, dass das Auto nicht an jeder Ecke steht, gibt es zudem nur beim Saab – und zwar serienmäßig.

Fazit

Hoffnungen und Erwartungen auf einem Automodell, wie dies beim neuen Saab für 2011 mit stärkeren Motoren und weniger Verbrauch der Fall ist. Auch wenn er nicht an die technische Raffinesse der deutschen Premium-Konkurrenz heranreicht, hinterlässt er dennoch einen überzeugenden Eindruck. Motor, Fahrwerk und Sicherheitsausstattung des nicht nur preislich attraktiven Saab 9-5 befinden sich nun wieder auf dem Stand der Technik.

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, vorn quer, 4-Ventiler, zwei obenliegende Nockenwellen, Benzin- Direkteinspritzung, variable Ventilsteuerung, Kettenantrieb, Twin-Scroll- Turbolader, Ladeluftkühler, geregelter Drei-Wege-Katalysator
Hubraum1998
Leistung
kW/PS
1/Min

162/220
5300 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
350
2500 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang manuell
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbelüftete Scheiben
Bereifungv: 245/40 R 19
h: 245/40 R 19
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1781
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)7.6
Höchstgeschwindigkeit (km/h)240
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch8.4l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)194

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