Fahrbericht Rolls-Royce Wraith: Exklusive Coupé-Details Starker Charakter

10.10.2013

Fahrbericht: Nur ein Coupé auf Basis des Ghost? – Nein, der neue Rolls-Royce Wraith ist deutlich vielschichtiger, subtiler und schwärzer

Schnell, geheimnisvoll, mit düsterer Aura – der neue Wraith (Englisch: Gespenst) ist wohl die jüngste und sportivste Art, einen Rolls-Royce zu bewegen. Die imposante Maschine hat noch einmal runde 18 Zentimeter weniger Radstand als die Ghost-Limousine, der Wraith passt also mit etwas Geschick beim Einparken in die meisten Standard-Lücken. Viel wichtiger ist aber, dass man beim Betrachten nicht den obligatorischen Schritt zurück machen muss, um das Auto im Ganzen zu erfassen.

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Nominell mag der Wraith ja einfach die Coupé-Variante des Ghost sein, allerdings wurde der neue Zweitürer so gekonnt eigenständig ausgeführt, dass er tatsächlich einen neuen Charakter entfalten kann. Subtil im Detail, in der Summe jedoch regelrecht drastisch.

 

Fahrbericht Rolls-Royce Wraith: Exklusive Coupé-Details

Das Design fällt auf den ersten Blick ähnlich ruhig aus wie das des Ghost, auf den zweiten Blick wird man dann allerdings regelrecht verschluckt: vom martialisch eingezogenen Kühlergrill, der kühn geschwungenen Dachlinie, den bulligen Flanken und vor allem dem dramatischen Fastback-Heck. Natürlich trägt auch die reduzierte Gesamtlänge dazu bei, den Wagen komprimierter und muskulöser wirken zu lassen als den sehr harmonischen Ghost.

Im Interieur legte Rolls-Royce nach: Während die grundlegende Architektur vom Ghost stammt, sind die großen Holz-Türverkleidungen neu für den Wraith. Fehlende B-Säulen, in den Sitzen integrierte Sicherheits-Gurte und vor allem die großen, hinten angeschlagenen Selbstmörder-Türen erzählen ebenfalls eine sehr überzeugende, sehr exklusive Coupé-Geschichte. Das Tüpfelchen auf dem Emotions-i dürfte freilich der optionale LED-Sternenhimmel im Dach sein, den es bisher nur im weitaus teureren Phantom Coupé gab.

Und der Wraith rückt mit viel Hightech bis hin zur Handschriftenerkennung am Touchpad/Dreh-Drücksteller an – dass all die Technologie jedoch zurückhaltend unter der Oberfläche bleibt und sich nicht hektisch in den Vordergrund drängt, ist bei Rolls-Royce Prinzip.

632 PS stehen im Datenblatt – und der Rolls-Royce Wraith tritt dennoch nicht als rabiater Highspeed-Rüpel auf. Samtig schiebt der 6,75-Liter-Biturbo-V12 an, möchte mit seinen 800 Nm knapp über Standgas eigentlich nur souveräne Fortbewegung ermöglichen. Einfach lässig fahren. Kein Druck, keine Hektik. Dazu passt das überaus runde Handling, das fabelhafte Beweglichkeit ermöglicht, ohne in hysterischer Kurvenfeilerei zu verfallen. Sauber rein in die Kurve, anständig durch und energisch raus. So macht das der Wraith, und niemand fragt hier nach Ideallinie oder Grenzbereich.

Dass die ZF-Achtstufen-Automatik dabei so unauffällig stets die richtigen Gänge serviert, liegt daran, dass der Wraith über Satelliten erzählt bekommt, dass gleich Kurven (Gangstufe halten), ein Kreisverkehr oder eine Autobahnauffahrt (runterschalten) kommen. Die Luftfederung nivelliert sich derweil im Millisekundenrhythmus laufend selbst – das Resultat ist ein Abrollverhalten, das höchst komfortabel bis versammelt-dynamisch kann, ohne je nach Albernheiten wie einem Fahrmodus-Regler zu verlangen.

Erst wenn man es gegen Ende der Geisterstunde wirklich eilig hat, zurück ins Spukschloss zu kommen, macht der Brite Attacke: Plötzlich fängt der V12 unerhört rauchig an zu singen, der Wraith prescht voran, dass einem das Blut in den Ohren rauscht. Und weit hinten zappeln die Verfolger aus dem Supersport-Lager im Windschatten.

Unser Fazit

Starker Charakter, ansteckendes Fahren, ergreifende Atmosphäre – der Rolls-Royce Wraith hat uns gerade noch gefehlt. Ehrlich!

Johannes Riegsinger

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