Audi TT RS Roadster und Porsche Boxster S – Wind-Energie Audi TT RS Roadster und Porsche Boxster S

Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Rassige Roadster: Der 340 PS starke Audi TT RS mit Fünfzylinder-Turbomotor und Allradantrieb attackiert den Porsche Boxster S mit 310 PS starkem Sechszylinder-Boxer

Es ist noch gar nicht lange her, da hat Audi den TTS Roadster in Umlauf gebracht. Eine auf 272 PS erstarkte Vierzylinder-Version
des durchgestylten Ingolstädters, die im Vergleichstest mit dem Porsche Boxster S bereits nach Punkten gewonnen hat (Heft 11/2009). Der echte Sportwagen unter den Roadstern war seinerzeit jedoch unbestritten der 310 PS starke Porsche Boxster S.

Nun gehen die Dynamiker der quattro GmbH noch einen ganzen Schritt weiter und schicken den TT RS ins Rennen – mit einem 340 PS starken Fünfzylinder-Turbomotor und einer noch aggressiveren Abstimmung. Gelingt es dem Audi so, den Porsche auch vom Fahrspaß-Thron zu stoßen, oder war die jüngste Kraftkur am Ende des Guten zu viel?

 

Karosserie

Bei der Optik jedenfalls übten die Audi-Entwickler wenig Zurückhaltung. Riesige Kühllufteinlässe in der Front, bullig ausgestellte Kotfl ügel und ein starrer Heckflügel, der sich über das gesamte Heck spannt, signalisieren: Wo ich bin, ist vorn. Daneben wirkt der Boxster zierlich, obwohl er fünfzehn Zentimeter länger ist.

Jedoch misst er rund vier Zentimeter weniger in der Breite und gut fünf Zentimeter in der Höhe als der TT. Innen fehlen dem Mittelmotor-Porsche ebenfalls ein paar Zentimeter Bewegungsfreiheit, und auch bei der Übersichtlichkeit verbucht der Audi Vorteile.

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Geht es um den Gepäcktransport, bietet der Stuttgarter mehr Zuladung und Stauraum, verteilt diesen jedoch auf zwei sehr kleine Fächer (150 vorn, 130 hinten). Der Audi indes hat ein Staufach im Heck (250 Liter). Praktisch: Gegen 125 Euro Aufpreis lässt er sich sogar mit Skisack ordern.

Viel wichtiger ist aber, dass beide Stoffdächer auf Knopfdruck – sogar fahrend bis 50 km/h – binnen weniger Sekunden öffnen oder schließen und eine herrlich erfrischende Brise um die Nasen der Insassen wehen lassen.

KarosserieMax. PunkteAudi TT RS RoadsterPorsche Boxster S
Raumangebot vorn1007067
Raumangebot hinten10000
Übersichtlichkeit704540
Bedienung/ Funktion1008178
Kofferraumvolumen1001215
Variabilität10030
Zuladung/ Anhängelast80810
Sicherheit1508276
Qualität/ Verarbeitung200182182
Kapitelbewertung1000483468

 

Fahrkomfort

Komfort spielt hingegen nur eine untergeordnete Rolle bei Roadstern wie diesen. Doch die weiter geschnittenen Sitze, der erheblich niedrigere Innengeräuschpegel und die milderen Federraten sorgen dafür, dass man Autobahnettappen im TT merklich entspannter abspult. Der Porsche büßt zudem Punkte ein, weil seine Anzeigen weniger gut ablesbar sind und die automatische Regelung der Klimaanlage im Unterschied zum Audi Aufpreis kostet (524 Euro).

FahrkomfortMax. PunkteAudi TT RS RoadsterPorsche Boxster S
Sitzkomfort vorn150110102
Sitzkomfort hinten10000
Ergonomie150124118
Innengeräusche502310
Geräuscheindruck1008078
Klimatisierung503833
Federung leer200112108
Federung beladen200114108
Kapitelbewertung1000601557

 

Motor und Getriebe

Herzstück eines jeden Sportwagens – und dazu zählen fraglos auch Roadster mit über 300 PS – ist der Motor. Wie kein anderes Bauteil entscheidet der Antrieb über den Grad an Faszination des gesamten Autos. Der Audi TT RS lässt mit seinem Fünfzylinder-Turbo die glorreichen 80er wieder auferstehen. Wie zu Zeiten des Ur-Quattro mischt sich wieder jenes unflätige Brabbeln unter den dumpf dröhnenden Motorsound, das nur ein Fünfer zuwege bringt.

Allerdings sorgt die Klappensteuerung im zweiflutigen Auspuff für gemäßigte Töne. Wenn die S-Taste vor dem Schalthebel (mit verkürzten Wegen) gedrückt ist, klingt der RS aggressiver. Doch erst die Investition in die mattschwarzen Endrohre der optionalen Sportauspuffanlage stellt echte Klangfetischisten zufrieden. Offen durch Tunnel röhren – orgiastisch.

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Leistung gibt’s auch so genug. Immer. Bereits bei 1600 Umdrehungen liegt das volle Drehmoment von 450 Nm an – bis zu 1,2 bar Ladedruck sei dank. Jedoch hängt der Turbo selbst im S-Modus mit einer spürbaren Verzögerung am Gas, was dem quirligen Sechszylinder im Porsche-Heck völlig fremd ist.

Der Boxer arbeitet zudem nicht nur sehr laufruhig, sondern begeistert auch mit seinem temperamentvollen Wesen und der kontinuierlich ansteigenden Leistungsabgabe. Ambitionierte Rundstrecken-Piloten werden genau diese Charakteristik lieben.

Im Alltag überzeugt aber eher der bullige und durchzugsstarke TT, zumal er mit 10,5 Liter Super Plus je 100 Kilometer um 0,4 Liter sparsamer läuft als der Boxster. Kleines Manko des TT: Das manuelle Getriebe hakelt beim hurtigen Schalten in den dritten Gang.

Die extrem spritzigen Fahrleistungen liegen dicht beieinander: Tempo 100 steht unter fünf Sekunden an, 200 km/h fallen in weniger als 20 Sekunden, und frühestens bei 250 km/h endet der Vortrieb beim abgeregelten Audi (vmax-Anhebung auf 280 km/h, 1600 Euro). Bei geöffnetem Verdeck verkraften das nur hartgesottene Frischluftfanatiker.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi TT RS RoadsterPorsche Boxster S
Beschleunigung150142140
Elastizität1009289
Höchstgeschwindigkeit150102108
Getriebeabstufung1008993
Kraftentfaltung504846
Laufkultur1008592
Verbrauch325182174
Reichweite25910
Kapitelbewertung1000749752

 

Fahrdynamik

Auch die möglichen Querbeschleunigungen verlangen nach guten Nerven und etwas Übung: Beide Kontrahenten hetzen in klar weniger als zehn Sekunden durch die 180 Meter lange Slalom-Prüfung. Der TT RS flitzt sogar schneller um die Hütchen als ein Lamborghini Gallardo Spyder. Allerdings zeigt der Allradler dabei eine ausgeprägte Neigung zu Lastwechselreaktionen, die ohne ESP nur mit Mühe zu beherrschen sind. Bei höheren Geschwindigkeiten jedoch liegt der Audi satt und sicher auf der Straße.

Wird das Heck unruhig, genügt meist ein Gasstoß, um es zu stabilisieren. An die Leichtigkeit und Präzision, mit der der Boxster um die Ecken prescht, reicht er dennoch nicht heran. Die absoluten Kurvengrenzgeschwindigkeiten des Boxster S liegen noch höher. Wegen der lebhaften Lastwechselreaktionen sollten aber nur Profis mutwillig das ESP (PSM) abschalten.

FahrdynamikMax. PunkteAudi TT RS RoadsterPorsche Boxster S
Handling150105107
Slalom1008784
Lenkung1008895
Geradeauslauf504340
Bremsdosierung302325
Bremsweg kalt150101103
Bremsweg warm150114118
Traktion1008060
Fahrsicherheit150130119
Wendekreis201410
Kapitelbewertung1000785761

 

Umwelt und Kosten

Dass der Porsche Boxster S neu über 2000 Euro weniger kostet als der Audi TT RS Roadster, wird wohl kaum eine Kaufentscheidung beeinfl ussen, ist aber dennoch beachtlich. Auch der stabilere Werterhalt spricht für den Stuttgarter, während der Ingolstädter mit geringeren Aufpreisen, erheblich preiswerteren Versicherungsklassen und dem umfangreicheren Garantiepaket punktet.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi TT RS RoadsterPorsche Boxster S
Bewerteter Preis67596101
Wertverlust501012
Ausstattung251916
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502817
Werkstattkosten201513
Steuer1077
Versicherung403225
Kraftstoff552928
Emissionswerte258785
Kapitelbewertung1000323304

 

Fazit

Gegenüber dem vierzylindrigen Audi TTS Roadster legt der RS deutlich an Power und Faszination zu. Sein bäriger Fünfzylinder begeistert, die Beschleunigungswerte und Rundenzeiten liegen auf Augenhöhe mit dem Referenzauto in puncto Handling, dem Porsche Boxster S. Doch das einzigartig sportlich-agile Fahrgefühl, dass der Mittelmotor-Roadster vermittelt, erreicht auch der RS nicht ganz, obwohl er in der Summe seiner Eigenschaften noch überlegener geworden ist.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi TT RS RoadsterPorsche Boxster S
Summe500029412842
Platzierung12

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