Rinspeed-Studien iChange und e2
Anderes Denken
Mehr Automessen
Der Auftritt von Rinspeed hat in Genf schon Tradition. Im Mittelpunkt steht immer eine Studie, die völlig anders ist. Wie das Elektroauto iChange. Realistischer ist der e2, ein Fiat 500 Abarth mit zwei Leistungsstufen
Das alte Problem, manchmal viel Raum zu benötigen und doch meist alleine zu fahren, hat Rinspeed beim iChange überraschend gelöst. Der Sportwagen verwandelt sich per variablem Dach vom Ein- in einen Dreisitzer. Ist der Fahrer allein unterwegs, duckt sich die leichte, transparente Kuppel. Die niedrige Silhouette und die Tropfenform des 1,03 Meter hohen Autos senken den Luftwiderstand. Platz für zwei Passagiere schafft ein Elektromotor, der das Dach am Heck anhebt. Elektrisch angetrieben dient das Dach auch als Einstiegsluke – Türen gibt es nicht. Geöffnet wird das Dach über ein Apple iPhone. Sobald das iPhone am Armaturenträger fixiert ist, lässt sich damit auch die Audioanlage bedienen.
Wie das gesamte Auto ist auch das Soundsystem von Harman Kardon besonders sparsam. Green Edge nennt der Soundspezialist die Kombination aus exzellentem Klang und reduzierter Energieaufnahme.
Angetrieben wird der Rinspeed-Renner von einem 150 Kilowatt starken Elektromotor, der seine Energie aus zwei Lithium-Ionen-Batterien bezieht. Damit soll ein Spurt von null auf 100 km/h in unter vier Sekunden möglich sein. Bis zu 220 km/h könnte der iChange erreichen. Damit die Batterien nicht allzu schnell leer sind, berechnet das Navigationssystem die sparsamste Strecke.
Sparsam oder nicht, das entscheidet beim e2 der Fahrer. Nicht wie üblich, allein mit der Wahl von Drehzahl und Gaspedalstellung. Rinspeed hat den Fiat 500 Abarth mit mehr Leistung versehen – und einem Knopf zum Reduzieren der Leistung. Denn nicht immer sind die 160 PS des e2 nötig. In der Stadt reichen auch 60 PS, findet Rinspeed-Chef Franz Rinderknecht. Dann rollt der modifizierte 500 mit vier Litern Verbrauch umher. Soll außerorts die gesamte Leistung eingesetzt werden, sind es sieben Liter. Mit dieser Variante von Tuning möchte Rinderknecht einen Weg finden zwischen rollenden Verzichtserklärungen und Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Energievorräten. Nicht so radikal wie der iChange und dadurch seriennäher. aof
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