Renault Espace 1984 und 2009 Reise in die Zukunft: Renault Espace 1984 und 2009

16.07.2009

Der Espace war schon 1984 der Hochgeschwindigkeitszug für die Straße: futuristisch, geräumig, komfortabel und schnell. Nun wird das französische Raumkonzept 25 Jahre alt. Eine Zeitreise

"Autos zum Leben“ – das war nicht nur ein bedeutungsloser Slogan aus der Renault-Werbung. Die Franzosen standen dem Thema Auto immer schon eher pragmatisch gegenüber, weshalb es auch bereits in den 60er Jahren zu solch genialen, weil höchst alltagstauglichen Fahrzeugen kam wie R4 und R16. Mitte der 80er war aber ein wenig die Luft raus, wirtschaftlich ging es Renault nicht unbedingt blendend. Was fehlte, war ein neuer Geniestreich.

Den präsentierte man dann auch 1984. Der erste Espace mit der internen Bezeichnung J11 sorgte mit seinem Styling für Aufsehen: Die großzügige Verglasung erinnerte ein wenig an ein fahrendes Gewächshaus, die Franzosen assoziierten die stark abgeschrägte des Rheins praktisch die PhilosophieFront hingegen unweigerlich mit den futuristischen, damals noch jungen Hochgeschwindigkeitszügen TGV. So hatte man westlich des schnellen, komfortablen Reisens von der Schiene auf die Straße umgesetzt und damit den ersten Van europäischer Prägung erfunden.

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Darauf konnte die Konkurrenz erst mit einigen Jahren Verspätung reagieren, was im Übrigen auch für die Entwicklung im Bahnverkehr gilt: Der deutsche ICE der ersten Generation ging 1991 in Betrieb, als der TGV schon fast zehn Jahre unterwegs war und vom Espace bereits die zweite Generation vom Band lief.

Dabei wäre der Espace beinahe gar kein Renault geworden. Entwickelt wurde der Ur-Van nämlich vom französischen Autobauer Matra als Nachfolger für den Talbot Rancho. Mit der Marke Talbot ging es dann aber schnell bergab, sodass flugs ein neuer Kunde vom einzigartigen siebensitzigen Van- Konzept überzeugt werden musste.

Das gelang bei Renault auf Anhieb, obwohl Matra das Konzept noch kurzfristig von Querauf Längsmotor umstellen musste, um die Antriebsstränge aus Renault 18 und 25 zu verwenden. Bei Matra wurden auch die Nachfolgegenerationen zwei (ab 91) und drei (91 – 2002) gebaut.

Dass der Espace, Baujahr 1984, mit seinen mobilen Einzelsitzen nicht nur ein sehr variables und geräumiges, sondern auch ein hochwertiges, intelligent entwickeltes Auto war, wird heute noch deutlich: Wie ein 25 Jahre altes Auto fühlt sich unser topgepflegtes Exemplar nun wirklich nicht an. Bereits die Basisausstattung verfügte über Servolenkung, innenbelüftete Bremsscheiben vorn, Fünfganggetriebe und Zentralverriegelung.

Die 110 PS des kultivierten Zweiliter-Aluminium-Vierzylinders haben leichtes Spiel, denn die exotische Kombination aus vollverzinktem Stahl-Chassis und glasfaserverstärkten Polyester- Karosserieteilen bringt nur gut 1200 Kilogramm auf die Waage. Damit zieht Espace Nummer eins auch heute noch munter die Berge hoch oder mit maximal 175 km/h über die Autobahn.

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Alternativ gab es übrigens einen modernen Turbodiesel mit 88 PS. Billig war der Espace indes nie: Für 27 900 Mark gab es damals auch schon einen Audi 100 oder 5er BMW.

Das hat sich bis heute nicht geändert, denn der Espace 2.0 T der vierten Generation (ab 2002) bringt es nicht nur auf stramme, kräftig anschiebende 170 PS, sondern kostet mindestens 32 200 Euro. Dafür bekommt man nach wie vor einen der geräumigsten und komfortabelsten Vans. Dem stimmen auch unsere Leser zu: Die Auto Trophy in der Kategorie Import-Vans geht regelmäßig an den Espace – zuverlässig. Jürgen Voigt

Technische Daten Espace 2000 GTS (1984) Espace 2.0 16V T (2009)
Motor 4-Zylinder,
2-Ventiler
6-Zylinder,
4-Ventiler
Hubraum 1995 cm³ 1998 cm³
Leistung 80 kW / 110 PS 125 kW / 170 PS
Max. Drehmoment 160 Nm 270 Nm
0-100 km/h 11,9 s 9,7 s
Getriebe 5-Gang-Getriebe 6-Gang-Getriebe
Antrieb Vorderrad Vorderrad
Höchstgeschwindigkeit 175 km/h 205 km/h
Länge/Breite/Höhe 4250/1770/1660 mm 4656/1894/1728 mm
Radstand 2580 mm 2803 mm
Leergewicht 1221 kg 1735 kg
Preis 27 900 Mark 32 200 Euro

AUTO ZEITUNG

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